Armenplatz: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Norder Stadtgeschichte
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Der '''Armenplatz''' (auch "Gasthaus Armenplatz" bzw. "Armenplaats" genannt) war ein Hof, der ursprünglich ein [[Vorwerk]] des Norder [[Kloster Marienthal|Klosters Marienthal]] war. Nach der Säkularisierung (Verweltlichung; Auflösung) im Jahr 1527 gelangte das Gehöft in den Besitz des Nachfolgers des Klosters, dem sogenannten [[Gasthaus]], das sich vor allem der Armenfürsorge widmete und darum auch "Norder Armenanstalt" genannt wurde.
Der '''Armenplatz''' (auch: ''[[Gasthaus]] Armenplatz'' bzw. ''Armenplaats'') ist ein heute noch bestehender Hof, der ursprünglich ein [[Vorwerk]] des Norder [[Kloster Marienthal|Klosters Marienthal]] war und maßgeblich der Förderung der Armenpflege diente.


Zum Hof gehörte ein Grundbesitz von etwa 53,75 [[Diemat]], was etwa 306.000 qm entspricht. Um 1880 gelangte der Hof in Privatbesitz und besteht bis heute in einem weitestgehend ursprünglichen Zustand.<ref>Schreiber, Gretje (2008): Die Höfe in der Lintelermarsch, in: Heim und Herd, Beilage des Ostfriesischen Kurier, Nr. 11, S. 42</ref> Das umliegende Land hieß [[Armenland]].
== Geschichte ==
Der Hof befand sich im Besitz des [[Kloster Marienthal|Klosters Marienthal]] und entstammt vermutlich einer Schenkung von Grundbesitzern an das Kloster. Dies war in früheren Jahren nicht unüblich. Die Schenkenden erhofften sich dadurch ein besseres Seelenheil nach ihrem Tode. Zum Hof gehörte ein Grundbesitz von etwa 53,75 [[Diemat]], was etwa 306.000 qm entspricht.<ref name=":0" />


An den Hof erinnert heute noch der Straßenname "Am Armenplatz", wobei der Wortbestand "Platz" von "Plaats" kommt, was wiederum ein niederdeutscher Begriff für "Bauernhof" ist. Der Hof fällt postalisch jedoch nicht mehr unter diese Anschrift, sondern ist über den [[Kolkpadd]] zu erreichen.
Nachdem das Kloster im Zuge der auch in Norden einkehrenden Reformation säkularisiert (verweltlicht; aufgelöst) wurde, gelangte es in den Besitz des von [[Anna von Oldenburg|Gräfin Anna]] geförderten [[Gasthaus|Gasthauses]], das der Armenpflege diente. Aus den Erträgen aus Pacht und Landwirtschaft wurde daher auch weiterhin die Armenpflege finanziert.
 
Um 1880 gelangte der Hof in Privatbesitz und besteht bis heute in einem weitestgehend ursprünglichen Zustand.<ref name=":0">Schreiber, Gretje (2008): Die Höfe in der Lintelermarsch, in: Heim und Herd, Beilage des Ostfriesischen Kurier, Nr. 11, S. 42</ref> Das umliegende Land heißt nach wie vor [[Armenland]]. An den Hof erinnert auch heute noch der Straßenname [[Am Armenplatz]], wobei ''Platz'' hier nicht im hochdeutschen Sinne für einen Platz im heutigen Sinne gemeint ist, sondern von ''Plaats'', dem niederdeutschen Wort für ''Hof'', abgeleitet wird. Der Hof fällt postalisch jedoch nicht mehr unter diese Anschrift, sondern ist über den [[Kolkpadd]] zu erreichen, wo er die Hausnummer 1 trägt.
 
Die alte Zuwegung zum Hof, der auch eine direkte Verbindung mit dem [[Hof Hattermann]] hatte, wird rechts in der Karte als rote Linie dargestellt.


==Einzelnachweise==
==Einzelnachweise==

Version vom 9. September 2021, 06:33 Uhr

Armenplatz

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Basisdaten
Entstehungszeit unbekannt (vor 1527)
Erbauer unbekannt
Bauweise Gulfhof
Erhaltungszustand erhalten
Genaue Lage Kolkpadd 1

26506 Norden

Der Armenplatz (auch: Gasthaus Armenplatz bzw. Armenplaats) ist ein heute noch bestehender Hof, der ursprünglich ein Vorwerk des Norder Klosters Marienthal war und maßgeblich der Förderung der Armenpflege diente.

Geschichte

Der Hof befand sich im Besitz des Klosters Marienthal und entstammt vermutlich einer Schenkung von Grundbesitzern an das Kloster. Dies war in früheren Jahren nicht unüblich. Die Schenkenden erhofften sich dadurch ein besseres Seelenheil nach ihrem Tode. Zum Hof gehörte ein Grundbesitz von etwa 53,75 Diemat, was etwa 306.000 qm entspricht.[1]

Nachdem das Kloster im Zuge der auch in Norden einkehrenden Reformation säkularisiert (verweltlicht; aufgelöst) wurde, gelangte es in den Besitz des von Gräfin Anna geförderten Gasthauses, das der Armenpflege diente. Aus den Erträgen aus Pacht und Landwirtschaft wurde daher auch weiterhin die Armenpflege finanziert.

Um 1880 gelangte der Hof in Privatbesitz und besteht bis heute in einem weitestgehend ursprünglichen Zustand.[1] Das umliegende Land heißt nach wie vor Armenland. An den Hof erinnert auch heute noch der Straßenname Am Armenplatz, wobei Platz hier nicht im hochdeutschen Sinne für einen Platz im heutigen Sinne gemeint ist, sondern von Plaats, dem niederdeutschen Wort für Hof, abgeleitet wird. Der Hof fällt postalisch jedoch nicht mehr unter diese Anschrift, sondern ist über den Kolkpadd zu erreichen, wo er die Hausnummer 1 trägt.

Die alte Zuwegung zum Hof, der auch eine direkte Verbindung mit dem Hof Hattermann hatte, wird rechts in der Karte als rote Linie dargestellt.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Schreiber, Gretje (2008): Die Höfe in der Lintelermarsch, in: Heim und Herd, Beilage des Ostfriesischen Kurier, Nr. 11, S. 42

Siehe auch