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==Stadt Norden==
==Stadt Norden==
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'''Norden''' ist die nordwestlichste Stadt auf dem deutschen Festland. Sie hat 25.614 Einwohner (Stand: 31.12.2020), die sich auf einer Fläche von rund 13,38 km² verteilen. Gemessen an der Einwohnerzahl ist sie nach Emden, Aurich und Leer die viertgrößte Stadt Ostfrieslands und kann auf eine hochinteressante, wechselhafte Geschichte zurückbringen. Erstmals urkundlich erwähnt wird die Stadt im [[Norder Vertrag]] aus dem Jahre 1255. Fälschlicherweise wird dieses als das Gründungsjahr angesehen, Belege für eine wesentlich frühere Existenz der Stadt reichen weit voraus.
'''Norden''' ist die nordwestlichste Stadt auf dem deutschen Festland. Sie hat 25.614 Einwohner (Stand: 31.12.2020), die sich auf einer Fläche von rund 13,38 km² verteilen. Gemessen an der Einwohnerzahl ist sie nach Emden, Aurich und Leer die viertgrößte Stadt Ostfrieslands und kann auf eine hochinteressante, wechselhafte Geschichte zurückbringen. Erstmals urkundlich erwähnt wird die Stadt im [[Norder Vertrag]] aus dem Jahre 1255. Fälschlicherweise wird dieses als das Gründungsjahr angesehen, Belege für eine wesentlich frühere Existenz der Stadt reichen weit voraus.
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Seit dem 1. November 2016 ist [[Heiko Schmelzle]] ([[CDU]]) hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt Norden. Er löste Barbara Schlag ab, die seit der Kommunalwahl 1998 ehrenamtliche und seit 2001 hauptamtliche Bürgermeisterin war und als erste Frau in der Norder Stadtgeschichte dieses Amt wahrnahm
Seit dem 1. November 2016 ist [[Heiko Schmelzle]] ([[CDU]]) hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt Norden. Er löste Barbara Schlag ab, die seit der Kommunalwahl 1998 ehrenamtliche und seit 2001 hauptamtliche Bürgermeisterin war und als erste Frau in der Norder Stadtgeschichte dieses Amt wahrnahm


==Bildung==
==Bildung und Medien==


* siehe auch: [[Liste der Schulen im Stadtgebiet]]
* siehe auch: [[Liste der Schulen im Stadtgebiet]]
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Schulträger aller Schulen - mit Ausnahme des Ulrichsgymnasiums und der Conerus-Schule, deren Träger der Landkreis Aurich ist - ist die Stadt Norden selbst. Die lehrende Beamtenschaft besteht indes wie überall aus Landesbeamten bzw. -angestellten.
Schulträger aller Schulen - mit Ausnahme des Ulrichsgymnasiums und der Conerus-Schule, deren Träger der Landkreis Aurich ist - ist die Stadt Norden selbst. Die lehrende Beamtenschaft besteht indes wie überall aus Landesbeamten bzw. -angestellten.
Die führende Tageszeitung im [[Landkreis Norden|Altkreis Norden]] ist der [[Ostfriesischer Kurier|Ostfriesische Kurier]], herausgegeben vom [[Soltau Kurier Norden]] (SKN). Daneben besteht in Norden eine Außenstelle der Bezirksredaktion Emden/Norden der Ostfriesen-Zeitung. Im Verlag SKN erscheint außerdem monatlich das Ostfriesland Magazin. Die Redaktion befindet sich in Norden. Der Verlag gibt auch Regionalliteratur und Telefonbücher heraus.
Die Deutsche Telekom ist in Norden mit einer international hochbedeutsamen [[Seekabelendstelle]] vertreten, von der aus Unterseekabel in alle Welt führenn. Sie ist ein wichtiges interkontinentales Kommunikationsrelais für Telefon und Internet in Deutschland und wird von US-Sicherheitsbehörden als wichtig für die nationale Sicherheit der USA erachtet. Aufgrund seiner Referenztechnik ist das "Competence Center Submarine Cables Norden" (CCSC) gleichzeitig Technologieführer, Beratungsstelle und Einsatzgruppe im glasfaserbasierten Backbone der Deutschen Telekom.
In Utlandshörn im Ortsteil Westermarsch II war bis 1998 die Küstenfunkstelle [[Norddeich Radio]] beheimatet. Der seit Oktober 2015 als Flüchtlingsunterkunft und davor als Callcenter der Telekom genutzte Komplex sollte kurzzeitig für touristische Zwecke (Fußballgolf u. ä.) genutzt werden. Diese Pläne wurden jedoch wieder verworfen.
Seit dem 30. April 2014 sendet [[Radio Nordseewelle]] als kommerzieller Lokalrundfunksender für Ostfriesland sein Programm aus einem Studio an der Ostseite des [[Marktplatz|Marktplatzes]]. Der Sender ist auf der UKW-Frequenz 88,2 MHz zu empfangen.


==Religion==
==Religion==
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Von zunehmder Wichtigkeit sind die sozialen Berufe. Es gibt eine Vielzahl an Betreuungseinrichtunge, die sich überwiegend in privater, teilweise in öffentlicher Hand befinden. Die größte Betreuungseinrichtung ist das [[Johann-Christian-Reil-Haus]].
Von zunehmder Wichtigkeit sind die sozialen Berufe. Es gibt eine Vielzahl an Betreuungseinrichtunge, die sich überwiegend in privater, teilweise in öffentlicher Hand befinden. Die größte Betreuungseinrichtung ist das [[Johann-Christian-Reil-Haus]].


=== Verkehr ===
=== Straßenverkehr ===
Das Straßennetz ist dicht verzweigt, naturgemäß dominieren [[Gemeindestraße|Gemeindestraßen]], deren Träger die Stadt selbst ist. Bedeutendste Anbindung an den überregionalen Straßenverkehr ist die [[Bundesstraße]] 72. Sie beginnt in Schneiderkrug im Landkreis Cloppenburg und endet am Fähranleger in [[Norddeich]]. Durch sie wird die Stadt Norden mit dem nächsten Verkehrsknotenpunkt in Georgsheil verbunden, wo sie auf die B 210 trifft. Diese wiederum führt nach Emden, von wo aus der Anschluss an die A 31 besteht. Die Entfernung zwischen Norden und der Anschlussstelle Emden-Mitte der A 31 beträgt etwa 25 Kilometer. Die Bundesstraße verlief über Jahrzehnte durch die Norder Innenstadt (Norddeicher Straße, Burggraben, Bahnhofstraße), was besonders in den Sommermonaten durch den Reiseverkehr von und nach Norddeich Mole für erhebliche Verkehrsbelastung sorgte. Seit Juli 2009 verläuft die B 72 vom südlichen Stadtrand Nordens bis zum Fähranleger in Norddeich über eine neue östlich der Stadt angelegte anbaufreie Umgehungsroute. So konnten im Innenstadtbereich verkehrsberuhigende Maßnahmen, wie der Bau von Kreisverkehren oder die "Abschaffung" des Burggrabens als Einbahnstraße, umgesetzt werden. Eine früher geplante Verlängerung der A 31 aus dem Raum Emden/Riepe bis Norddeich wurde dagegen nicht gebaut.
Das Straßennetz ist dicht verzweigt, naturgemäß dominieren [[Gemeindestraße|Gemeindestraßen]], deren Träger die Stadt selbst ist. Bedeutendste Anbindung an den überregionalen Straßenverkehr ist die [[Bundesstraße]] 72. Sie beginnt in Schneiderkrug im Landkreis Cloppenburg und endet am Fähranleger in [[Norddeich]]. Durch sie wird die Stadt Norden mit dem nächsten Verkehrsknotenpunkt in Georgsheil verbunden, wo sie auf die B 210 trifft. Diese wiederum führt nach Emden, von wo aus der Anschluss an die A 31 besteht. Die Bundesstraße verlief über Jahrzehnte unmittelbar durch die Norder Innenstadt (Norddeicher Straße, Burggraben, Bahnhofstraße), was besonders in den Sommermonaten durch den Reiseverkehr von und nach Norddeich Mole für eine erhebliche Verkehrsbelastung sorgte. Seit Juli 2009 verläuft die B 72 vom südlichen Stadtrand Nordens bis zum Fähranleger in Norddeich über eine neue östlich der Stadt angelegte [[Umgehungsstraße]]. So konnten im Innenstadtbereich verkehrsberuhigende Maßnahmen, wie der Bau von Kreisverkehren oder die Abschaffung des Burggrabens als Einbahnstraße, umgesetzt werden. Eine früher geplante Verlängerung der A 31 aus dem Raum Emden/Riepe bis Norddeich wurde dagegen nicht gebaut, obgleich die Forderungen hiernach nicht verhallt sind.


Von vier Landesstraßen führen von Norden aus jeweils zwei in südliche und östliche Richtung. Die L 4 beginnt an der B 72 im Ortsteil Süderneuland und führt über Eilsum nach Pewsum in der südlichen Nachbargemeinde Krummhörn. Die L 27 beginnt am südlichen Ortseingang Norddeichs und führt am Norder Markt vorbei über Westermarsch und Neuwesteel südlich nach Greetsiel. Am gleichen Punkt beginnt auch die L 5 und führt in östlicher Richtung die B 72 kreuzend über Ostermarsch, Neßmersiel, Dornumersiel und Bensersiel nach Neuharlingersiel, fast immer in unmittelbarer Sichtweite des Seedeichs. Die L 6 beginnt an einem Kreisverkehr der B 72 auf der Grenze zu Lütetsburg und verbindet die Stadt weiter mit Hage, Westerholt, Esens, Neuharlingersiel und Carolinensiel, wo sie endet. Wegen ihrer innerörtlich extrem verkehrsberuhigten Straßenführung durch Hage wird der Durchgangsverkehr über eine anbaufreie Umgehung geführt.
Von vier Landesstraßen führen von Norden aus jeweils zwei in südliche und östliche Richtung. Die L 4 beginnt an der B 72 in [[Süderneuland I]] und führt bis nach Pewsum. Die L 27 beginnt am südlichen Ortseingang Norddeichs und führt am [[Marktplatz]] vorbei über [[Westermarsch II]], [[Westermarsch I]] und über [[Neuwesteel]] und [[Leybuchtpolder]] bis nach Greetsiel. Am gleichen Punkt beginnt auch die L 5 und führt in östlicher Richtung die B 72 kreuzend über [[Ostermarsch]], Neßmersiel, Dornumersiel und Bensersiel nach Neuharlingersiel, fast immer in unmittelbarer Sichtweite des Seedeichs. Die L 6 beginnt an einem Kreisverkehr der B 72 auf der Grenze zu Lütetsburg und verbindet die Stadt weiter mit Hage, Westerholt, Esens, Neuharlingersiel und Carolinensiel, wo sie endet.


Der öffentliche Nahverkehr wird durch Busse des Verkehrsverbunds Ems-Jade sichergestellt, welche fast alle den zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) am Bahnhof Norden anfahren. Eine Hauptlinie verkehrt als Erschließungsbus der kompakten Innenstadt zum Fähranleger in Norddeich, weitere nach Greetsiel und Pewsum in der südlichen Nachbargemeinde Krummhörn sowie nach Esens und Carolinensiel. Die meistfrequentierte Hauptlinie führt nach Georgsheil mit der Möglichkeit zur Weiterfahrt nach Aurich oder Emden. Ferner fungieren einige Nebenlinien im Wesentlichen nur als Schulbusse.
Der öffentliche Nahverkehr wird durch Busse des Verkehrsverbunds Ems-Jade sichergestellt, welche fast alle den [[Zentraler Omnibusbahnhof|Zentralen Omnibusbahnhof]] (ZOB) am Bahnhof Norden anfahren. Eine Hauptlinie verkehrt als Erschließungsbus der kompakten Innenstadt zum Fähranleger in Norddeich, weitere nach Greetsiel und Pewsum in der südlichen Nachbargemeinde Krummhörn sowie nach Esens und Carolinensiel. Die meistfrequentierte Hauptlinie führt nach Georgsheil mit der Möglichkeit zur Weiterfahrt nach Aurich oder Emden. Einige Nebenlinien dienen praktisch ausschließlich dem Schulverkehr.
 
=== Schienenverkehr ===
Ein bedeutendes Ereignis war der Anschluss an das nationale Eisenbahnnetz im Jahre 1883. Die Strecke wurde 1892 bis zum Norddeicher Fähranleger, genannt Norddeich Mole, weitergeführt. Dadurch gewann die Stadt für den Durchgangsverkehr von Touristen nach Norderney und anderen Ostfriesischen Inseln an Bedeutung. Heute ist die Norder Schienanbindung Teil der [[Bahnstrecke Rheine-Norddeich Mole]].
 
Bis in die 1950er Jahre hinein war Norden Standort eines Bahnbetriebswerkes, zu dem ein vierständiger Ringlokschuppen gehörte, der noch existiert und unter anderem als Eisenbahnmuseum vom Verein [[Museumseisenbahn Küstenbahn Ostfriesland]] genutzt wird. Der Verein betreibt auch die historische Strecke der [[Küstenbahn]] weiter. Ein zum Bahnbetriebswerk gehörender Wasserturm wurde 1984 gesprengt. Das Gebäude der Güterabfertigung wurde im Zuge der Errichtung der neuen Bahnstation Anfang der 2000er Jahre wie das ehemalige Empfangsgebäude - bis auf einige technische Anlagen - abgerissen.
 
Nach der Schließung des [[Bahnhof Nadörst|Bahnhofs Nadörst]] und des [[Bahnhof Norden-Stadt|Bahnhofs Norden-Stadt]] existieren noch drei Fernverkehrsbahnhöfe: Den [[Bahnhof Norden]], der eigentlich in [[Süderneuland I]] liegt, der [[Bahnhof Norddeich]] und der [[Bahnhof Norddeich-Mole]]. Der Niedergang des Eisenbahnknotenpunktes Norden erreichte nach Schließung des Bahnbetriebswerks und der Einstellung des Personenverkehrs zwischen Norden und Esens auf der Ostfriesischen Küstenbahn am 28. Mai 1983 seinen vorläufigen Höhepunkt: War der Bahnhof Norden bis dahin noch Ausgangspunkt für Züge, die die Küstenbahn über Esens in Richtung Sande befuhren, so wurde er danach zu einer reinen Durchgangsstation zwischen Emden und Norddeich. Das Teilstück zwischen Dornum und Esens wurde abgebaut und als Radweg genutzt. Der Personenverkehr zwischen Norden und Esens wird jetzt ausschließlich von Omnibussen bedient. Bis 1989 wurde die Strecke Norden–Dornum vereinzelt noch von Güterzügen befahren, anschließend wurde die Strecke an die Anliegergemeinden verkauft.
 
Unter dem Projektnamen "Zukunftsbahnhof" wurde im Rahmen einer grundlegenden städtebaulichen Erneuerung des südlichen Stadtrandes Mitte der 2000er Jahre auf dem in Richtung Innenstadt gelegenen Gelände der ehemaligen Norder Güterabfertigung mit dem Bau einer modernen Eisenbahnstation und eines vorgelagerten zentralen Omnibusbahnhofs begonnen. In diesem Zusammenhang wurde ein neues Empfangsgebäude errichtet. Das baufällige, weiter südlich gelegene alte Empfangsgebäude wurde zwar mit der Einweihung der neuen Bahnhofsanlagen aufgegeben, blieb jedoch noch mehrere Jahre erhalten, da sich hier noch wichtige bahntechnische Einrichtungen befanden. Nach jahrelangem Leerstand ohne Nutzung war es allmählich zu einer unansehnlichen Ruine verkommen, wurde schließlich abgerissen und durch den Neubau eines Tiermarktbedarfs ersetzt. Ein sich ebenfalls im südlichen Bereich des Norder Bahnhofs befindliches Stellwerksgebäude wurde an einen privaten Käufer veräußert und wird seit 2018 renoviert.
 
=== Luftverkehr ===
Der 1968 am [[Westerlooger Strohweg]] erbaute [[Flugplatz]] ist ein Sonderlandeplatz und befindet sich etwa vier Kilometer nördlich des Stadtzentrums. Von dort fliegt die [[Frisia Luftverkehr GmbH]] planmäßig Norderney und Juist sowie teilweise Baltrum an. Weiterhin werden Sonder- und Rundflüge angeboten.


==Erwähnenswerte Bauwerke==
==Erwähnenswerte Bauwerke==
In Norden stehen eine Vielzahl von Gebäuden von unschätzbarem historischen Wert. Einige von ihnen sind im Zuge der [[Altstadtsanierung]] im Jahr 1968 abgebrochen worden und dafür für immer verloren. Viele bedeutsame Gebäude wurden hingegen erhalten und aufwendig restauriert, so etwa der [[Engenahof]] ([[Am Markt]] 10), das [[Vossenhus]] und das [[Bürgerhaus]].
Besonders erwähnenswert sind folgende Bauwerke: [[ToDo]]


==Einzelnachweise==
==Einzelnachweise==