Keine Bearbeitungszusammenfassung
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Zeile 27: Zeile 27:
1577 wird Pastor Ligarius Hofprediger des der lutherischen Glaubensrichtung anhängenden Edzard II., welcher maßgeblichen Einfluss auf die Wahl Ligarius' bei der Besetzung der Pfarrstelle in Norden hatte. Hierdurch wurde die lutherische Richtung in Norden nicht unerheblich gestärkt und die reformierte weiter geschwächt. Die Reformierten wandten sich nun Hilfesuchend an Edzards II. Bruder, Johann II., der mehr der reformierten Richtung anhing. Dieser erlaubte ab 1579 den Reformierten, dass sie ihren Gottesdienst im [[Gasthaus]], dem säkularisierten bzw. einstigen [[Kloster Marienthal|Klosters Marienthal]], abhalten dürfen. Hierfür schickte er ihnen einen eigenen Prediger, den Pastor [[Henricus Palatinus]].
1577 wird Pastor Ligarius Hofprediger des der lutherischen Glaubensrichtung anhängenden Edzard II., welcher maßgeblichen Einfluss auf die Wahl Ligarius' bei der Besetzung der Pfarrstelle in Norden hatte. Hierdurch wurde die lutherische Richtung in Norden nicht unerheblich gestärkt und die reformierte weiter geschwächt. Die Reformierten wandten sich nun Hilfesuchend an Edzards II. Bruder, Johann II., der mehr der reformierten Richtung anhing. Dieser erlaubte ab 1579 den Reformierten, dass sie ihren Gottesdienst im [[Gasthaus]], dem säkularisierten bzw. einstigen [[Kloster Marienthal|Klosters Marienthal]], abhalten dürfen. Hierfür schickte er ihnen einen eigenen Prediger, den Pastor [[Henricus Palatinus]].


Pastor Ligarius bemühte sich unerwartet um eine Versöhnung zwischen den beiden Glaubensrichtungen und lud die Anführer zu einem Gespräch auf die Burg Berum ein. Eine Einigung wurde jedoch nicht erzielt und der lutherische Edzard II. ließ Pastor Palatinus mit seiner Familie am 15.12.1579 – neun Tage vor Weihnachten – von drei [[Polizei Norden|Stadtdienern]] auf die Straße setzen. Danach wanderten die Norder Reformierten erneut zum Gottesdienst nach Lütstsburg. Die Trennung zwischen Lutheranern und Reformierten wurde endgültig.
Pastor Ligarius bemühte sich unerwartet um eine Versöhnung zwischen den beiden Glaubensrichtungen und lud die Anführer zu einem Gespräch auf die Burg Berum ein. Eine Einigung wurde jedoch nicht erzielt und der lutherische Edzard II. ließ Pastor Palatinus mit seiner Familie am 15.12.1579 – neun Tage vor Weihnachten – von drei [[Polizei Norden|Stadtdienern]] auf die Straße setzen. Danach wanderten die Norder Reformierten erneut zum Gottesdienst nach Lütetsburg. Die Trennung zwischen Lutheranern und Reformierten wurde endgültig.


1606 führt Freiherr Wilhelm zu Inn- u. Knyphausen - Schwiegersohn von Unico Manninga – eine Kirchenordnung ein. Trotz Teilnahme am Gottesdienst in Lütetsburg bestand in der Gemeinde weiterhin der Wunsch nach einer eigener Kirche in Norden oder zumindest den Gottesdienst in einem Privathaus in Norden zu erlauben, um nicht immer den (für damalige Verhältnisse) weiten Weg nach Lütetsburg in Kauf nehmen zu müssen. Die Anträge bei der Landesherrschaft wurden indes mit dem Hinweis, dass den Lutheranern in Emden dies auch nicht gewährt würde, abgelehnt. Die Norder Reformierten baten daraufhin die Niederländischen Generalstaaten, die großen Einfluss in Ostfriesland hatten, erfolglos um Hilfe.
1606 führt Freiherr Wilhelm zu Inn- u. Knyphausen - Schwiegersohn von Unico Manninga – eine Kirchenordnung ein. Trotz Teilnahme am Gottesdienst in Lütetsburg bestand in der Gemeinde weiterhin der Wunsch nach einer eigener Kirche in Norden oder zumindest den Gottesdienst in einem Privathaus in Norden zu erlauben, um nicht immer den (für damalige Verhältnisse) weiten Weg nach Lütetsburg in Kauf nehmen zu müssen. Die Anträge bei der Landesherrschaft wurden indes mit dem Hinweis, dass den Lutheranern in Emden dies auch nicht gewährt würde, abgelehnt. Die Norder Reformierten baten daraufhin die Niederländischen Generalstaaten, die großen Einfluss in Ostfriesland hatten, erfolglos um Hilfe.