Gasthaus: Unterschied zwischen den Versionen
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
||
| Zeile 32: | Zeile 32: | ||
|} | |} | ||
Das '''Gasthaus''' (auch "Armenhaus", "Armen-Gasthaus", "Großes Gasthaus" und "Norder Armenanstalt" genannt) war der Nachfolgebau des [[Kloster Marienthal|Klosters Marienthal]], auf dessen Grund und Boden es nach dessen Abbruch im Jahr 1557 vom [[Armenverband Norden]] errichtet wurde. Es diente der Armenfürsorge im Zuständigkeitsbereich des Armenverbandes, der die Stadt und die [[Norder Umlandgemeinden]] umfasste. | Das '''Gasthaus''' (auch "Armenhaus", "Armen-Gasthaus", "Großes Gasthaus" und "Norder Armenanstalt" genannt) war der Nachfolgebau des [[Kloster Marienthal|Klosters Marienthal]], auf dessen Grund und Boden es nach dessen Abbruch im Jahr 1557 vom [[Armenverband Norden]] errichtet wurde. Es diente der Armenfürsorge im Zuständigkeitsbereich des Armenverbandes, der die Stadt und die [[Norder Umlandgemeinden]] umfasste. | ||
__NOTOC__ | |||
==Geschichte== | ==Geschichte== | ||
Bis in das späte Mittelalter hinein war es üblich, dass die Kirchen und Klöster die Armenhilfe gewährleisteten. Erst nach und nach ging diese Aufgabe auf den Staat über. Im Zuge der sich in Ostfriesland stark verbreiteten Reformation wurde das Kloster Marienthal im 16. Jahrhundert säkularisiert (verweltlicht) und letztlich aufgegeben. Das Gelände wurde dem Armenverband Norden übergeben, die bereits seit 1555 im Torfhaus des Klosters ansässig waren und dann hier das sogenannte "Gasthaus" errichteten.<ref name=":0">Schreiber, Gretje (1996): Das große Gasthaus in Norden, in: Heim und Herd, Beilage zum Ostfriesischen Kurier vom 3. Februar 1996, S. 1ff.</ref> Der Begriff "Gasthaus" war früher ein gängiger Name für ein Armenhaus. [[Anna von Oldenburg|Gräfin Anna]], zu diesem Zeitpunkt vormundschaftliche Regentin über Ostfriesland, stattete das Gasthaus mit einem Teil der durch [[Enno II. Cirksena|ihren Mann]] beschlagnahmten Klostereinkünfte aus.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 31</ref> | Bis in das späte Mittelalter hinein war es üblich, dass die Kirchen und Klöster die Armenhilfe gewährleisteten. Erst nach und nach ging diese Aufgabe auf den Staat über. Im Zuge der sich in Ostfriesland stark verbreiteten Reformation wurde das Kloster Marienthal im 16. Jahrhundert säkularisiert (verweltlicht) und letztlich aufgegeben. Das Gelände wurde dem Armenverband Norden übergeben, die bereits seit 1555 im Torfhaus des Klosters ansässig waren und dann hier das sogenannte "Gasthaus" errichteten.<ref name=":0">Schreiber, Gretje (1996): Das große Gasthaus in Norden, in: Heim und Herd, Beilage zum Ostfriesischen Kurier vom 3. Februar 1996, S. 1ff.</ref> Der Begriff "Gasthaus" war früher ein gängiger Name für ein Armenhaus. [[Anna von Oldenburg|Gräfin Anna]], zu diesem Zeitpunkt vormundschaftliche Regentin über Ostfriesland, stattete das Gasthaus mit einem Teil der durch [[Enno II. Cirksena|ihren Mann]] beschlagnahmten Klostereinkünfte aus.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 31</ref> | ||