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In einem Brief an Bischof von Osnabrück beschreibt der damalige Pfarrer der Norder Gemeinde, [[Franz-Josef Strieker]] (im Amt von 1852-1861), den Zustand des Gotteshauses in der Sielstraße. Er schildert (zurecht), dass dieses äußerlich nicht als solches erkennbar und in einem baufälligen, ärmlichen und beschämenden Zustand. Aber auch die Lage in der [[Sielstraße]] dürfte ein Argument für einen Neubau an anderer Stelle gewesen sein, denn die Straße galt seit jeher als verrufen und vor allem von Leuten niederer Herkunft oder geringen sozialen Ansehens bewohnt. Sogar ein Bordell soll sich hier befunden haben. Bürger, die hohes Ansehen genossen, konnten jenes verlieren, sollten sie in der Sielstraße gesehen werden. So scheuten viele Gläubige den Weg zur dortigen Kapelle.
In einem Brief an Bischof von Osnabrück beschreibt der damalige Pfarrer der Norder Gemeinde, [[Franz-Josef Strieker]] (im Amt von 1852-1861), den Zustand des Gotteshauses in der Sielstraße. Er schildert (zurecht), dass dieses äußerlich nicht als solches erkennbar und in einem baufälligen, ärmlichen und beschämenden Zustand. Aber auch die Lage in der [[Sielstraße]] dürfte ein Argument für einen Neubau an anderer Stelle gewesen sein, denn die Straße galt seit jeher als verrufen und vor allem von Leuten niederer Herkunft oder geringen sozialen Ansehens bewohnt. Sogar ein Bordell soll sich hier befunden haben. Bürger, die hohes Ansehen genossen, konnten jenes verlieren, sollten sie in der Sielstraße gesehen werden. So scheuten viele Gläubige den Weg zur dortigen Kapelle.


In der Frage um einen neuen Standort für die Kirche wählte Strieker anhand eines Stadtplans einen Ort in der [[Westerstraße]] und einen in der [[Osterstraße|(Kleinen) Osterstraße]]. Um genügend Geld aufzubringen, verfügte der Bischof am 6. Februar 1859, dass eine "Hauskollekte" zur Finanzierung des Baus gesammelt werden soll. So zogen Helfer in den Landdrosteien (Vorläufer der späteren Regierungsbezirke) Aurich und Osnabrück von Haus zu Haus, um Geld für den geplanten Kirchbau in Norden zu sammeln. Ein unkündbares zinsloses Darlehen des Münsteraner Pelzhändlers Josef Hötte sicherte schließlich die Finanzierung. Nach Ablauf von zehn Jahren sollte die Abzahlung beginnen, sobald die Gemeinde dazu in der Lage sei. Zunächst erwarb man das Grundstück in der Westerstraße, bebaute dieses jedoch nicht, da sich durch ein bischöfliches Darlehen von 3.600 Mark nun doch die Möglichkeit ergab, das begehrenswertere Grundstück an der Osterstraße zu erwerben. Der seit 1869 amtierende Pfarrer [[Heinrich Kerstiens]] verkaufte das Kirchenland in der Westerstraße in kleinen Parzellen und konnte dadurch zusätzliche Barmittel erwirtschaften. Für 5.500 rheinische Gulden wurde das Grundstück in der Osterstraße schließlich erworben. Am 19. April 1885, dem zweiten Sonntag nach Ostern, wurde der Grundstein für den [[Ludgeruskirche|Bau der Kirche]] gelegt.
In der Frage um einen neuen Standort für die Kirche wählte Strieker anhand eines Stadtplans einen Ort in der [[Westerstraße]] und einen in der [[Osterstraße|(Kleinen) Osterstraße]]. Um genügend Geld aufzubringen, verfügte der Bischof am 6. Februar 1859, dass eine "Hauskollekte" zur Finanzierung des Baus gesammelt werden soll. So zogen Helfer in den Landdrosteien (Vorläufer der späteren Regierungsbezirke) Aurich und Osnabrück von Haus zu Haus, um Geld für den geplanten Kirchbau in Norden zu sammeln. Der gesammelte Betrag ermöglichte den Kauf des Grundstückes in der Westerstraße. Zu einer Bebauung kam es indes nicht, denn ein bischöfliches Darlehen von 3.600 Mark ermöglichte nun doch den Kauf des Grundstückes in der Osterstraße. Der seit 1869 amtierende Pfarrer [[Heinrich Kerstiens]] verkaufte das Kirchenland in der Westerstraße in kleinen Parzellen und konnte dadurch zusätzliche Barmittel erwirtschaften. Für 5.500 rheinische Gulden wurde das Grundstück in der Osterstraße schließlich erworben. Die Gemeinde errichtete ein [[Altes Pfarrhaus|Pfarrhaus]], in das die Kapelle integriert wurde. Ein unkündbares zinsloses Darlehen des Münsteraner Pelzhändlers Josef Hötte, der als außerordentlich wohltätig und gläubig beschrieben wird und vermutlich geschäftlich in Norden war, sicherte schließlich die Finanzierung für den Bau einer richtigen Kirche. Nach Ablauf von zehn Jahren sollte die Abzahlung beginnen, sobald die Gemeinde dazu in der Lage sei. Am 19. April 1885, dem zweiten Sonntag nach Ostern, wurde der Grundstein für den [[Ludgeruskirche|Bau der Kirche]] gelegt.


===1914 bis 1945===
===1914 bis 1945===