Die Seite wurde neu angelegt: „'''Sicco Theodor van Hülst''' (* 2. Oktober 1847 in Emden; † 26. März 1926 in Norden) war ein bedeutender Politiker ==Leben== Der Sohn des in Emden täti…“
 
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Der Sohn des in Emden tätigen Mennonitenpredigers [[Laurenz van Hülst]] und dessen aus Norden stammender Ehefrau [[Peta van Hülst]], geb. Cremer, kam in der Seehafenstadt als eines von neun Kindern zur Welt. Nach Beendigung der Dienstzeit des Geistlichen übersiedelte die Familie nach Norden und damit in die Nähe der Eltern mütterlicherseits. Dort vermacht sein Großvater [[Sicco Doden Cremer]] der Familie eine Immobilie ([[Am Markt]] 15), die Laurenz 1855 abbricht und hier ein neues Gebäude errichtet. In diesem Bau befindet sich seit Herbst 1883 das [[Rathaus]] der Stadt Norden. In dieser ansehnlichen Stadtvilla verbrachte Sicco Theodor seine Jugendjahre. Nachdem dieser das Markthaus nach dem Tode seiner Mutter geerbt hatte, verkaufte er es 1884 für 50 000 Mark an die Stadt Norden, die das Gebäude seitdem als Rathaus nutzt.
Der Sohn des in Emden tätigen Mennonitenpredigers [[Laurenz van Hülst]] und dessen aus Norden stammender Ehefrau [[Peta van Hülst]], geb. Cremer, kam in der Seehafenstadt als eines von neun Kindern zur Welt. Nach Beendigung der Dienstzeit des Geistlichen übersiedelte die Familie nach Norden und damit in die Nähe der Eltern mütterlicherseits. Dort vermacht sein Großvater [[Sicco Doden Cremer]] der Familie eine Immobilie ([[Am Markt]] 15), die Laurenz 1855 abbricht und hier ein neues Gebäude errichtet. In diesem Bau befindet sich seit Herbst 1883 das [[Rathaus]] der Stadt Norden. In dieser ansehnlichen Stadtvilla verbrachte Sicco Theodor seine Jugendjahre. Nachdem dieser das Markthaus nach dem Tode seiner Mutter geerbt hatte, verkaufte er es 1884 für 50 000 Mark an die Stadt Norden, die das Gebäude seitdem als Rathaus nutzt.


Als junger Mann besuchte Sicco Theodor das damalige Progymnasium ([[Ulrichsgymnasium]]) in Norden und wandte sich danach der Landwirtschaft zu. Die Stationen seiner gründlichen Ausbildung auf diesem Gebiet waren ab 1865 die Ackerbauschule in Neuenburg, 1867/68 die Polytechnische Schule in Hannover und 1869/70 die Landwirtschaftliche Lehranstalt in Berlin. Es folgten Bildungsreisen durch Belgien, Holland, Dänemark und Schweden. Am 16. Mai 1871 heiratete er die Gutsbesitzertochter Indina Johanna Hermann Rieken aus [[Süder-Charlottenpolder|Kleinsüder-Charlottenpolder]]. Aus der Ehe ging 1872 der Sohn Laurens Theodor hervor, der jedoch nur zwei Tage lebte.
Als junger Mann besuchte Sicco Theodor das [[Ulrichsgymnasium]] und wandte sich danach der Landwirtschaft zu. Die Stationen seiner Ausbildung auf diesem Gebiet waren ab 1865 die Ackerbauschule in Neuenburg, 1867/68 die Polytechnische Schule in Hannover und 1869/70 die Landwirtschaftliche Lehranstalt in Berlin. Es folgten Bildungsreisen durch Belgien, Holland, Dänemark und Schweden. Am 16. Mai 1871 heiratete er die Gutsbesitzertochter Indina Johanna Hermann Rieken aus [[Süder-Charlottenpolder|Kleinsüder-Charlottenpolder]]. Aus der Ehe ging 1872 der Sohn Laurens Theodor hervor, der jedoch nur zwei Tage lebte.


Im Jahr der Eheschließung übernahm van Hülst die Bewirtschaftung des aus dem Cremerschen Besitz stammenden [[Gut Lintel|Gutes Lintel]] in der Norder Nachbargemeinde [[Sandbauerschaft]] (ab 1919 mit der Stadt vereint). Im Ersten Weltkrieg zog sich das kinderlose Paar wieder in den Stadtkern zurück. In seinen besten Mannesjahren gelangte van Hülst zu hohem Ansehen, obwohl er auch Rückschläge und Kritik hinnehmen mußte. Er war Vorsitzender des Vereins zur Veredlung der Pferde- und Viehzucht in Norden, Vorstandsmitglied des örtlichen Vereins für freiwillige Armenpflege, Vizepräsident des Landwirtschaftlichen Vereins Norden-Berum sowie Deichund Sielrichter.
Im Jahr der Eheschließung übernahm van Hülst die Bewirtschaftung des aus dem Cremerschen Besitz stammenden [[Gut Lintel|Gutes Lintel]] in der Norder Nachbargemeinde [[Sandbauerschaft]] (ab 1919 mit der Stadt vereint). Im Ersten Weltkrieg zog sich das kinderlose Paar wieder in den Stadtkern zurück. In seinen besten Jahren gelangte van Hülst zu hohem Ansehen, obwohl er auch Rückschläge und Kritik hinnehmen mußte. Er war Vorsitzender des [[Verein zur Veredlung der Pferde- und Viehzucht|Vereins zur Veredlung der Pferde- und Viehzucht]], Vorstandsmitglied des örtlichen [[Verein für freiwillige Armenpflege|Vereins für freiwillige Armenpflege]], Vizepräsident des [[Landwirtschaftlicher Verein Norden-Berum|Landwirtschaftlichen Vereins Norden-Berum]] sowie [[Deichrichter|Deich-]] und [[Sielrichter]].


Herausragend war von 1881 bis 1914 seine Position als Direktor, vorher Vizedirektor, der [[Norder Fehngesellschaft]]. Die
Herausragend war von 1881 bis 1914 seine Position als Direktor, vorher Vizedirektor, der [[Norder Fehngesellschaft]]. Zu den ersten Direktoren waren der Norder Uhrmacher [[Jacob Willms Uven]] (1735-1825), der von
ersten Direktoren waren der Norder Uhrmacher Jacob Willms Uven (1735-1825), der von
1795 bis 1811 die Gesellschaft leitete und vorher als Wortführer der Fehn-Societät  
1795 bis 1811 die Gesellschaft leitete und vorher als Wortführer der Fehn-Societät  
aufgetreten war, sowie sein Nachfolger, der Norder Kaufmann und Ziegler Folkmar Friedrich
aufgetreten war, sowie sein Nachfolger, der Norder Kaufmann und Ziegler Folkmar Friedrich
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Abgeordnetenhaus.
Abgeordnetenhaus.


==Quellenverzeichnis==
== Quellenverzeichnis==
<references />
*[https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/BLO/Huelst.pdf Haddinga, Johann (2007): Biographie des Sicco Theodor van Hülst], veröffentlicht bei der Ostfriesischen Landschaft


==Siehe auch==
==Siehe auch==