Weinhaus: Unterschied zwischen den Versionen
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Während des Dreißigjährigen Krieges (1618 - 1648) und des Siebenjährigen Krieges (1756 - 1763) diente der Saal des Weinhauses als Unterrichtsraum für Schüler des Gymnasiums. Ferner sollen vor 1751 bis zu 20 minderbemittelte (= wenig vermögende) Kinder in einem Anbau des Weinhauses untergebracht worden sein, was auf einen entsprechenden Erlass von Ulrich II. zurückging, wonach notdürftigen Kindern sowohl ein Mittagessen als auch eine Unterkunft gegen geringes Entgelt zur Verfügung gestellt werden sollte.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 19</ref> Dies war ein auf den Wirt des Weinhaus beschränktes Privileg, der als einziger die Bewirtung der Schüler durchführen durfte. Anderen Kindern, als den notdürftigen, dürfte er ferner auch ein Mittagessen anbieten. Während er mit der Preisgestaltung und der Essenswahl bei den Notdürftigen eingeschränkt war, konnte er die Speisen sowie die Preisgestaltung bei den sonstigen Kindern weitestgehend frei gestalten, wenngleich Ulrich II. ihm auftrug, einen angemessenen und keineswegs einen überteuerten Preis zu verlangen.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 22</ref> | Während des Dreißigjährigen Krieges (1618 - 1648) und des Siebenjährigen Krieges (1756 - 1763) diente der Saal des Weinhauses als Unterrichtsraum für Schüler des Gymnasiums. Ferner sollen vor 1751 bis zu 20 minderbemittelte (= wenig vermögende) Kinder in einem Anbau des Weinhauses untergebracht worden sein, was auf einen entsprechenden Erlass von Ulrich II. zurückging, wonach notdürftigen Kindern sowohl ein Mittagessen als auch eine Unterkunft gegen geringes Entgelt zur Verfügung gestellt werden sollte.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 19</ref> Dies war ein auf den Wirt des Weinhaus beschränktes Privileg, der als einziger die Bewirtung der Schüler durchführen durfte. Anderen Kindern, als den notdürftigen, dürfte er ferner auch ein Mittagessen anbieten. Während er mit der Preisgestaltung und der Essenswahl bei den Notdürftigen eingeschränkt war, konnte er die Speisen sowie die Preisgestaltung bei den sonstigen Kindern weitestgehend frei gestalten, wenngleich Ulrich II. ihm auftrug, einen angemessenen und keineswegs einen überteuerten Preis zu verlangen.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 22</ref> | ||
1804 errichtet der Inhaber des Weinhauses, ein Mann mit Nachnamen Haun, einen Neubau an der bisherigen Stelle.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 20</ref> Einige Gebäudeteile, so etwa der Keller, bleiben jedoch erhalten. | 1804 errichtet der Inhaber des Weinhauses, ein Mann mit Nachnamen Haun oder Heun, einen Neubau an der bisherigen Stelle.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 20</ref><ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 9</ref> Einige Gebäudeteile, so etwa der Keller, bleiben jedoch erhalten. | ||
1816 wird das Privileg der öffentlichen Verkäufe und Verheuerungen von der hannoverschen Regierung abgelehnt. 1919 wird ein Hotelbetrieb im Weinhaus genehmigt, aber schon einige Jahre später wieder aufgegeben.<ref name=":0" /> 1951 übernahm die Bundesfinanzverwaltung das Gebäude. Bei Erkundungen im Jahre 2018 wurde noch ein - offenbar übersehener - Stapel von Standardformularen des Finanzamtes in einem der Kellerräume gefunden.<ref name=":1" /> | 1816 wird das Privileg der öffentlichen Verkäufe und Verheuerungen von der hannoverschen Regierung abgelehnt. 1919 wird ein Hotelbetrieb im Weinhaus genehmigt, aber schon einige Jahre später wieder aufgegeben.<ref name=":0" /> 1951 übernahm die Bundesfinanzverwaltung das Gebäude. Bei Erkundungen im Jahre 2018 wurde noch ein - offenbar übersehener - Stapel von Standardformularen des Finanzamtes in einem der Kellerräume gefunden.<ref name=":1" /> | ||