Ludgeruskirche: Unterschied zwischen den Versionen
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Am 4. Januar 1779 erlaubte Friedrich der Große den Katholiken per Dekret die freie Religionsausübung in Norden und Umgebung. Daraufhin wurde in einem Gebäudekomplex an der (historischen) Sielstraße 55/56 eine dem Erzengel Michael geweihte Kapelle nebst Pfarrhaus und Schule eingerichtet. Diese war laut Pfarrer [[Franz-Josef Strieker]], der von 1852 bis 1861 hier Dienst tat, kaum größer als zwölf mal sieben Meter und eher ein "ärmlicher Bethsaal zu nennen, in einer Weise unscheinbar und versteckt gelegen, als wenn sich die katholische Gemeinde zu verbergen hätte oder auch nur eine geduldete oder unterdrückte Sekte wäre." Zudem sei das Gotteshaus von außen nicht als solches zu erkennen.<ref name=":0" /> | Am 4. Januar 1779 erlaubte Friedrich der Große den Katholiken per Dekret die freie Religionsausübung in Norden und Umgebung. Daraufhin wurde in einem Gebäudekomplex an der (historischen) Sielstraße 55/56 eine dem Erzengel Michael geweihte Kapelle nebst Pfarrhaus und Schule eingerichtet. Diese war laut Pfarrer [[Franz-Josef Strieker]], der von 1852 bis 1861 hier Dienst tat, kaum größer als zwölf mal sieben Meter und eher ein "ärmlicher Bethsaal zu nennen, in einer Weise unscheinbar und versteckt gelegen, als wenn sich die katholische Gemeinde zu verbergen hätte oder auch nur eine geduldete oder unterdrückte Sekte wäre." Zudem sei das Gotteshaus von außen nicht als solches zu erkennen.<ref name=":0" /> | ||
Anfang 1859 zogen Helfer in zwei Großbezirken des Bistums, Aurich und Osnabrück, von Haus zu Haus, um Geld für den geplanten Kirchbau in Norden zu sammeln. Ein unkündbares zinsloses Darlehen des Münsteraner Pelzhändlers Josef Hötte | Anfang 1859 zogen Helfer in zwei Großbezirken des Bistums, Aurich und Osnabrück, von Haus zu Haus, um Geld für den geplanten Kirchbau in Norden zu sammeln. Mit dem Erlös kaufte man zunächst ein Grundstück an der Westerstraße, bebaute dies jedoch nicht, da man dank eines bischöflichen Darlehens doch das begehrtere Grundstück in der Osterstraße erwerben konnte. Das "Kirchenland" in der Westerstraße wurde gestückelt verkauft, hier wurden mehrere bis heute erhaltene Gebäude wie der [[Lentzhof]] erbaut.Ein unkündbares zinsloses Darlehen des Münsteraner Pelzhändlers Josef Hötte, der als außerordentlich wohltätig und gläubig beschrieben wird und vermutlich geschäftlich in Norden war, sicherte schließlich die Finanzierung für den Bau einer richtigen Kirche. Nach Ablauf von zehn Jahren sollte die Abzahlung beginnen, sobald die Gemeinde dazu in der Lage sei. Am 19. April 1885, dem zweiten Sonntag nach Ostern, wurde der Grundstein für den [http://heimatforschung-ostfriesland.de/norden/index.php%3Ftitle=Ludgeruskirche Bau der Kirche] gelegt.<ref>Cremer, Ufke / Haddinga, Johann (2001): Norden. Die Stadtchronik, Norden, S. 80f.</ref> Der Grundstein dafür wurde am 19. April 1885 gelegt, dem zweiten Sonntag nach Ostern. Bereits am 16. Juli konnte Richtfest gefeiert werden. Am 20. Oktober wurde die Kirche durch den Osnabrücker Bischof geweiht, geplant war eigentlich bereits der 4. Oktober. Nichtsdestotrotz wurde die Kirche damit in einem außergewöhnlich hohem Tempo fertiggestellt. Dem Wunsch des Stifters Hötte entsprechend wurde die Kirche dem heiligen Ludger gewidmet, dem bereits die evangelische [[Ludgerikirche]] gewidmet war.<ref name=":0" /> Bei der Weihe waren auch Vertreter anderer Gemeinden anwesend, so etwa [[Laurenz van Hülst]] als Vertreter der [[Mennonitengemeinde Norden|Norder Mennonitengemeinde]].<ref>Bericht des [[Ostfriesischer Kurier|Ostfriesischen Kuriers]] vom 22. Oktober 1885</ref> | ||
[[Datei:Ludgeruskirche 1973 01.JPG|mini|318x318px|Innenansicht der Kirche nach den Renovierungsarbeiten (1973).]] | [[Datei:Ludgeruskirche 1973 01.JPG|mini|318x318px|Innenansicht der Kirche nach den Renovierungsarbeiten (1973).]] | ||
Ein Jahr nach Bauvollendung begann man mit den Arbeiten an den Außenanlagen. Der alte Holzzaun entlang der Straßenfront zur Osterstraße wurde abgerissen und durch eine kleine Mauer mit aufgesetztem Eisengitter ersetzt. Von einem namentlich nicht bekannten Wohltäter wurden zwei Glocken gestiftet. Hierfür errichtete man den bis dahin noch nicht vorhandenen Glockenstuhl.<ref name=":0" /> | Ein Jahr nach Bauvollendung begann man mit den Arbeiten an den Außenanlagen. Der alte Holzzaun entlang der Straßenfront zur Osterstraße wurde abgerissen und durch eine kleine Mauer mit aufgesetztem Eisengitter ersetzt. Von einem namentlich nicht bekannten Wohltäter wurden zwei Glocken gestiftet. Hierfür errichtete man den bis dahin noch nicht vorhandenen Glockenstuhl.<ref name=":0" /> | ||