Ziegelei (Vierzig Diemat): Unterschied zwischen den Versionen

Aus Norder Stadtgeschichte
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Ostfriesland war bis in die 1960er Jahre ein "Ziegeleiland" mit unzähligen kleinen und großen Ziegeleien. Der marschtypische Kleiboden war vermischt mit Rohsand Ausgangsmaterial für die Herstellung von Ziegelsteinen, weshalb sich das Gebiet hervorragend dafür eignete. Der zum Brennen benötigte Torf wurde direkt vom [[Norder Hafen]] geliefert. Hier verlief auf der alten Deichlinie ein Schienennetz, das wahrscheinlich bis zur Ziegelei führte.
Ostfriesland war bis in die 1960er Jahre ein "Ziegeleiland" mit unzähligen kleinen und großen Ziegeleien. Der marschtypische Kleiboden war vermischt mit Rohsand Ausgangsmaterial für die Herstellung von Ziegelsteinen, weshalb sich das Gebiet hervorragend dafür eignete. Der zum Brennen benötigte Torf wurde direkt vom [[Norder Hafen]] geliefert. Hier verlief auf der alten Deichlinie ein Schienennetz, das wahrscheinlich bis zur Ziegelei führte.
== Trivia ==
Bereits im 16. Jahrhundert scheint es in Vierzig Diemat eine Ziegelei (genannt "P(f)annenwerk") eines [[Popke Iderhave]] gegeben haben. In dieser Zeit hat es eine vergrößerte Nachfrage nach Dachziegeln gegeben, da die bisher hauptsächlich reetgedeckten Häuser verheerende Folgen bei den zahlreichen Stadtbränden der Vergangenheit hatten.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 39</ref> Unklar ist, ob es sich hierbei um denselben Standort wie bei der hier beschriebenen Ziegelei gehandelt hat.
== Einzelnachweise ==
<references />


==Quellenverzeichnis==
==Quellenverzeichnis==

Version vom 25. Mai 2021, 19:46 Uhr

Ziegelei

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Basisdaten
Kategorie Gebäude in Norden
Stadtteil/-viertel Vierzig Diemat
Genaue Lage Am Norder Tief 50

26506 Norden

Auf dem Gelände des heutigen Klärwerks bzw. städtischen Bauhofs stand einst die Ziegelei von Vierzig Diemat, die hier im Jahr 1775 vom Kaufmann Christian David Elter aus Amsterdam, einem gebürtigen Leeraner, errichtet wurde. Das Gebiet gehörte damals noch zu Westermarsch I. Elter errichtete auch etwas weiter östlich eine Zuckerraffinerie, ging jedoch 1778 bankrott und floh aus Norden. Die Ziegelei wurde daraufhin zum Weiterbetrieb weiterverkauft.

Für das 19. Jahrhundert wird eine jährliche Produtkion von 275.000 Mauersteine, 58.000 Dachpannen und 2.000 Floren (Fußbodenplatten) genannt. Der Torf zum Brennen wurde aus Norderfehn (heute Berumerfehn) geliefert. Das Hauptgebäude wurde 1912/13 abgebrochen. Als einer der letzten Eigentümer wird die Familie Bos genannt. Aufgrund des Namens ist es wahrscheinlich, dass diese - wie auch Elter - aus den Niederlanden nach Norden kamen.

Zwischen dieser Ziegelei und der Ziegelei am Altendeichsweg scheint es eine Verbindung gegeben zu haben. Auf der preußischen Grundkarte von ca. 1895 steht über der Ziegelei "Zuckerpolder", obwohl dieser wesentlich weiter südlich liegt. Wahrscheinlich handelte es sich um zwei zusammengehörige Werke, die diesen Namen als Alternativbezeichnung trugen.

Ostfriesland war bis in die 1960er Jahre ein "Ziegeleiland" mit unzähligen kleinen und großen Ziegeleien. Der marschtypische Kleiboden war vermischt mit Rohsand Ausgangsmaterial für die Herstellung von Ziegelsteinen, weshalb sich das Gebiet hervorragend dafür eignete. Der zum Brennen benötigte Torf wurde direkt vom Norder Hafen geliefert. Hier verlief auf der alten Deichlinie ein Schienennetz, das wahrscheinlich bis zur Ziegelei führte.

Trivia

Bereits im 16. Jahrhundert scheint es in Vierzig Diemat eine Ziegelei (genannt "P(f)annenwerk") eines Popke Iderhave gegeben haben. In dieser Zeit hat es eine vergrößerte Nachfrage nach Dachziegeln gegeben, da die bisher hauptsächlich reetgedeckten Häuser verheerende Folgen bei den zahlreichen Stadtbränden der Vergangenheit hatten.[1] Unklar ist, ob es sich hierbei um denselben Standort wie bei der hier beschriebenen Ziegelei gehandelt hat.

Einzelnachweise

  1. Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 39

Quellenverzeichnis

  • Beschreibung von Westermarsch I in der historischen Ortsdatenbank der Ostfriesischen Landschaft
  • Schreiber, Gretje (2010): Historische Ortsdatenbank Ostfriesland, Westermarsch I, Manuskript
  • Uphoff, Rolf (1992): Das "Zuckerpolder-Projekt", in: Heim und Herd 24. Dezember 1992, Beilage "Ostfriesischer Kurier" Nr. 12, S. 46ff.

Siehe auch