Gasthaus: Unterschied zwischen den Versionen
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==Geschichte== | ==Geschichte== | ||
Bis in das späte Mittelalter hinein war es üblich, dass die Kirchen und Klöster die Armenhilfe gewährleisteten. Erst nach und nach ging diese Aufgabe auf den Staat über. Im Zuge der sich in Ostfriesland stark verbreiteten Reformation wurde das Kloster Marienthal im 16. Jahrhundert säkularisiert (verweltlicht) und letztlich aufgegeben. Das Gelände wurde dem Armenverband Norden übergeben, die bereits seit 1555 im Torfhaus des Klosters ansässig waren und dann hier das sogenannte "Gasthaus" errichteten. Der Begriff "Gasthaus" war früher ein gängiger Name für ein Armenhaus. | Bis in das späte Mittelalter hinein war es üblich, dass die Kirchen und Klöster die Armenhilfe gewährleisteten. Erst nach und nach ging diese Aufgabe auf den Staat über. Im Zuge der sich in Ostfriesland stark verbreiteten Reformation wurde das Kloster Marienthal im 16. Jahrhundert säkularisiert (verweltlicht) und letztlich aufgegeben. Das Gelände wurde dem Armenverband Norden übergeben, die bereits seit 1555 im Torfhaus des Klosters ansässig waren und dann hier das sogenannte "Gasthaus" errichteten.<ref name=":0">Schreiber, Gretje (1996): Das große Gasthaus in Norden, in: Heim und Herd, Beilage zum Ostfriesischen Kurier vom 3. Februar 1996, S. 1ff.</ref> Der Begriff "Gasthaus" war früher ein gängiger Name für ein Armenhaus. [[Anna von Oldenburg|Gräfin Anna]], zu diesem Zeitpunkt vormundschaftliche Regentin über Ostfriesland, stattete das Gasthaus mit einem Teil der durch [[Enno II. Cirksena|ihren Mann]] beschlagnahmten Klostereinkünfte aus.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 31</ref> | ||
In einem Gesuch an Gräfin | In einem Gesuch an Gräfin Anna fordert der Vorstand des Armenverbandes, (auch "Armenvorsteher" genannt) die Erlaubnis, das alte, größtenteils verfallene Brauhaus zum Armenhaus umzubauen. Die Gräfin gab dem Ansinnen statt. Auch die alte Klosterschule konnte als [[Gasthausschule]] für den Schulbetrieb weitergenutzt werden. Ab 1579 hielten die reformierten Christen hier mit Erlaubnis von Graf [[Johann II. Cirksena]], dem Bruder von [[Edzard II. Cirksena]] kurze Zeit ihren Gottesdienst ab, bis sie Ende des Jahres von Edzard vertrieben wurden, da dieser die Reformation strikt ablehnte und zudem eine tiefe Feindschaft mit Johann teilte.<ref name=":0" /> | ||
Im 18. oder 19. Jahrhundert wurde auf dem ehemaligen Klostergelände ein neues Armenhaus, das sogenannte "Wohlfahrtsheim" sowie eine neue Schule, die [[Zingelschule]], erbaut. 1966 wurde hier ein Altenwohnzentrum der [[AWO Norden|Arbeiterwohlfahrt]] eingeweiht. Das Wohlfahrtsheim wurde im Dezember 1975 ebenso wie die Zingelschule abgebrochen. An die einstige Klostergeschichte erinnert heute noch eine Statue der heiligen Maria auf dem Gelände.<ref name=":0" /> | |||
Im 18. oder 19. Jahrhundert wurde auf dem ehemaligen Klostergelände ein neues Armenhaus, das sogenannte "Wohlfahrtsheim" sowie eine neue Schule, die [[Zingelschule]], erbaut. | |||
1966 wurde hier ein Altenwohnzentrum der [[AWO Norden|Arbeiterwohlfahrt]] eingeweiht. Das Wohlfahrtsheim wurde im Dezember 1975 ebenso wie die Zingelschule abgebrochen. An die einstige Klostergeschichte erinnert heute noch eine Statue der heiligen Maria auf dem Gelände. | |||
==Besitztümer== | ==Besitztümer== | ||
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Neben landwirtschaftlichen Besitztümern war das Gasthaus auch lange Zeit Eigentümer des [[Jüdischer Friedhof|jüdischen Friedhofs]]. | Neben landwirtschaftlichen Besitztümern war das Gasthaus auch lange Zeit Eigentümer des [[Jüdischer Friedhof|jüdischen Friedhofs]]. | ||
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==Siehe auch== | ==Siehe auch== | ||