Balthasar von Esens: Unterschied zwischen den Versionen
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[[Edzard I. Cirksena]], Graf von Ostfriesland, führte 1524 einen Feldzug gegen Balthasar an, um seinem eigensinnigen Treiben ein Ende zu bereiten. Er fügte ihm eine schwere Niederlage bei und zwang ihn, die Freibeuterei zu verbieten und dem Grafenhaus die Treue zu schwören. Doch kaum waren die gräflichen Truppen abgezogen, verstieß er prompt gegen die Abmachungen und Edzard I. führte 1525 erneut einen Feldzug gegen ihn. | [[Edzard I. Cirksena]], Graf von Ostfriesland, führte 1524 einen Feldzug gegen Balthasar an, um seinem eigensinnigen Treiben ein Ende zu bereiten. Er fügte ihm eine schwere Niederlage bei und zwang ihn, die Freibeuterei zu verbieten und dem Grafenhaus die Treue zu schwören. Doch kaum waren die gräflichen Truppen abgezogen, verstieß er prompt gegen die Abmachungen und Edzard I. führte 1525 erneut einen Feldzug gegen ihn. | ||
Nach dem Tode von Edzard I. ging die Macht an seine Söhne [[Enno II. Cirksena|Enno II.]] und [[Johann Cirksena|Johann]] über, die eine neue Vereinbarung mit Balhasar trafen. Vermutlich, da diese in seinen Augen zu seinen Ungunsten ausfiel, suchte er abermals die Konfrontation mit seinen Nachbarn, was Enno II. dazu veranlasste, mit einem Söldnerheer ins Harlingerland zu ziehen und Balthasar nach eigenem Bekunden "eine auf's Maul zu hauen". Nach einer langen Belagerung fiel Esens und Balthasar war besiegt. Enno II. zwang ihn zu einem demütigenden Frieden, machte Balthasar zu seinem Vasallen und ließ ihn auf Knien um die Unterzeichnung des Friedensvertrags betteln. Nach Rache dürstend ging er zunächst in die Grafschaft Rietberg, wo seine Schwester Onna mit dem dortigen Herrscher verheiratet war. Von hier aus schloss er Bündnisse mit seiner Cousine Maria von Jever und dem mächtigen Karl von Egmond, Herzog von Geldern, der ihm als erklärter Feind der protestantischen Cirksenas seine Unterstützung gewährte. | Nach dem Tode von Edzard I. ging die Macht an seine Söhne [[Enno II. Cirksena|Enno II.]] und [[Johann II. Cirksena|Johann II.]] über, die eine neue Vereinbarung mit Balhasar trafen. Vermutlich, da diese in seinen Augen zu seinen Ungunsten ausfiel, suchte er abermals die Konfrontation mit seinen Nachbarn, was Enno II. dazu veranlasste, mit einem Söldnerheer ins Harlingerland zu ziehen und Balthasar nach eigenem Bekunden "eine auf's Maul zu hauen". Nach einer langen Belagerung fiel Esens und Balthasar war besiegt. Enno II. zwang ihn zu einem demütigenden Frieden, machte Balthasar zu seinem Vasallen und ließ ihn auf Knien um die Unterzeichnung des Friedensvertrags betteln. Nach Rache dürstend ging er zunächst in die Grafschaft Rietberg, wo seine Schwester Onna mit dem dortigen Herrscher verheiratet war. Von hier aus schloss er Bündnisse mit seiner Cousine Maria von Jever und dem mächtigen Karl von Egmond, Herzog von Geldern, der ihm als erklärter Feind der protestantischen Cirksenas seine Unterstützung gewährte. | ||
Mit den geldrischen und jeverschen Truppen im Rücken kehrte Balthasar zurück und brach die "Geldrische Fehde" vom Zaun, einen beinahe vier Jahre währenden Konflikt, der in Ostfriesland schwere Verwüstungen anrichtete. Zwar war Balthasar nun ein Vasall des Herzogs von Geldern, doch konnte er mit dieser mächtigen Unterstützung wieder plündern und brandschatzen, wie es ihm beliebte. Auch ließ er wieder vermehrt Bremer Schiffe überfallen. Letztlich verhängte Karl V., Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, die Reichsacht über Balthasar, womit dieser faktisch vogelfrei wurde. Nachdem seine Cousine Maria von Jever sich mit den Cirksenas auf einen Frieden einigte, überfiel Balthasar das Jeverland. Diese schlug jedoch mit Bremer Streitkräften zurück, sodass Esens erneut belagert wurde. Während dieser Belagerung starb der kinderlose Balthasar und das Harlingerland fiel durch seine Schwester Onna an die Rietberger, die kurze Zeit später Frieden mit Bremen schlossen. Mit dem Tode Balthasars verloren die Attena ihre Bedeutung als Häuptlingsgeschlecht. | Mit den geldrischen und jeverschen Truppen im Rücken kehrte Balthasar zurück und brach die "Geldrische Fehde" vom Zaun, einen beinahe vier Jahre währenden Konflikt, der in Ostfriesland schwere Verwüstungen anrichtete. Zwar war Balthasar nun ein Vasall des Herzogs von Geldern, doch konnte er mit dieser mächtigen Unterstützung wieder plündern und brandschatzen, wie es ihm beliebte. Auch ließ er wieder vermehrt Bremer Schiffe überfallen. Letztlich verhängte Karl V., Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, die Reichsacht über Balthasar, womit dieser faktisch vogelfrei wurde. Nachdem seine Cousine Maria von Jever sich mit den Cirksenas auf einen Frieden einigte, überfiel Balthasar das Jeverland. Diese schlug jedoch mit Bremer Streitkräften zurück, sodass Esens erneut belagert wurde. Während dieser Belagerung starb der kinderlose Balthasar und das Harlingerland fiel durch seine Schwester Onna an die Rietberger, die kurze Zeit später Frieden mit Bremen schlossen. Mit dem Tode Balthasars verloren die Attena ihre Bedeutung als Häuptlingsgeschlecht. | ||