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26506 Norden
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Die '''Grundschule Süderneuland''' ist eine ehemalige ein- bzw. mehrklassige Volksschule (1913 - 1975) und seitdem eine mehrklassige Grundschule an der [[Wurzeldeicher Straße]] 25 in [[Süderneuland I]]. Sie ist zuständig für den südlichen Einzugsbereich von Norden.
Die '''Grundschule Süderneuland''' ist eine mehrklassige Grundschule an der [[Wurzeldeicher Straße]] 25 in [[Süderneuland I]]. Sie ist zuständig für den südlichen Einzugsbereich von Norden.
__TOC__
==Geschichte==
*siehe auch: [[Süderneuland I#Geschichte|Geschichte von Süderneuland I]]
 
Die Chronik der heutigen Grundschule spiegelt die Entwicklung des [[Süderneuland|Süderneulands]] wieder. Nach der Eindeichung ab dem 16. Jahrhundert waren über Jahrhunderte nur die südlichen Bereich, wie der [[Wurzeldeich]], der [[Kartoffeldeich]] oder die Einzelgehöfte (z.B. das [[Addinggaster Grashaus]]). Die Besiedlung des nördlichsten Teils der Gemeinde erfolgte erst nach Fertigstellung der [[Bahnstrecke Rheine-Norddeich Mole|Bahnstrecke]] gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Bis dahin gab es auch die [[Bahnhofstraße]] noch nicht. Vielmehr diente der [[Alter Postweg|Alte Postweg]] als wichtigste Verbindungsstraße nach Norden. Die Besiedlung der nördlicheren Gebiete erfolgte erst im eingehenden 20. Jahrhundert, vor allem ab Ende des Ersten Weltkriegs und konzentrierte sich zunächst auf den Bereich des [[Siedlungsweg|Siedlungswegs]].
 
Grundlage zur Gründung einer Schule in Süderneuland war letztlich aber nicht die zunehmende Besiedlung, sondern das sogenannte "Volksschulunterhaltungsgesetz" aus dem Jahr 1908, das die Städte und Gemeinde verpflichtete, Volksschulen zu errichten und zu unterhalten. Im September 1913 wurde die einklassige Volksschule an ihrem bis heute erhaltenen Standort fertiggestellt, bis dahin besuchten die Schulkinder die Schule im Osteeler Neuland.


==Geschichte==
Dank Unterlagen des von dem an der Schule seit Anbeginn und über 35 Jahre lang als Lehrer tätigen [[Gerhard Jütting]] und seiner Nachfolger lässt sich die Entwicklung der Schule von Anfang an vergleichsweise gut nachvollziehen. So schreibt Jütting, dass die Mädchen im Jahr 1914 gekaufte Wolle zu Strümpfen, Knie-, Kopf- und Pulswärmern verarbeitet haben. Die Jungen sammelten Metall, Gummi und Spinnstoffe, die sie verkauften. Aus diesem Erlös kaufte die Schule Zigarren, Schokolade und weitere Annehmlichkeiten. Aus den Sachen stellten sie Pakete zusammen, das die Schule den deutschen Soldaten zu Weihnachten 1914 zukommen ließ, die aufgrund des Krieges fernab ihrer Heimat waren.
 
Durch den fortschreitenden Ersten Weltkrieg wurde auch die Lage in der Landwirtschaft schwieriger. Dringend benötigte Arbeitskräfte waren für den Kriegsdienst eingezogen worden, sodass die Schule gezwungen war, in den Jahren 1917 und 1918 zahlreiche Schüler für den Erntedienst auf den heimischen Höfen zu beurlauben. Bereits 1916 war dies in Einzelfällen notwendig geworden. Auch der Lehrer wurde zur Revision der Ernteerträge in Großheide und Berumerfehn herangezogen. Später musste er auch den Viehbestand überwachen, sodass der Unterricht beispielsweise am 15. Oktober 1917 ausfallen musste.
 
Nachdem 1923 bis 1925 französische und belgische Truppen das Ruhrgebiet besetzten und viele Deutsche dort ausgewiesen wurden, kamen einige von ihnen nach Ostfriesland. Die Schule erhielt dafür vorübergehend sieben neue Schüler. 1927 erfolgte der Anbau eines zweiten Klassenraumes und die Einstellung einer zweiten und dritten Lehrkraft.
 
Auch im Zweiten Weltkrieg kam es wieder zu Ernteeinsätzen von Schülern. So mussten in der Zeit zwischen dem 3. und 12. Juli 1914 mehrere Schüler zur Erbsenernte beurlaubt werden. Wegen Kohlemangels musste die Schule zudem im Winter 1940/1941 schließen. Wegen der ständigen Gefahr alliierter Luftangriffe musste der Unterricht ab 1942 mehrfach ausfallen. Nördlich der Schule wurde ein [[Liste der Bunker|Luftschutzbunker]] errichtet.
 
Nach Kriegsende schloss die britische Militärregierung zunächst alle Schulen im Stadtgebiet. Erst am 20. August 1945 wurde der Unterricht wieder aufgenommen, doch fehlte es an - vor allem politisch unbelasteten - Unterrichtsmaterialien. Daher wurden oftmals Rundfunkübertragungen gehört, bis im Herbst 1945 die ersten Bücher erschienen. Von einem geordneten Unterricht war man indes noch weit entfernt, denn in einem Klassenraum wurden noch Kriegsflüchtlinge untergebracht.
 
Durch den Zuzug von Vertriebenen und Flüchtlingen aus den (ehemaligen) deutschen Ostgebieten wuchs nicht nur die Gesamteinwohnerzahl beträchtlich, sondern naturgemäß auch die Schülerzahlen. Ihren Höhepunkt erreichten sie 1946 mit 196 Schülern. Vier Jahre später waren es noch 166 und 1956 noch 126. Dies ist darauf zurückzuführen, dass ein Teil der in der Gemeinde untergebrachten Flüchtlinge im Zuge des einsetzenden Wirtschaftswundern und auf der Suche nach Arbeitsplätzen in andere Gebiete, vor allem das Ruhrgebiet, abwanderten. Zudem kamen insbesondere in der unmittelbaren Nachkriegszeit mehrere ausgebombte Emder Familien, die nach und nach wieder zurückzogen.
 
1954 wurde ein weiterer Klassenraum (8 x 8,5 m) mit Gruppenraum und zusätzlichem Lehrerzimmer errichtet. 1960 folgten zwei weitere Klassenräume mit je einem Gruppenraum. Ab August 1962 konnte die Schule neun Klassen vorweisen. 1963 stieg die Schülerzahl durch die Schließung der [[Nadörster Schule]] beträchtlich auf 402, die bis dahin den Schülern aus [[Süderneuland II]] als Volksschule diente.
 
1971 bis 1972 folgten vier weitere Klassenräume und zwei Gruppenräume. Die bis dahin direkt an der Süderneulander Schule unterrichteten Förderschule wurden in diesem Jahr an das [[Schulzentrum Wildbahn]] umgeschult. Am 9. September 1971 muss die Schule im Rahmen der Neuordnung der Schulen 45 Oberstufenschüler aus der [[Grundschule Leybucht|Schule Leybucht]] und 14 Schulanfänger aus [[Tidofeld]] aufnehmen. 1973 bis 1974 wird die [[Sporthalle Süderneuland|Sporthalle]] errichtet.
 
Seit dem 1. April 1975 wird aus der bisherigen Volksschule schließlich eine Grundschule. Der Unterricht für die Oberstufen aus dem Volksschulsystem erfolgt nun im [[Schulzentrum Wildbahn]] (Haupt- und Förderschule) und im [[Schulzentrum Ekel]] (Realschule). Der gymnasiuale Unterricht erfolgt unverändert am [[Ulrichsgymnasium]].
 
==Schuldirektoren==
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{| class="wikitable"
|+
!Zeitraum
!Vollständiger Name
|-
|1. September 1913 - 30. September 1948
|[[Gerhard Jütting]]
|-
|1. Oktober 1948 - 2. November 1948
|vakant
|-
|3. November 1948 - 31. Dezember 1957
|[[Benno Müller]]
|-
|1. Januar 1958 - 31. Dezember 1959
|[[Hinrich Hinrichs]]
|-
|1. Januar 1960 - 31. August 1964
|[[Hans-Renko Reck]]
|-
|1. September 1964 - 15. Juni 1977
|[[Hinrich Hinrichs]]
|-
|16. Juni 1977 - 8. September 1977
|vakant
|-
|9. September 1977 - 19. August 1981
|[[Helmut Labs]]
|-
|20. August 1981 - 18. Juli 1989
|[[Hans-Renko Reck]]
|-
|19. Juli 1989 - 31. Juli 1989
|vakant
|-
|1. August 1989 - heute
|[[Martin Albers]]
|-
|}
|}


==Schülerzahlen==
{| class="wikitable"
|+
!Schuljahr
!Anzahl
|-
|1913
|46
|-
|1914
|57
|-
|1930
|150
|-
|1938
|127
|-
|1944
|142
|-
|1945
|168
|-
|1946
|196
|-
|1950
|166
|-
|1956
|126
|-
|1963
|402
|-
|um 1990
|208
|-
|2005
|183
|}


==Literatur==
==Literatur==