Jüdische Schule: Unterschied zwischen den Versionen
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Das heute noch erhaltene Gebäude, das heute noch als "Jüdische Schule" bekannt ist, wurde von der jüdische Gemeinde im Jahre 1871 errichtet. Zuvor wurden die Kinder der Gemeinde spätestens ab 1844 in der ehemaligen Synagoge, befindlich in einem regulären Gebäude ([[Neuer Weg 110]]), unterrichtet. Unterrichtet wurde in zwei Klasse mit je einem Lehrer, die im Nebenamt und unentgeltlich noch weitere Dienste in der Gemeinde zu verrichten hatten, wie beispielsweise die Aufgabenwahrnehmung eines Vorbeters, Predigers, Kantors oder Chorleiters. Neben ihrem (äußerst kargen) Gehalt erhielten sie ein zusätzliches Wohngeld sowie einen Zuschuss für Brennmaterialien. Der zweite Lehrer erhielt zudem, sofern er noch nicht verheiratet war, ein tägliches Mittagessen bei den Familien der Gemeinde, da er noch weniger bekam, als der erste Lehrer, der zugleich "Hauptlehrer" bzw. "Oberlehrer" der Schule war.<ref name=":0" /> | Das heute noch erhaltene Gebäude, das heute noch als "Jüdische Schule" bekannt ist, wurde von der jüdische Gemeinde im Jahre 1871 errichtet. Zuvor wurden die Kinder der Gemeinde spätestens ab 1844 in der ehemaligen Synagoge, befindlich in einem regulären Gebäude ([[Neuer Weg 110]]), unterrichtet. Unterrichtet wurde in zwei Klasse mit je einem Lehrer, die im Nebenamt und unentgeltlich noch weitere Dienste in der Gemeinde zu verrichten hatten, wie beispielsweise die Aufgabenwahrnehmung eines Vorbeters, Predigers, Kantors oder Chorleiters. Neben ihrem (äußerst kargen) Gehalt erhielten sie ein zusätzliches Wohngeld sowie einen Zuschuss für Brennmaterialien. Der zweite Lehrer erhielt zudem, sofern er noch nicht verheiratet war, ein tägliches Mittagessen bei den Familien der Gemeinde, da er noch weniger bekam, als der erste Lehrer, der zugleich "Hauptlehrer" bzw. "Oberlehrer" der Schule war.<ref name=":0" /> | ||
Die zweite Lehrerstelle soll einem stetigen Wechsel unterlegen haben. Heraussticht lediglich ein Zeitraum von 26 Jahren, in dem der Lehrer [[Mendel | Die zweite Lehrerstelle soll einem stetigen Wechsel unterlegen haben. Heraussticht lediglich ein Zeitraum von 26 Jahren, in dem der Lehrer [[Mendel Wieluner]] tätig war. Die längste Dienstzeit auf der ersten Lehrerstelle hatte wohl [[Abraham Levy]] inne, der bis zu seinem Tode am 29. Oktober 1916 mehr als vier Jahrzehnte als Lehrer an der Schule tätig war. | ||
Zur weiterführenden Bildung waren die jüdischen Schuler gezwungen, auf andere Schulen im Stadtgebiet auszuweichen. Dort waren sie nicht selten Stigmatisierung ausgesetzt. Obgleich sie am allgemeinen Schulunterricht teilnahmen, wurden sie von den Lehrern ihrer Gemeinde in der jüdischen Schule unterrichtet. Dies war damals üblich, so erhielten auch die Schüler der [[Ludgerusgemeinde Norden|katholischen Gemeinde]] gesonderten Religionsunterricht von einem ihrer Pfarrer. | Zur weiterführenden Bildung waren die jüdischen Schuler gezwungen, auf andere Schulen im Stadtgebiet auszuweichen. Dort waren sie nicht selten Stigmatisierung ausgesetzt. Obgleich sie am allgemeinen Schulunterricht teilnahmen, wurden sie von den Lehrern ihrer Gemeinde in der jüdischen Schule unterrichtet. Dies war damals üblich, so erhielten auch die Schüler der [[Ludgerusgemeinde Norden|katholischen Gemeinde]] gesonderten Religionsunterricht von einem ihrer Pfarrer. | ||