Süderneuland II: Unterschied zwischen den Versionen
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Im Wesentlichen beginnt die (bekannte) Geschichte von Süderneuland im Jahr 1556. Die [[Leybucht]] erreichte durch mehrere verheerende Sturmfluten im 14. Jahrhundert ihre größte Ausdehnung und Norden bekam eine direkte Verbindung zur Nordsee. Ein [[Norder Hafen|stattlicher Seehafen]] bescherte der Stadt fortan über Jahrhunderte eine wirtschaftliche Blüte. Die Leybucht reichte bis Mitte des 16. Jahrhunderts an den südlichen Stadtkern, wovon heute nur noch das [[Norder Tief]] als Überbleibsel zu erkennen ist. Süderneuland war bis zum Abschluss der Eindeichung im Jahr 1556 noch weitestgehend überflutet und sollte sodann dem Meer entrissen, kultiviert und besiedelt werden. Die Landrückgewinnung wurde im 17. Jahrhundert mit der Fertigstellung des [[Fridericussiel|Fridericussiels]] abgeschlossen. | Im Wesentlichen beginnt die (bekannte) Geschichte von Süderneuland im Jahr 1556. Die [[Leybucht]] erreichte durch mehrere verheerende Sturmfluten im 14. Jahrhundert, insbesondere durch die [[Erste Dionysiusflut]], ihre größte Ausdehnung und Norden bekam eine direkte Verbindung zur Nordsee. Ein [[Norder Hafen|stattlicher Seehafen]] bescherte der Stadt fortan über Jahrhunderte eine wirtschaftliche Blüte. Die Leybucht reichte bis Mitte des 16. Jahrhunderts an den südlichen Stadtkern, wovon heute nur noch das [[Norder Tief]] als Überbleibsel zu erkennen ist. Süderneuland war bis zum Abschluss der Eindeichung im Jahr 1556 noch weitestgehend überflutet und sollte sodann dem Meer entrissen, kultiviert und besiedelt werden. Die Landrückgewinnung wurde im 17. Jahrhundert mit der Fertigstellung des [[Fridericussiel|Fridericussiels]] abgeschlossen. | ||
Vorangetrieben wurden die Maßnahmen von einflussreichen Häuptlingen, Edelmännern und Kaufleuten. Der älteste Deich, welcher nach seinem Erbauer auch [[Udo-Focken-Deich]] oder später schlicht "Alter Deich" genannt wurde, wurde 1425 erbaut. Udo Focken war der Sohn des mächtigen Häuptlings Focko Ukena. Gemäß alter ostfriesischer (patronymischer) Namensgebung trugen Söhne den Vornamen ihres Vaters als Nachnamen mit einer Endung. Dieser Deich ging von Norden nach [[Leegemoor]], von dort weiter nach [[Nadörst]] und endete etwa mit Ortskern der Nachbargemeinde Halbemond. Südlich der [[Wurzeldeicher Straße]] sind Überreste des Deichs noch heute im Landschaftsbild wahrzunehmen. Der südliche Teil des Deiches bis Nadörst heißt heute [[Zum Hirtenhaus]] und [[Leegemoorweg]]. Mit der Fertigstellung des Deiches entstand ein Großteil des heutigen Süderneuland II. | Vorangetrieben wurden die Maßnahmen von einflussreichen Häuptlingen, Edelmännern und Kaufleuten. Der älteste Deich, welcher nach seinem Erbauer auch [[Udo-Focken-Deich]] oder später schlicht "Alter Deich" genannt wurde, wurde 1425 erbaut. Udo Focken war der Sohn des mächtigen Häuptlings Focko Ukena. Gemäß alter ostfriesischer (patronymischer) Namensgebung trugen Söhne den Vornamen ihres Vaters als Nachnamen mit einer Endung. Dieser Deich ging von Norden nach [[Leegemoor]], von dort weiter nach [[Nadörst]] und endete etwa mit Ortskern der Nachbargemeinde Halbemond. Südlich der [[Wurzeldeicher Straße]] sind Überreste des Deichs noch heute im Landschaftsbild wahrzunehmen. Der südliche Teil des Deiches bis Nadörst heißt heute [[Zum Hirtenhaus]] und [[Leegemoorweg]]. Mit der Fertigstellung des Deiches entstand ein Großteil des heutigen Süderneuland II. | ||