Sender Osterloog: Unterschied zwischen den Versionen
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Der '''Sender Osterloog''' (auch "Sendestelle Osterloog"; amtlich: "Großrundfunksender Osterloog") gehörte in weiten Teilen seiner Geschichte zu [[Norddeich Radio]]. Während des Zweiten Weltkriegs wurde von hier ab dem 24. November 1939 Propaganda nach England gesendet. Seit 2006 befindet sich im alten Sendegebäude das sogenannte "Waloseum", eine zur [[Seehundstation Norddeich]] gehörende Ausstellung mit dem Hauptthema "Wal". | Der '''Sender Osterloog''' (auch "Sendestelle Osterloog"; amtlich: "Großrundfunksender Osterloog") gehörte in weiten Teilen seiner Geschichte zu [[Norddeich Radio]]. Während des Zweiten Weltkriegs wurde von hier ab dem 24. November 1939 Propaganda nach England gesendet. Seit 2006 befindet sich im alten Sendegebäude das sogenannte "Waloseum", eine zur [[Seehundstation Norddeich]] gehörende Ausstellung mit dem Hauptthema "Wal". | ||
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Anfang Oktober 1939 übernahm die Oberpostdirektion Oldenburg die Einrichtungen in Osterloog und unterstellte sie formell der ihr unterstellten Küstenfunkstelle [[Norddeich Radio]]. Unter der Bezeichnung "Studioanlage der Versuchssendeanlage N" ("N" vermutlich für Norddeich) begannen am 5. Oktober erste Probesendungen. Es kann als sicher angenommen werden, dass die Anlage in Osterloog von Beginn an im Rahmen der deutschen Kriegsvorbereitungen errichtet wurde. Allerdings wurde damals und später auch behauptet, dass der Sender ursprünglich Werbesendungen eines in Großbritannien ansässigen Unternehmens nach England ausstrahlen sollte. Es liegt nahe, dass diese Behauptung ebenso ein Täuschungsmanover war wie der Sendestart an sich, der am 24. November 1939 offiziell erfolgte.<ref name=":0" /> | Anfang Oktober 1939 übernahm die Oberpostdirektion Oldenburg die Einrichtungen in Osterloog und unterstellte sie formell der ihr unterstellten Küstenfunkstelle [[Norddeich Radio]]. Unter der Bezeichnung "Studioanlage der Versuchssendeanlage N" ("N" vermutlich für Norddeich) begannen am 5. Oktober erste Probesendungen. Es kann als sicher angenommen werden, dass die Anlage in Osterloog von Beginn an im Rahmen der deutschen Kriegsvorbereitungen errichtet wurde. Allerdings wurde damals und später auch behauptet, dass der Sender ursprünglich Werbesendungen eines in Großbritannien ansässigen Unternehmens nach England ausstrahlen sollte. Es liegt nahe, dass diese Behauptung ebenso ein Täuschungsmanover war wie der Sendestart an sich, der am 24. November 1939 offiziell erfolgte.<ref name=":0" /> | ||
Über Art und Inhalt der ausgestrahlten Programme enthalten die vorhandenen, sehr verstreuten Quellen leider einige widersprüchliche Angaben. In einigen ist von "deutschen Sendungen für ganz Nordwesteuropa", in anderen von "deutschsprachigen", aber auch von "ausschließlich fremdsprachigen" Propagandasendungen die Rede. Gesichert ist, dass der Sender Osterloog seit Herbst 1939 das deutschsprachige Programm des Reichssenders Hamburg (ab 1940 das Einheitsprogramm aller deutschen Reichssender) ausstrahlte. Von Anfang an war das Programm jedoch ins englische übersetzt und mit Propagandabeiträgen versehen, die an den Kriegsgegner gerichtet waren. Die Sender Hamburg und Köln hatten diese bereits im März in ihr Programm aufgenommen. Es handelte sich vorwiegend um Nachrichten und Kommentarsendungen, die in Berlin produziert und nach Osterloog übermittelt wurden.<ref name=":0" /> | |||
Laut Zeitzeugenberichten war die Feldstärke der Anlage derart groß, dass es den Empfang aller anderen Sender auf Rundfunkgeröten überdeckte und den Fernempfang anderer Sendungen damit unmöglich machte. Der Empfang anderer Sendungen soll möglich gewesen sein, wenn man entsprechende Einstellungen an den Endgeräten vornahmen.<ref name=":0" /> | |||
Auch der bis 1943 und nach dem Krieg in Osterloog tätige und später in Kiel lebende, frühere Sendetechniker [[Georg Martens]] erinnerte sich, dass deutschsprachige Sendungen mit eingeblendeten englischsprachigen Propagandabeiträgen ausgestrahlt wurden. Aus Tarnungs- und anderen Gründen sei während des Krieges immer wieder die Sendefrequenz gewechselt worden. Man sei zum Beispiel häufig auf die Wellenlängen der fernen Sender Königsberg oder Breslau gegangen. Außerdem wurde jede Stunde eine sogenannte Tastung eingeblendet, die den von Bombenangriffen aus England zurückkehrenden deutschen Flugzeugen als Orientierungshife diente. Und schließlich sei Osterloog auch als Störsender gegen die Londoner BBC eingesetzt worden, indem man dieselbe Frequenz benutzte. In Upgant-Schott befand sich eine entsprechende Empfangsstation.<ref name=":0" />Ab März 1942 bildete Osterloog zusammen mit den Sendern Hamburg und Langenberg vorübergehend die Norddeutsche Gleichwelle. Das heißt, dass diese drei Sender an unterschiedlichen Standorten auf der gleichen Welle das gleiche Programm ausstrahlten, was in Überschneidungsgebieten die Empfangsqualität stark beeinträchtigte. Es bestand zu diesem Zeitpunkt weitgehend aus einem Einheitsprogramm aller deutschen Reichssender nach dem Willen des Reichspropagandaministers Joseph Göbbels. Daneben gab es auf Langwelle den in Berlin / Königswusterhausen stationierten Deutschlandsender mit einem eigenen Programm. Ausschließlich für das Ausland bestimmt war der bereits seit Anfang der 1930er Jahre bestehende deutsche Kurzwellensender mit vorwiegend fremdsprachigen Programmen. Ferner gab es unter dem Gesamtbegriff "Concordia" sogenannte "schwarze" Geheimsender an verschiedenen Standorten. Sie entfalteten ihre Aktivitäten auf stets wechselnden Wellenlängen und von fahrbaren Sendern aus.<ref name=":0" /> | Auch der bis 1943 und nach dem Krieg in Osterloog tätige und später in Kiel lebende, frühere Sendetechniker [[Georg Martens]] erinnerte sich, dass deutschsprachige Sendungen mit eingeblendeten englischsprachigen Propagandabeiträgen ausgestrahlt wurden. Aus Tarnungs- und anderen Gründen sei während des Krieges immer wieder die Sendefrequenz gewechselt worden. Man sei zum Beispiel häufig auf die Wellenlängen der fernen Sender Königsberg oder Breslau gegangen. Außerdem wurde jede Stunde eine sogenannte Tastung eingeblendet, die den von Bombenangriffen aus England zurückkehrenden deutschen Flugzeugen als Orientierungshife diente. Und schließlich sei Osterloog auch als Störsender gegen die Londoner BBC eingesetzt worden, indem man dieselbe Frequenz benutzte. In Upgant-Schott befand sich eine entsprechende Empfangsstation.<ref name=":0" />Ab März 1942 bildete Osterloog zusammen mit den Sendern Hamburg und Langenberg vorübergehend die Norddeutsche Gleichwelle. Das heißt, dass diese drei Sender an unterschiedlichen Standorten auf der gleichen Welle das gleiche Programm ausstrahlten, was in Überschneidungsgebieten die Empfangsqualität stark beeinträchtigte. Es bestand zu diesem Zeitpunkt weitgehend aus einem Einheitsprogramm aller deutschen Reichssender nach dem Willen des Reichspropagandaministers Joseph Göbbels. Daneben gab es auf Langwelle den in Berlin / Königswusterhausen stationierten Deutschlandsender mit einem eigenen Programm. Ausschließlich für das Ausland bestimmt war der bereits seit Anfang der 1930er Jahre bestehende deutsche Kurzwellensender mit vorwiegend fremdsprachigen Programmen. Ferner gab es unter dem Gesamtbegriff "Concordia" sogenannte "schwarze" Geheimsender an verschiedenen Standorten. Sie entfalteten ihre Aktivitäten auf stets wechselnden Wellenlängen und von fahrbaren Sendern aus.<ref name=":0" /> | ||
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Anfang April 1945 hatte die Wehrmacht bei den Funkstellen von [[Norddeich Radio]] in [[Utlandshörn]] und [[Osterloog]] rund eine Tonne Sprengstoff gelagert, um die Stationen rechtzeitig vor der Einnahme durch den Feind zerstören zu können. Dies berichtete Heinz Frömming, der ehemalige Betriebsleiter von Norddeich Radio in den Jahren 1975 bis 1981, in einer Dokumentation. Weil jedoch die Sprengkraft der Ladung wegen der andauernden alliierten Luftangriffe eine ständige Gefahr für das Personal bildete, wurde die Munition auf Drängen der Betriebsleitung in das [[Vertriebenenlager Tidofeld|Marinelager Tidofeld]] transportiert. Hier explodierte der Sprengstoff kurz nach Kriegsende durch die Unvorsichtigkeit einiger Soldaten und richtete große Schäden an.<ref name=":0" /> | Anfang April 1945 hatte die Wehrmacht bei den Funkstellen von [[Norddeich Radio]] in [[Utlandshörn]] und [[Osterloog]] rund eine Tonne Sprengstoff gelagert, um die Stationen rechtzeitig vor der Einnahme durch den Feind zerstören zu können. Dies berichtete Heinz Frömming, der ehemalige Betriebsleiter von Norddeich Radio in den Jahren 1975 bis 1981, in einer Dokumentation. Weil jedoch die Sprengkraft der Ladung wegen der andauernden alliierten Luftangriffe eine ständige Gefahr für das Personal bildete, wurde die Munition auf Drängen der Betriebsleitung in das [[Vertriebenenlager Tidofeld|Marinelager Tidofeld]] transportiert. Hier explodierte der Sprengstoff kurz nach Kriegsende durch die Unvorsichtigkeit einiger Soldaten und richtete große Schäden an.<ref name=":0" /> | ||
Als am 4. Mai kanadische - und später auch britische - Truppen in das [[Norderland]] einrückten, wurde auch Osterloog unmittelbar besetzt. Einen Monat lang kam der Sendebetrieb zum Erliegen, am 5. Juni nahm er den Betrieb wieder auf. Mit unverminderter Sendestärke wurde fortan der britische Soldatensender "British Forces Network" (BFN) ausgestrahlt. Hier wurde im Juni 1945 eine fahrbare Studioanlage herbeigeschafft. Ab Ende Juli gab es eine feste Kabelverbindung zwischen den BFN-Studious in der Hamburger Musikhalle und Osterloog. Allerdings wurde im Verlauf des Jahres die Richtstrahlanlage bis auf einen der 150 Meter hohen Masten und zwei 120 Meter Masten abgebaut. Die übrigen Masten fanden an anderer Stelle eine Wiederverwendung | Als am 4. Mai kanadische - und später auch britische - Truppen in das [[Norderland]] einrückten, wurde auch Osterloog unmittelbar besetzt. Einen Monat lang kam der Sendebetrieb zum Erliegen, am 5. Juni nahm er den Betrieb wieder auf. Mit unverminderter Sendestärke wurde fortan der britische Soldatensender "British Forces Network" (BFN) ausgestrahlt. Hier wurde im Juni 1945 eine fahrbare Studioanlage herbeigeschafft. Ab Ende Juli gab es eine feste Kabelverbindung zwischen den BFN-Studious in der Hamburger Musikhalle und Osterloog. Allerdings wurde im Verlauf des Jahres die Richtstrahlanlage bis auf einen der 150 Meter hohen Masten und zwei 120 Meter Masten abgebaut. Die übrigen Masten fanden an anderer Stelle eine Wiederverwendung.<ref name=":0" /> Während der 150 Meter hohe Mast geteilt und eine Hälfte in Etzhorn und Münster neu errichtet wurde, wurden die 120 Meter hohen Maste in Osnabrück (1947), Langenberg (1948), Hemmingen (1949), Braunschweig (1950), Pinneberg, Bonn, Herford und in Hamburg-Billwerder (1962) neu aufgebaut.<ref>[https://www.waz.de/staedte/velbert/monument-soll-an-alten-langenberger-sender-erinnern-id210663713.html Online-Bericht der WAZ vom 22. Mai 2017], abgerufen am 6. April 2021</ref> | ||
Am 15. September 1946 stellte der BFN seine Sendungen über Osterloog ein. Noch am selben Tag übernahm "BBC" die Gebäude mitsamt der verbliebenen technischen Anlagen. Bis Anfang der 1950er Jahre wurde fortan das europäische BBC-Programm in mehrere Fremdsprachen ausgestrahlt. Darunter befand sich auch der mehrmals täglich gesendete deutschsprachige Dienst mit einem vergleichsweise objektiven Nachrichtenangebot, Informationen, etwas Musik und einem Englischsprachkurs ("Lernt Englisch im Londoner Rundfunk"). Die während der Kriegszeit nach England gerichtete Antennenanlage wurde jetzt in Richtung Balkan abgestimmt. Zugleich wurden Modulations - und Fernsprechleitungen von London über Belgien nach Osterloog geschaltet und, um etwaigen Störungen vorzubeugen, eine sogenannte Ballempfangsanlage in Utlandshörn eingerichtet. Das unüberhörbare Pausenzeichen haben viele Hörer von damals heute noch im Ohr. Die Betriebsleitung in Osterloog lag inzwischen | Am 15. September 1946 stellte der BFN seine Sendungen über Osterloog ein. Noch am selben Tag übernahm "BBC" die Gebäude mitsamt der verbliebenen technischen Anlagen. Bis Anfang der 1950er Jahre wurde fortan das europäische BBC-Programm in mehrere Fremdsprachen ausgestrahlt. Darunter befand sich auch der mehrmals täglich gesendete deutschsprachige Dienst mit einem vergleichsweise objektiven Nachrichtenangebot, Informationen, etwas Musik und einem Englischsprachkurs ("Lernt Englisch im Londoner Rundfunk"). Die während der Kriegszeit nach England gerichtete Antennenanlage wurde jetzt in Richtung Balkan abgestimmt. Zugleich wurden Modulations - und Fernsprechleitungen von London über Belgien nach Osterloog geschaltet und, um etwaigen Störungen vorzubeugen, eine sogenannte Ballempfangsanlage in Utlandshörn eingerichtet. Das unüberhörbare Pausenzeichen haben viele Hörer von damals heute noch im Ohr. Die Betriebsleitung in Osterloog lag inzwischen wieder in deutschen Händen, jedoch unter Aufsicht der Engländer.<ref name=":0" /> | ||
Die Zeitzeugen [[Friedrich Janssen]] und [[Alfred Buck]] waren von 1949 bis 1951 bzw. 1946 bis 1964 beim Sender Osterloog tätig. Sie berichten, dass bei Sender- oder Modulationsausfällen umgehend ein Telefonat der britischen Verantwortlichen einging. Sie forderten eine sofortige Erklärung des Ausfalls und unterstellten den deutschen Technikern oftmals Sabotage. Der Sender war direkt mittels Standleitung mit der BBC-Zentrale in London verbunden, wo der Sender offenbar pausenlos kontrolliert wurde. Janssen erinnert sich auch an ein Betriebsfest, das damals im Sendergebäude gefeiert wurde. Auf dem großen Flur im Obergeschoss waren weißgedeckte Tische und Stühle für die Betriebsangehörigen und ihre Partner aufgestellt und auf der frei gebliebenen Fläche wurde eifrig getanzt. Die Musik kam von Tonbändern, die der Chef besorgt oder selber bespielt hatte. Für die Wiedergabe hatte er sich unter anderem einen Verstärker und eine Schallwand mit mehreren Lautsprechern gebaut. Als Chef amtierte damals [[Wilfried Voigt]], sein Nachfolger war [[Karl Kegel]].'''<ref name=":0" />''' | Die Zeitzeugen [[Friedrich Janssen]] und [[Alfred Buck]] waren von 1949 bis 1951 bzw. 1946 bis 1964 beim Sender Osterloog tätig. Sie berichten, dass bei Sender- oder Modulationsausfällen umgehend ein Telefonat der britischen Verantwortlichen einging. Sie forderten eine sofortige Erklärung des Ausfalls und unterstellten den deutschen Technikern oftmals Sabotage. Der Sender war direkt mittels Standleitung mit der BBC-Zentrale in London verbunden, wo der Sender offenbar pausenlos kontrolliert wurde. Janssen erinnert sich auch an ein Betriebsfest, das damals im Sendergebäude gefeiert wurde. Auf dem großen Flur im Obergeschoss waren weißgedeckte Tische und Stühle für die Betriebsangehörigen und ihre Partner aufgestellt und auf der frei gebliebenen Fläche wurde eifrig getanzt. Die Musik kam von Tonbändern, die der Chef besorgt oder selber bespielt hatte. Für die Wiedergabe hatte er sich unter anderem einen Verstärker und eine Schallwand mit mehreren Lautsprechern gebaut. Als Chef amtierte damals [[Wilfried Voigt]], sein Nachfolger war [[Karl Kegel]].'''<ref name=":0" />''' | ||
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Anfang der 1960er Jahre klang die Ära des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Osterloog aus. Der alte NWDR war inzwischen in den Norddeutschen Rundfunk (NDR) und den Westdeutschen Rundfunk (WDR) aufgeteilt worden. Im zentraler gelegenen Aurich entstand ein neuer Sender, der alle NDR-Programme und ab Mai 1961 auch das Fernsehen ausstrahlte. Im November 1962 wurde einer der verbliebenen 120 Meter hohen Rohrmasten demontiert und nach Hamburg verfrachtet. Am 6. März 1964 endete die Programmausstrahlung über Mittelwelle. Der Kurzwellenbetrieb, der ohnehin nur eine Übergangslösung in Osterloog war, ging ebenfalls wenig später vom Netz. Die "Deutsche Welle" bekam eine neue Zentrale in Jülisch. Ein Teil des Osterloogers Personal, darunter auch Alfred Buck, wechselte nach Aurich.'''<ref name=":0" />''' | Anfang der 1960er Jahre klang die Ära des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Osterloog aus. Der alte NWDR war inzwischen in den Norddeutschen Rundfunk (NDR) und den Westdeutschen Rundfunk (WDR) aufgeteilt worden. Im zentraler gelegenen Aurich entstand ein neuer Sender, der alle NDR-Programme und ab Mai 1961 auch das Fernsehen ausstrahlte. Im November 1962 wurde einer der verbliebenen 120 Meter hohen Rohrmasten demontiert und nach Hamburg verfrachtet. Am 6. März 1964 endete die Programmausstrahlung über Mittelwelle. Der Kurzwellenbetrieb, der ohnehin nur eine Übergangslösung in Osterloog war, ging ebenfalls wenig später vom Netz. Die "Deutsche Welle" bekam eine neue Zentrale in Jülisch. Ein Teil des Osterloogers Personal, darunter auch Alfred Buck, wechselte nach Aurich.'''<ref name=":0" />''' | ||
Zum 1. Juni 1964 erwarb die Deutsche Bundespost das Gelände und die Gebäude vom NDR und nutzte es als Sendefunkstelle für [[Norddeich Radio]]. Durch den etwa 10 Kilometer weiten Abstand zwischen den beiden Funstellen erhoffte man sich weniger Störungen untereinander. Nachdem Norddeich Radio seinen Betrieb im Dezember 1998 einstellte, stand auch das alte Sendegebäude viele Jahre leer, bis es schließlich im Dezember 2002 von der [[Seehundstation Norddeich]] übernommen wurde. | Zum 1. Juni 1964 erwarb die Deutsche Bundespost das Gelände und die Gebäude vom NDR und nutzte es als Sendefunkstelle für [[Norddeich Radio]].'''<ref name=":0" />''' Durch den etwa 10 Kilometer weiten Abstand zwischen den beiden Funstellen erhoffte man sich weniger Störungen untereinander. Nachdem Norddeich Radio seinen Betrieb im Dezember 1998 einstellte, wurden auch sämtliche Sendeanlagen demontiert.<ref>[http://www.pust-norden.de/gal_olog_dt.htm Bilder und Beschreibung der Sendefunkstelle Osterloog] von Hans-Jörg Pust, abgerufen am 6. April 2021</ref> Nun stand auch das alte Sendegebäude viele Jahre leer, bis es schließlich im Dezember 2002 von der [[Seehundstation Norddeich]] übernommen wurde. (siehe [[Sender Osterloog#Waloseum|Abschnitt "Waloseum"]]) | ||
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==Einzelnachweise== | ==Einzelnachweise== | ||
<references /> | <references /> | ||
== Literatur == | |||
* Canzler, Gerhard (2004): Norddeich Radio. 1905-1998, Weener | |||
==Siehe auch== | ==Siehe auch== | ||