Alte Osterlooger Schule: Unterschied zwischen den Versionen
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==Alte Osterlooger Schule == | |||
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|Bauweise | |||
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Die '''Alte Osterlooger Schule''' war der Vorgängerbau der bis heute erhaltenen [[Osterlooger Schule]]. Sie befand sich nördlich von [[Osterloog]] und brannte 1907 ab. Es handelte es sich um eine typische, einklassige Dorf- bzw. Volksschule. | |||
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==Geschichte== | |||
Der erste bekannte Standort einer Schule in [[Osterloog]] befindet sich nördlich von [[Hof Osterloog]] und ist unter der (einstigen) Anschrift [[Osterlooger Weg]] 12 zu suchen.<ref name=":1">[https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/HOO/HOO_Lintelermarsch.pdf Beschreibung der Lintelermarsch in der historischen Ortsdatenbank] der Ostfriesischen Landschaft, abgerufen am 6. Mai 2021</ref> Wann genau dieses Gebäude errichtet wurde, ist nicht bekannt, Lehrer sind hier seit mindestens 1750 nachzuweisen.<ref name=":0" /> Da das Gebäude bereits 1805 einzustürzen droht und die Schulgemeinde einen Neubau fordert, ist anzunehmen, dass der Baubeginn mindestens in der Zeit aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts, möglicherweise sogar im 17. Jahrhundert, zu suchen ist. | |||
Zu einem Neubau kommt es indes nicht, da die kirchliche Schulbehörde diesen nur unter der Auflage genehmigen möchte, dass die Gemeinde selbst die dafür notwendigen Kosten aufbringt.<ref>StAA, Rep. 37, Nrn. 1318, 1319</ref> Stattdessen wird es wohl zu einer umfangreichen Renovierung gekommen sein, denn der Schulbetrieb wird an unveränderter Stelle fortgeführt. Erst 1852 kommt es zu einem Neubau an der bisherigen Stelle.<ref>StAA, Rep. 37, Nr. 1346</ref> | |||
1854 betrug das Schulgeld ungefähr 100 Reichstaler.<ref>StAA, Rep. 14, Nr. 1708</ref> Die Schulzeit lief an fünf Tagen am Vormittag von 09:00 bis 12:00 Uhr und nachmittags von 13:00 bis 16:00 Uhr. Die einklassige Schule besuchten im Sommer des Jahres insgesamt 46 und im Winter 44 Kinder. 1884 stieg die Schülerzahl auf 61 im Sommer und auf 62 im Winter.<ref>StAA, Rep. 14, Nr. 1709</ref> | |||
Wie in früheren Jahren üblich, wurde der Schulmeister (alte Bezeichnung für eine nicht-akademische Lehrkraft) von den sogenannten Schulinteressenten gewählt. Die Interessenten waren jene Einwohner, die ihre Kinder an die jeweilige Schule schickten. Üblich war es, dass sich das anteilige Stimmrecht anhannd des Grundbesitzes besaß. So hatten Großbauern einen weitaus höheren Stimmanteil, als einfache Landarbeiter. Im Falle der Schule Osterloog wird beispielsweise der Stimmanteil des Großbauern des [[Hof Meyenburg|Hofs Meyenburg]] im 19. Jahrhundert mit 2 1/4 angegeben, während der normale Einwohner nur zwischen 1/4, 1/2 oder 1 Anteil Gewichtung hatte.<ref name=":0">Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 57</ref> | Wie in früheren Jahren üblich, wurde der Schulmeister (alte Bezeichnung für eine nicht-akademische Lehrkraft) von den sogenannten Schulinteressenten gewählt. Die Interessenten waren jene Einwohner, die ihre Kinder an die jeweilige Schule schickten. Üblich war es, dass sich das anteilige Stimmrecht anhannd des Grundbesitzes besaß. So hatten Großbauern einen weitaus höheren Stimmanteil, als einfache Landarbeiter. Im Falle der Schule Osterloog wird beispielsweise der Stimmanteil des Großbauern des [[Hof Meyenburg|Hofs Meyenburg]] im 19. Jahrhundert mit 2 1/4 angegeben, während der normale Einwohner nur zwischen 1/4, 1/2 oder 1 Anteil Gewichtung hatte.<ref name=":0">Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 57</ref> | ||
1907 brannte das Gebäude aus unbekannten Gründen ab und wurde ein Jahr später an der [[Osterlooger Schule|heutigen Stelle]] neugebaut.<ref name=":0" /> | |||
== Beschreibung == | |||
Der Klassenraum nahm die ganze Breite des Gebäudes und eine Länge von etwa 20 Fuß (ca. 6 Meter) ein. Die Fläche des Klasenzimmers betrug insgesamt 43,29 Quadratmeter.<ref name=":1" /> | |||
Die Lehrerwohnung enthielt eine Wohnstube, eine Stube nebst Schlafkammer, eine Sommerküche mit einer Regenwasserbake und einen Keller. Im Hintergebäude befanden sich zwei Kuhställe, ein Schweine- und ein Schafstall sowie ein Lagerraum für Torf und Heu.<ref name=":1" /> | |||
==Lehrkräfte== | |||
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!Zeitraum | |||
!Vollständiger Name | |||
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|??? - 1750 | |||
|[[Hinrich Janßen Joosten]] | |||
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|1750 - 1772 | |||
|[[Jann Ewen Hinrichs]] | |||
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|1772 - ??? | |||
|[[Edzard Lammers]] | |||
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|vor 1800 | |||
|[[Lübbert Ulfert]] | |||
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|1800 - 1844 | |||
|[[Suntje Reints Schuster]] | |||
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|1817 - 1817 | |||
|[[Eilardus Blumhoff]] | |||
|- | |||
|1829 - 1829 | |||
|H. E. Schipper | |||
|- | |||
|1844 - 1860 | |||
|??? | |||
|- | |||
|1860 - 1905 | |||
|[[Heike Willms|Heike G. Willms]] | |||
|- | |||
|1905 - 1933 | |||
|[[Jan Eden]] | |||
|} | |||
==Literatur== | |||
*Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 57-68 | |||
==Einzelnachweise== | |||
<references /> | |||
==Siehe auch== | |||
*[[Liste der Schulen im Stadtgebiet]] | |||
*[[Sender Osterloog]] | |||
[[Kategorie:Schulen im Stadtgebiet]] | |||
[[Kategorie:Gebäude im Stadtgebiet]] | |||
[[Kategorie:Gebäude in Norden (Stadtteil)]] | |||
[[Kategorie:Norden (Stadtteil)]] | |||
Version vom 6. Mai 2021, 07:56 Uhr
Alte Osterlooger Schule | ||||||||
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| Basisdaten | ||||||||
| Entstehungszeit | 1852 (vor 1750) | |||||||
| Erbauer | Gemeinde Lintelermarsch | |||||||
| Bauweise | Ziegelsteinbau | |||||||
| Entwidmung | 1907 | |||||||
| Erhaltungszustand | 1907 abgebrannt | |||||||
| Genaue Lage | Osterlooger Weg 12
26506 Norden | |||||||
Die Alte Osterlooger Schule war der Vorgängerbau der bis heute erhaltenen Osterlooger Schule. Sie befand sich nördlich von Osterloog und brannte 1907 ab. Es handelte es sich um eine typische, einklassige Dorf- bzw. Volksschule.
Geschichte
Der erste bekannte Standort einer Schule in Osterloog befindet sich nördlich von Hof Osterloog und ist unter der (einstigen) Anschrift Osterlooger Weg 12 zu suchen.[1] Wann genau dieses Gebäude errichtet wurde, ist nicht bekannt, Lehrer sind hier seit mindestens 1750 nachzuweisen.[2] Da das Gebäude bereits 1805 einzustürzen droht und die Schulgemeinde einen Neubau fordert, ist anzunehmen, dass der Baubeginn mindestens in der Zeit aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts, möglicherweise sogar im 17. Jahrhundert, zu suchen ist.
Zu einem Neubau kommt es indes nicht, da die kirchliche Schulbehörde diesen nur unter der Auflage genehmigen möchte, dass die Gemeinde selbst die dafür notwendigen Kosten aufbringt.[3] Stattdessen wird es wohl zu einer umfangreichen Renovierung gekommen sein, denn der Schulbetrieb wird an unveränderter Stelle fortgeführt. Erst 1852 kommt es zu einem Neubau an der bisherigen Stelle.[4]
1854 betrug das Schulgeld ungefähr 100 Reichstaler.[5] Die Schulzeit lief an fünf Tagen am Vormittag von 09:00 bis 12:00 Uhr und nachmittags von 13:00 bis 16:00 Uhr. Die einklassige Schule besuchten im Sommer des Jahres insgesamt 46 und im Winter 44 Kinder. 1884 stieg die Schülerzahl auf 61 im Sommer und auf 62 im Winter.[6]
Wie in früheren Jahren üblich, wurde der Schulmeister (alte Bezeichnung für eine nicht-akademische Lehrkraft) von den sogenannten Schulinteressenten gewählt. Die Interessenten waren jene Einwohner, die ihre Kinder an die jeweilige Schule schickten. Üblich war es, dass sich das anteilige Stimmrecht anhannd des Grundbesitzes besaß. So hatten Großbauern einen weitaus höheren Stimmanteil, als einfache Landarbeiter. Im Falle der Schule Osterloog wird beispielsweise der Stimmanteil des Großbauern des Hofs Meyenburg im 19. Jahrhundert mit 2 1/4 angegeben, während der normale Einwohner nur zwischen 1/4, 1/2 oder 1 Anteil Gewichtung hatte.[2]
1907 brannte das Gebäude aus unbekannten Gründen ab und wurde ein Jahr später an der heutigen Stelle neugebaut.[2]
Beschreibung
Der Klassenraum nahm die ganze Breite des Gebäudes und eine Länge von etwa 20 Fuß (ca. 6 Meter) ein. Die Fläche des Klasenzimmers betrug insgesamt 43,29 Quadratmeter.[1]
Die Lehrerwohnung enthielt eine Wohnstube, eine Stube nebst Schlafkammer, eine Sommerküche mit einer Regenwasserbake und einen Keller. Im Hintergebäude befanden sich zwei Kuhställe, ein Schweine- und ein Schafstall sowie ein Lagerraum für Torf und Heu.[1]
Lehrkräfte
| Zeitraum | Vollständiger Name |
|---|---|
| ??? - 1750 | Hinrich Janßen Joosten |
| 1750 - 1772 | Jann Ewen Hinrichs |
| 1772 - ??? | Edzard Lammers |
| vor 1800 | Lübbert Ulfert |
| 1800 - 1844 | Suntje Reints Schuster |
| 1817 - 1817 | Eilardus Blumhoff |
| 1829 - 1829 | H. E. Schipper |
| 1844 - 1860 | ??? |
| 1860 - 1905 | Heike G. Willms |
| 1905 - 1933 | Jan Eden |
Literatur
- Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 57-68
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 1,2 Beschreibung der Lintelermarsch in der historischen Ortsdatenbank der Ostfriesischen Landschaft, abgerufen am 6. Mai 2021
- ↑ 2,0 2,1 2,2 Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 57
- ↑ StAA, Rep. 37, Nrn. 1318, 1319
- ↑ StAA, Rep. 37, Nr. 1346
- ↑ StAA, Rep. 14, Nr. 1708
- ↑ StAA, Rep. 14, Nr. 1709