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Die '''Wirtschaftsbetriebe der Stadt Norden GmbH''' ist ein kommunales Dienstleistungsunternehmen, deren Eigentümer bzw. einziger Gesellschafter die Stadt Norden ist. Zu den Unternehmensleistungen gehören als Grundversorger die Versorgung mit Strom, Erdgas, Fernwärme und Trinkwasser. Die Wirtschaftsbetriebe betreiben zudem die Bäder der Stadt Norden und sind verantwortlich für den Tourismus.
Die '''Wirtschaftsbetriebe der Stadt Norden GmbH''' ist ein kommunales Dienstleistungsunternehmen, deren Eigentümer bzw. einziger Gesellschafter die Stadt Norden ist. Zu den Unternehmensleistungen gehören als Grundversorger die Versorgung mit Strom, Erdgas, Fernwärme und Trinkwasser. Mehrere Jahre wurde auch Fernwärme geliefert. Die Wirtschaftsbetriebe betreiben zudem die Bäder der Stadt Norden und sind verantwortlich für den Tourismus.


==Geschichte==
==Geschichte==
Die Stadtwerke wurden ursprünglich von der Stadtverwaltung geführt. Der Dienstsitz befand sich im Rathaus. Im Jahr 1966 wandelte die Stadt das durch die Fertigstellung des [[Kreiskrankenhaus Norden|Kreiskrankenhauses]] überflüssig gewordene [[Krankenhaus Norden|Städtische Krankenhaus]] als neuen Dienstsitz für die Stadtwerke um.
Die Stadtwerke wurden ursprünglich unmittelbar von der Stadtverwaltung geführt, der Dienstsitz befand sich im Rathaus. Im Jahr 1966 wandelte die Stadt das durch die Fertigstellung des [[Kreiskrankenhaus Norden|Kreiskrankenhauses]] überflüssig gewordene [[Krankenhaus Norden|Städtische Krankenhaus]] als neuen Dienstsitz für die Stadtwerke um.


Am 19. Dezember 1972 wurde die Kurbetriebs GmbH als Nachfolger des vorherigen Zweckverbandes gegründet. Am 15. Mai 1973 wurde der bestehende Eigenbetrieb Versorgung in die "Stadtwerke Norden GmbH" umgewandelt. Gleichzeitig wurden die "Wirtschaftsbetriebe der Stadt Norden GmbH" gegründet, auf die die Anteile der beiden GmbHs übertragen wurde und die als Holding fungierte. Die Gesellschaft wuchs 1976 durch die Erweiterung des Konzessionsgebietes für Wasser in Hage und 1983 durch eine Erweiterung des Konzessionsgebietes für Strom. Im Jahre 1984 erfolgte der Umbau und die Erweiterung des Verwaltungsgebäudes an der Feldstraße.
Am 19. Dezember 1972 wurde die "Kurbetriebs GmbH" als Nachfolger des vorherigen Zweckverbandes gegründet. Am 15. Mai 1973 wurde der bestehende Eigenbetrieb Versorgung in die "Stadtwerke Norden GmbH" umgewandelt. Gleichzeitig wurden die "Wirtschaftsbetriebe der Stadt Norden GmbH" gegründet, auf die die Anteile der beiden GmbHs übertragen wurde und die als Holding fungierte. Die Gesellschaft wuchs 1976 durch die Erweiterung des Konzessionsgebietes für Wasser in Hage und 1983 durch eine Erweiterung des Konzessionsgebietes für Strom. Im Jahre 1984 erfolgte der Umbau und die Erweiterung des Verwaltungsgebäudes an der [[Feldstraße]].


Im Jahr 2004 erfolgte eine Reorganisation. Die "Kurbetriebs GmbH" und die "Wirtschaftsbetriebe der Stadt Norden GmbH" wurden in die "Stadtwerke Norden GmbH" fusioniert. Die "Stadtwerke Norden GmbH" firmierte wiederum um und erhielt den neuen Namen "Wirtschaftsbetriebe der Stadt Norden GmbH". Die Stadtwerke Norden treten seitdem jedoch weiterhin als Dienstleistungsmarke mit eigener Website auf.
Im Jahr 2004 erfolgte eine Reorganisation. Die "Kurbetriebs GmbH" und die "Wirtschaftsbetriebe der Stadt Norden GmbH" wurden in die "Stadtwerke Norden GmbH" fusioniert. Die "Stadtwerke Norden GmbH" firmierte wiederum um und erhielt den neuen Namen "Wirtschaftsbetriebe der Stadt Norden GmbH". Die Stadtwerke treten seitdem jedoch weiterhin als Dienstleistungsmarke mit eigener Website auf.
 
==Gasversorgung==
1896 wird das [[Gaswerk]] (auch "Gasanstalt" genannt) errichtet, das zunächst jedoch nur die Straßenbeleuchtung mit Stadtgas versorgte. Da die Nachfrage nach einer Gasversorgung für den privaten Haushalt immer weiter stieg, wurden das Gasnetz 1907 erweitert. Erst im Jahr 1967 begann die Erdgsversorgung in der Stadt. An das ehemalige Gaswerk erinnert heute nur noch die danach benannte [[Gaswerkstraße]].<ref name=":0">[https://www.stadtwerke-norden.de/ihre-stadtwerke/ueber-uns/stadtwerke-als-modell.html#:~:text=1896%3A%20Die%20Norder%20Stra%C3%9Fenbeleuchtung%20wird,aus%20dem%20eigenen%20Gaswerk%20betrieben.&text=1967%3A%20Erdgasversorgung%20wird%20in%20Norden,Stadtwerke%20nun%20f%C3%BCr%20dessen%20Neubau. Geschichte der Stadtwerke Norden], abgerufen am 14. April 2021</ref>
 
2001 wird die Erdgastankstelle an der Landstraße in Lütetsburg errichtet, die sich unmittelbar an der Stadtgrenze zu Norden in [[Bargebur]], an der Schnittstelle zur [[Heerstraße]] befindet.


==Stromversorgung==
==Stromversorgung==
Noch vor der Versorgung mit Wasser und Gas wurde die Stadt elektrifiziert. Am 10. März 1914, gerade mal vier Monate vor Beginn des Ersten Weltkriegs, erhielt Norden den Anschluss an das Stromnetz. In einem Vertrag zwischen der Stadt Norden mit der Überlandzentrale Wiesmoor sicherte sich die Stadt Norden die Versorgung. Am 5. Juni 1914 erging ein entsprechender Auftrag an die AEG Berlin zum Bau eines Verteilernetzes in Norden. Zum 1. Oktober 1915 wurden durch die Stadt auch die Übergabestationen im Stadtgebiet und die Umspannwerke zum Anschluss an das Avacon Netz übernommen. Am 1. Oktober 1943 erfolgte durch Übertragung der Verträge die Versorgung über die EWE.
Am 10. März 1914, gerade mal vier Monate vor Beginn des Ersten Weltkriegs, erhielt Norden den Anschluss an das Stromnetz. In einem Vertrag zwischen der Stadt Norden mit der Überlandzentrale Wiesmoor sicherte sich die Stadt Norden die Versorgung. Am 5. Juni 1914 erging ein entsprechender Auftrag an die AEG Berlin zum Bau eines Verteilernetzes in Norden. Direkt zu Beginn meldeten bereits 400 Norder Haushalte einen Anschlussbedarf an.<ref name=":0" />


Das Stromnetz wurde kontinuierlich ausgebaut. Im Jahr 1983 übernahmen die Stadtwerke die Konzession und das Stromnetz für bzw. in der [[Ostermarsch]] für 2,1 Millionen DM. Am 2. Dezember 1987 wurde der erste unter dem Namen [[Nörder Windloopers]] bekannte Windpark am [[Fledderweg]] eröffnet. Gebaut wurden fünf Windkraftanlagen zu je 55 kW für rund 1,1 Millionen DM. Der Windpark wurde Anfang 2019 nach 31 Jahren abgebaut.<ref>[https://wind-turbine.com/magazin/innovationen-aktuelles/109386/windpark-aus-nach-31-jahren.html Bericht über die Schließung des Windparks vom 21. Januar 2019], abgerufen am 13. April 2021</ref>
Zum 1. Oktober 1915 wurden durch die Stadt auch die Übergabestationen im Stadtgebiet und die Umspannwerke zum Anschluss an das Avacon Netz übernommen. Am 1. Oktober 1943 erfolgte durch Übertragung der Verträge die Versorgung über die EWE.<ref name=":0" />


==Gasversorgung==
Das Stromnetz wurde kontinuierlich ausgebaut. Im Jahr 1983 übernahmen die Stadtwerke die Konzession und das Stromnetz für bzw. in der [[Ostermarsch]] für 2,1 Millionen DM und begannen mit der Eigenproduktion von Strom. So wurde erstmals ein Blockheizkraftwerk errichtet. Mittlerweile betreiben die Stadtwerke elf Blockheizkraftwerke im gesamten Stadtgebiet, eins davon befindet sich im [[Ocean Wave]], ein weiteres in den ehemaligen Gebäuden der Firma [[Doornkaat]] an der [[Große Hinterlohne|Großen Hinterlohne]]. Am 2. Dezember 1987 wurde der erste unter dem Namen [[Nörder Windloopers]] bekannte Windpark am [[Fledderweg]] eröffnet. Gebaut wurden fünf Windkraftanlagen zu je 55 kW für rund 1,1 Millionen DM. Der Windpark wurde Anfang 2019 nach 31 Jahren abgebaut.<ref>[https://wind-turbine.com/magazin/innovationen-aktuelles/109386/windpark-aus-nach-31-jahren.html Bericht über die Schließung des Windparks vom 21. Januar 2019], abgerufen am 13. April 2021</ref> Seit 2003 existiert jedoch ein weiterer, durch die Stadtwerke betriebener Windpark am [[Marschweg]] in [[Ostermarsch]].<ref name=":1">[https://www.stadtwerke-norden.de/ihre-stadtwerke/umwelt.html Internetseite der Stadtwerke Norden (Abschnitt "Umwelt")], abgerufen am 14. April 2021</ref>
1896 wird das [[Gaswerk]] errichtet, das die Straßenbeleuchtung mit Stadtgas versorgt. Erst im Jahr 1967 begann die Erdgsversorgung in der Stadt. An das ehemalige Gaswerk erinnert heute nur noch die danach benannte [[Gaswerkstraße]].


==Wasserversorgung==
==Wasserversorgung==
Am 30. Juni 1938 erfolgte der erste Spatenstich zum Bau eines Wasserwerks in Hage mit geplanten Kosten von 600.000 RM. Am 2. August 1939 erfolgte die planmäßige Inbetriebnahme. Im Jahr 1969 musste das Wasserwerk in Hage erweitert werden, im Jahr 1975 erfolgte ein Neubau des Wasserwerks am alten Standort. Dieser war Basis für die Übernahme der Wasserversorgung in Hage. Am 29. April 1976 erfolgte die feierliche Eröffnung des neuen Wasserwerks, am 10. Mai 1976 wurde der erste Konzessionsvertrag zwischen den Stadtwerken und der Samtgemeinde Hage zur Wasserversorgung geschlossen.
Am 30. Juni 1938 erfolgte der erste Spatenstich zum Bau eines Wasserwerks in Hage mit geplanten Kosten von 600.000 RM. Am 2. August 1939 erfolgte die planmäßige Inbetriebnahme. Im Jahr 1969 musste das Wasserwerk in Hage erweitert werden, im Jahr 1975 erfolgte ein Neubau des Wasserwerks am alten Standort. Dieser war Basis für die Übernahme der Wasserversorgung in Hage. Am 29. April 1976 erfolgte die feierliche Eröffnung des neuen Wasserwerks, am 10. Mai 1976 wurde der erste Konzessionsvertrag zwischen den Stadtwerken und der Samtgemeinde Hage zur Wasserversorgung geschlossen.<ref name=":0" />
 
== Fernwärme ==
Durch die 1983 errichteten Blockheizkraftwerke wurde auch das zu den Wirtschaftsbetrieben gehörende [[Ocean Wave|Norddeicher Wellenbad]] mit Fernwärme versorgt wurde. 1988 werden weitere Fernwärmeleitungen nach [[Norddeich]] verlegt. 1995/1996 wird das Leitungsnetz erweitert und nun auch die Norder Altstadt mit Fernwärme versorgt.
 
Seit April 1999 bestand im ehemaligen Kessel- und Maschinenraum der Brennerei [[Doornkaat]] ein erstes [[Holzhackschnitzelwerk (Große Hinterlohne)|Holzhackschnitzelwerk]]. Die Stadtwerke betrieben hier zwei Holzheizkessel mit einer Gesamtleistung von 4.800 kW. Seinerzeit war es das größte derartige Kraftwerk in Niedersachsen. Das Werk ermöglichte die ökologisch sinnvolle Verbrennung und Umwandlung zu Energie von ansonsten ungenutzten Holzhackschnitzeln, einem Abfallprodukt der Holzindustrie.<ref>Stadtwerke Norden: Das Holzhackschnitzel-Heizwerk im „Doornkaat“-Gebäude (Broschüre) ([http://www.stadtwerke-norden.de/wp-content/uploads/holzheizwerk_doornkaat_7-2009.pdf Link])</ref> 2003 wurde ein weiteres [[Holzhackschnitzelwerk (Lehmweg)|Holzhackschnitzelwerk]] am [[Lehmweg]] in Betrieb genommen. Von hier aus wurde der nördliche Stadtteil mit Fernwärme versorgt.<ref name=":1" />
 
Ende Dezember 2018 stellten die Stadtwerke den Betrieb des Fernwärmenetzes ein, da sich der weitere Betrieb wirtschaftlich nicht mehr lohnte.<ref>[https://www.oz-online.de/-news/artikel/520491/Stadtwerke-Norden-stellen-Fernwaerme-ab Online-Bericht der Ostfriesen Zeitung vom 4. Januar 2019], abgerufen am 14. April 2021</ref>


==Tourismus==
== Tourismus ==
Die zarten Anfänge des Fremdenverkehrs in Norden sind zu Beginn des 19. Jahrhunderts zu suchen. 1813 bot ein R. W. Seeberg in bzw. am [[Norddeich]] (damals noch ein winziger Ortsteil der Gemeinde [[Lintelermarsch]]) kalte und warme Getränke an. 1905 gründete eine Gruppe von Bürgern den [[Kurverein Norden-Norddeich|Kurverein Norden-Norddeich e.V.]]. 1962 erfolgte die Umwandlung in einen Zweckverband, sodass die Stadt Norden und die Gemeinde Lintelermarsch fortan die Aufgaben des Vereins gemeinsam übernahmen.
Die zarten Anfänge des Fremdenverkehrs in Norden sind zu Beginn des 19. Jahrhunderts zu suchen. 1813 bot ein R. W. Seeberg in bzw. am [[Norddeich]] (damals noch ein winziger Ortsteil der Gemeinde [[Lintelermarsch]]) kalte und warme Getränke an. 1905 gründete eine Gruppe von Bürgern den [[Kurverein Norden-Norddeich]]. 1962 erfolgte die Umwandlung in einen Zweckverband, sodass die Stadt Norden und die Gemeinde Lintelermarsch fortan die Aufgaben des Vereins gemeinsam übernahmen.


1967 wurde die erste Strandhalle auf dem Deich durch den Zweckverband gebaut. Es erfolgte die Verpachtung an [[Paula Noormann]]. 1972 wurde aus dem Zweckverband die "Kurbetriebs GmbH". [[Hermann Poppen]] wurde erster Geschäftsführer und [[Kurdirektor]]. Der Sitz der Gesellschaft war zunächst im [[Altes Rathaus (Lintelermarsch)|alten Rathaus der Lintelermarsch]] am [[Hattermannsweg]] 3 in [[Norddeich]].
1967 wurde die erste Strandhalle auf dem Deich durch den Zweckverband gebaut. Es erfolgte die Verpachtung an [[Paula Noormann]]. 1972 wurde aus dem Zweckverband die "Kurbetriebs GmbH". [[Hermann Poppen]] wurde erster Geschäftsführer und [[Kurdirektor]]. Der Sitz der Gesellschaft war zunächst im [[Altes Rathaus (Lintelermarsch)|alten Rathaus der Lintelermarsch]] am [[Hattermannsweg]] 3 in [[Norddeich]].