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==Geschichte==
==Geschichte==
Bereits um 1769 gab es Überlegungen zum Bau eines Kanals, um in dem relativ nahen Berumer Hochmoor Torf abzubauen. Bis dahin war die Stadt weitestgehend von Torfimporten aus den Niederlanden und dem Saterland abhängig. Straßen waren zu dieser Zeit kaum vorhanden und wenn, dann kaum oder gar nicht befestigt. Zudem fehlten schlichtweg die Möglichkeiten, größere Lasten auf dem Erdwege zu transportieren. Über Jahrhunderte hinweg wurden in Ostfriesland Waren mit Booten und Kähnen über das weitverzweigte Fluss- und Kanalnetz befördert.
Bereits um 1769 gab es Überlegungen zum Bau eines Kanals, um in dem relativ nahen Berumer Hochmoor Torf abzubauen. Bis dahin war die Stadt weitestgehend von Torfimporten aus den Niederlanden und dem Saterland abhängig. Straßen waren zu dieser Zeit kaum vorhanden und wenn, dann kaum oder gar nicht befestigt. Zudem fehlten schlichtweg die Möglichkeiten, größere Lasten auf dem Erdwege zu transportieren. Über Jahrhunderte hinweg wurden in Ostfriesland Waren mit Booten und Kähnen über das weitverzweigte Fluss- und Kanalnetz befördert.
Zu den ersten Direktoren waren der Norder Uhrmacher [[Jacob Willms Uven]] (1735-1825), der von 1795 bis 1811 die Gesellschaft leitete und vorher als Wortführer der Fehn-Societät aufgetreten war, sowie Norder Kaufmann und Ziegler [[Folkmar Friedrich Wilhelm Lantzius]], der bis 1820 amtierte und von Anfang an die treibende Kraft war. Beide gelten als die eigentlichen Gründer von [[Norderfehn]], das später den Namen Berumerfehn erhielt, weil der Ort im damaligen Amt Berum lag.<ref name=":0">[https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/BLO/Huelst.pdf Haddinga, Johann (2007): Biographie des Sicco Theodor van Hülst], veröffentlicht bei der Ostfriesischen Landschaft</ref>


1794 konnte schließlich mit dem Bau des Kanals begonnen werden, nachdem rund 1500 Hektar Moor in Pacht erworben werden konnten und alle rechtlichen Hürden überwunden waren. Im selben Jahr wurde auch der Ort [[Norderfehn]] gegründet und das Kompaniehaus erbaut, das Hauptsitz der Gesellschaft wurde. Unklare Eigentumsverhältnisse in den Moor- und Wildengebieten, die zum Teil gerichtlich geklärt werden mussten, ungenaue Grenzen, die Entschädigung der Betroffenen und Verschleppungen von Seiten der Kriegs- und Domänenkammer hatten den Baubeginn zuvor immer wieder verzögert. Hinzu kamen Probleme durch das Urbarmachungsedikt von 1765, durch das Friedrich der Große Ödländer, Heiden und Moore für sich in Besitz nahm. Ursprünglich verfolgte die preußische Regierung damit die Absicht, nicht besiedelte Gebiet wie Moore urbar zu machen und zu kultivieren. Die Fehngesellschaft stellte dieses Delikt jedoch vor Probleme, da sie weniger das Land urbarmachen wollten, als dort den Torf abzubauen.
1794 konnte schließlich mit dem Bau des Kanals begonnen werden, nachdem rund 1500 Hektar Moor in Pacht erworben werden konnten und alle rechtlichen Hürden überwunden waren. Im selben Jahr wurde auch der Ort [[Norderfehn]] gegründet und das Kompaniehaus erbaut, das Hauptsitz der Gesellschaft wurde. Unklare Eigentumsverhältnisse in den Moor- und Wildengebieten, die zum Teil gerichtlich geklärt werden mussten, ungenaue Grenzen, die Entschädigung der Betroffenen und Verschleppungen von Seiten der Kriegs- und Domänenkammer hatten den Baubeginn zuvor immer wieder verzögert. Hinzu kamen Probleme durch das Urbarmachungsedikt von 1765, durch das Friedrich der Große Ödländer, Heiden und Moore für sich in Besitz nahm. Ursprünglich verfolgte die preußische Regierung damit die Absicht, nicht besiedelte Gebiet wie Moore urbar zu machen und zu kultivieren. Die Fehngesellschaft stellte dieses Delikt jedoch vor Probleme, da sie weniger das Land urbarmachen wollten, als dort den Torf abzubauen.
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1796/1797 wurde der erste Torf im [[Norder Hafen]] angelandet, in umgekehrter Richtung wurde vor allem Dünger (Seeschlick, Kleierde, Straßenkot und Brennereiabfälle) transportiert. Die Kosten des Kanals betrugen 27.314 Reichsthaler, hinzu kamen Entwässerungsgräben, Brücken, Schleusen, Wege, Torfschiffe, Entschädigungen für Ländereien. Gebaut wurde der Kanal vor allem von Arbeitern aus dem Oldenburger Raum, da die Bürger Halbemonds, durch dessen Gebiet der Kanal in großen Teilen fließt, die entstehende Konkurrenz fürchteten und den Bau zu boykottieren versuchten.
1796/1797 wurde der erste Torf im [[Norder Hafen]] angelandet, in umgekehrter Richtung wurde vor allem Dünger (Seeschlick, Kleierde, Straßenkot und Brennereiabfälle) transportiert. Die Kosten des Kanals betrugen 27.314 Reichsthaler, hinzu kamen Entwässerungsgräben, Brücken, Schleusen, Wege, Torfschiffe, Entschädigungen für Ländereien. Gebaut wurde der Kanal vor allem von Arbeitern aus dem Oldenburger Raum, da die Bürger Halbemonds, durch dessen Gebiet der Kanal in großen Teilen fließt, die entstehende Konkurrenz fürchteten und den Bau zu boykottieren versuchten.


Der Torftransport über den Fehnkanal kam erst Ende der 1930er zum Erliegen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde immer weniger Torf als Brennmaterial ersetzt, da Kohle, die über bessere Brenneigenschaften verfügte, immer leichter und günstiger verfügbar wurde. Auch gewannen Lastkraftwagen immer mehr zum Warentransport an Bedeutung. Die Norder Fehngesellschaft löste sich daraufhin mit dem einsetzenden Zweiten Weltkrieg auf. Als einer der ersten erkannte [[Popke Fegter|Direktor Fegter]] die Zeichen der Zeit, wenngleich er 1933 noch mit Stolz (und zu Recht) behauptete, dass die Fehngesellschaft der größte Arbeitgeber auf dem Lande sei.
Der Torftransport über den Fehnkanal kam erst Ende der 1930er zum Erliegen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde immer weniger Torf als Brennmaterial ersetzt, da Kohle, die über bessere Brenneigenschaften verfügte, immer leichter und günstiger verfügbar wurde. Auch gewannen Lastkraftwagen immer mehr zum Warentransport an Bedeutung. Die Norder Fehngesellschaft löste sich daraufhin mit dem einsetzenden Zweiten Weltkrieg auf. Als einer der ersten erkannte [[Popke Fegter|Direktor Fegter]] die Zeichen der Zeit, wenngleich er 1933 noch mit Stolz (und zu Recht) behauptete, dass die Fehngesellschaft der größte Arbeitgeber auf dem Lande sei.<ref>[https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/BLO/Fegter_Popke.pdf Ramm, Heinz (1997): Biographie des Popke Fegter], veröffentlicht bei der Ostfriesischen Landschaft</ref>


== Direktoren ==
== Direktoren ==
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!Anmerkung
!Anmerkung
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|1790 - ???
|1790 - 1795
|[[Folkmar Lantzius]]
|[[Folkmar Lantzius]]
|Gründungsdirektor
|Gründungsdirektor
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|1795 - 1811
|[[Jacob Willms Uven]]<ref name=":0" />
|zuvor Sprecher (Wortführer) der Gesellschaft
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|1811 - 1820
|[[Folkmar Lantzius]]
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|1820 - ???
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|??? - ???
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|??? - ???
|[[Laurenz van Hülst]]
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|1881 - 1914
|1881 - 1914
|[[Sicco Theodor van Hülst]]
|[[Sicco Theodor van Hülst]]<ref name=":0" />
|war zuvor mehrere stellv. Direktor
|war zuvor mehrere stellvertretender Direktor
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|1914 - 1915
|unbekannt
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|1915 - 1939
|1915 - 1939
|[[Popke Fegter]]
|[[Popke Fegter]]<ref>Ramm, Heinz (1989): Popke Fegter (1874–1946). Sein Leben und sein Wirken im Norderland, Norden</ref>
|letzter Direktor
|letzter Direktor
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== Einzelnachweise ==
<references />


== Quellenverzeichnis ==
== Quellenverzeichnis ==
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* [https://flurnamen-ostfriesland.de/flurnamenkarte Historische Flurnamensammlung] der Ostfriesischen Landschaft
* [https://flurnamen-ostfriesland.de/flurnamenkarte Historische Flurnamensammlung] der Ostfriesischen Landschaft
* [https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/HOO/HOO_Berumerfehn.pdf Beschreibung von Berumerfehn] in der historischen Ortsdatenbank der Ostfriesischen Landschaft
* [https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/HOO/HOO_Berumerfehn.pdf Beschreibung von Berumerfehn] in der historischen Ortsdatenbank der Ostfriesischen Landschaft
* [https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/BLO/Fegter_Popke.pdf Personendatenbank] der Ostfriesischen Landschaft
* Preußische Grundkarte von ca. 1895 (Erste Landesaufnahme)
* Preußische Grundkarte von ca. 1895 (Erste Landesaufnahme)


[[Kategorie:Gewerbe im Stadtgebiet]]
[[Kategorie:Gewerbe im Stadtgebiet]]