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Das 14. Jahrhundert war das wohl verheerendste Flutjahr in der überlieferten Geschichte der Westermarsch. Um 1400 hatte die Leybucht dadurch ihre größte Ausdehnung erreicht. Die Folgen der Sturmfluten waren so verheerend und weitreichend, als dass man sie in absehbarer Zeit hätte reparieren können. Doch nicht nur die Sturmfluten hatten viele Menschenleben gekostet, auch grassierte der Schwarze Tod (Beulenpest) zwischen 1350 und 1360 in der Region. Um 1400 suchte eine weitere, namentlich nicht bekannte schwere Seuche das Land heim. Dazu kam, dass der Beginn der "Kleinen Eiszeit" im 14. Jahrhundert zu deutlich schlechten Erträgen führten. Die Menschen waren nicht nur körperlich, sondern auch finanziell geschwächt.
Das 14. Jahrhundert war das wohl verheerendste Flutjahr in der überlieferten Geschichte der Westermarsch. Um 1400 hatte die Leybucht dadurch ihre größte Ausdehnung erreicht. Die Folgen der Sturmfluten waren so verheerend und weitreichend, als dass man sie in absehbarer Zeit hätte reparieren können. Doch nicht nur die Sturmfluten hatten viele Menschenleben gekostet, auch grassierte der Schwarze Tod (Beulenpest) zwischen 1350 und 1360 in der Region. Um 1400 suchte eine weitere, namentlich nicht bekannte schwere Seuche das Land heim. Dazu kam, dass der Beginn der "Kleinen Eiszeit" im 14. Jahrhundert zu deutlich schlechten Erträgen führten. Die Menschen waren nicht nur körperlich, sondern auch finanziell geschwächt.
[[Datei:Westermarscher Landstrasse 1977.jpg|links|mini|Die [[Westermarscher Straße]] vor ihrer Verbreiterung (1977).]]


===Neuzeit===
===Neuzeit===
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Ab dem 16. bis 17. Jahrhundert begannen tiefgreifende sozialstrukturelle Veränderungen. Die Zahl der kleinen und mittleren Bauernhöfe ging zurück und einige wenige Großbauern dominierten fortan die Landwirtschaft. Während es um 1600 noch 37 Höfe in Westermarsch I gab, waren es 1719 noch 30. Die durchschnittliche Größe der Ländereien eines Hofs stieg von etwa 15 auf gut 30 bis 35 Diemat. Durch gute Erträge im fruchtbaren Marschland kamen die Großbauern zu ansehnlichem Wohlstand, während der Großteil der Westermarscher in ein wirtschaftliches Abhängigkeitsverhältnis zu ihnen gerieten und in Armut fortlebten. Die [[Westerstraße]] in Norden wurde zur Einkaufsstraße der Westermarscher Großbauern. Ihren Wohlstand stellten sie gerne durch vergleichsweise prunkvolle Kutschen und eigene Logen in der [[Ludgerikirche]] zur Schau. Eines der größten Höfe der Westermarsch ist der noch heute erhaltenene Hof [[Großlanghaus]], der gut 150 Diemat Land besaß (etwa 855.000 Quadratmeter).
Ab dem 16. bis 17. Jahrhundert begannen tiefgreifende sozialstrukturelle Veränderungen. Die Zahl der kleinen und mittleren Bauernhöfe ging zurück und einige wenige Großbauern dominierten fortan die Landwirtschaft. Während es um 1600 noch 37 Höfe in Westermarsch I gab, waren es 1719 noch 30. Die durchschnittliche Größe der Ländereien eines Hofs stieg von etwa 15 auf gut 30 bis 35 Diemat. Durch gute Erträge im fruchtbaren Marschland kamen die Großbauern zu ansehnlichem Wohlstand, während der Großteil der Westermarscher in ein wirtschaftliches Abhängigkeitsverhältnis zu ihnen gerieten und in Armut fortlebten. Die [[Westerstraße]] in Norden wurde zur Einkaufsstraße der Westermarscher Großbauern. Ihren Wohlstand stellten sie gerne durch vergleichsweise prunkvolle Kutschen und eigene Logen in der [[Ludgerikirche]] zur Schau. Eines der größten Höfe der Westermarsch ist der noch heute erhaltenene Hof [[Großlanghaus]], der gut 150 Diemat Land besaß (etwa 855.000 Quadratmeter).


Um 1771 grassierte in der Westermarsch eine große Viehseuche, die für die rund 600 Einwohner des Dorfes zu großer wirtschaftlicher Not führte.
Um 1771 grassierte in der Westermarsch eine große Viehseuche, die für die rund 600 Einwohner des Dorfes zu großer wirtschaftlicher Not führte. 1774 wurde die [[Ziegelei (Westermarsch I) |Ziegelei]] am [[Altendeichsweg (Westermarsch) |Altendeichsweg]] eröffnet. Sie bestand bis in die 1970er Jahre. 1777 wurde eine Zuckersiederei errichtet. 1825 brach der Deich erneut und es kam zu großflächigen Verwüstungen.
 
1774 wurde die [[Ziegelei (Westermarsch I) | Ziegelei]] am [[Altendeichsweg (Westermarsch) | Altendeichsweg]] eröffnet. Sie bestand bis in die 1970er.
 
1777 wurde eine Zuckersiederei errichtet.
 
1825 brach der Deich erneut und es kam zu großflächigen Verwüstungen.


1871 fiel ganz Ostfriesland an das Königreich Preußen und damit auch die Westermarsch. Die preußischen Beamten begannen, das Land zu kartografieren und unterteilten die Westermarsch in I und II.
1871 fiel ganz Ostfriesland an das Königreich Preußen und damit auch die Westermarsch. Die preußischen Beamten begannen, das Land zu kartografieren und unterteilten die Westermarsch in I und II.
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==Bildung==
==Bildung==
* Hauptartikel: [[Altendeichsschule]]
* Hauptartikel: [[Altendeichsschule]]
Mindestens seit 1622 ist in Westermarsch I eine Schule belegt, die im Laufe der Jahre neugebaut und erweitert wurde. Das [[Schule (Westermarsch I) | Schulgebäude]] aus dem Jahr 1868 existiert noch heute und befindet sich in Privatbesitz. Bis 1992 befand sich die Schule in einem 1961 errichteten Gebäude, in dem sich heute der [[Kindergarten Westermarsch]] befindet.
Mindestens seit 1622 ist in Westermarsch I eine Schule belegt, die im Laufe der Jahre neugebaut und erweitert wurde. Das [[Schule (Westermarsch I) |Schulgebäude]] aus dem Jahr 1868 existiert noch heute und befindet sich in Privatbesitz. Bis 1992 befand sich die Schule in einem 1961 errichteten Gebäude, in dem sich heute der [[Kindergarten Westermarsch]] befindet.


==Religion==
==Religion==