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==Wappen==
==Wappen==
Das Wappen zeigt im grünen Schildhaupt einen silbernen Fisch mit goldenen Flossen und darunter einen roten Blitz mit silbernem Rand. Es wurde von der Gemeinde [[Lintelermarsch]] übernommen, welche 1972 Teil von Norden wurde und das Wappen am 26. Juli 1960 verliehen bekam. Es handelt sich um ein sogennantes "redendes Wappen", da es die Ortsgeschichte - wie bei [[Neuwesteel]] - bildlich wiedergibt. Der Fisch im oberen Bereich spiegelt die in Norddeich jahrhundertelang bedeutende Fischerei wieder, der Blitz steht für die Sendestelle von [[Norddeich Radio]], welche sich in Osterloog befand. Heute befindet sich dort das [[Waloseum]]. Die Farbgebung Rot-Silber wurde vom Anstrich der Sendetürme übernommen. Das Grün im Wappen steht für die Landwirtschaft, die ebenfalls lange Zeit eine große Bedeutung hatte und in den östlichen Gebieten Norddeichs bis heute hat.
Das Wappen zeigt im grünen Schildhaupt einen silbernen Fisch mit goldenen Flossen und darunter einen roten Blitz mit silbernem Rand. Es wurde von der Gemeinde [[Lintelermarsch]] übernommen, welche 1972 Teil von Norden wurde und das Wappen am 26. Juli 1960 verliehen bekam. Es handelt sich um ein sogennantes "redendes Wappen", da es die Ortsgeschichte - wie bei [[Neuwesteel]] - bildlich wiedergibt. Der Fisch im oberen Bereich spiegelt die hier jahrhundertelang bedeutende Fischerei wieder, der Blitz steht für die Sendestelle von [[Norddeich Radio]], welche sich in Osterloog befand. Heute befindet sich dort das [[Waloseum]]. Die Farbgebung Rot-Silber wurde vom Anstrich der Sendetürme übernommen. Das Grün im Wappen steht für die Landwirtschaft, die ebenfalls lange Zeit eine große Bedeutung hatte und in den östlichen Gebieten der Lintelermarsch bis heute hat.


==Bevölkerungsentwicklung==
==Bevölkerungsentwicklung==
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Der Ort befindet sich in einem Kalkmarschgebiet in einer Höhe von bis zu 1,4 m über Meeresniveau (NN). Eine von Südwest nach Nordost zum Teil am [[Süderschloot]] verlaufende Linie trennt die Lintelermarsch von der südlich gelegenen ehemaligen, heute zu Norden gehörenden [[Sandbauerschaft]]. Diese Linie ist heute die Grenze zu [[Neustadt]]. In nördlicher Richtung wird der Ort vom Wattenmeer begrenzt, im Osten von der [[Ostermarsch]] und im Westen von [[Westermarsch II]].
Der Ort befindet sich in einem Kalkmarschgebiet in einer Höhe von bis zu 1,4 m über Meeresniveau (NN). Eine von Südwest nach Nordost zum Teil am [[Süderschloot]] verlaufende Linie trennt die Lintelermarsch von der südlich gelegenen ehemaligen, heute zu Norden gehörenden [[Sandbauerschaft]]. Diese Linie ist heute die Grenze zu [[Neustadt]]. In nördlicher Richtung wird der Ort vom Wattenmeer begrenzt, im Osten von der [[Ostermarsch]] und im Westen von [[Westermarsch II]].


In Teilen der südlichen Ausläufer des Ortes weist der Boden eine sandige und weißlich bis rötlichgraue Farbe auf. Der Großteil des Bodens in Norddeich und Umgebung besteht jedoch aus sehr fruchtbarem Marschboden, der eher kräftig hell und gelblich ist.
In Teilen der südlichen Ausläufer des Ortes weist der Boden eine sandige und weißlich bis rötlichgraue Farbe auf. Der Großteil des Bodens in der Lintelermarsch und Umgebung besteht jedoch aus sehr fruchtbarem Marschboden, der eher kräftig hell und gelblich ist.


Auffallend sind um Norddeich die vielen mit Schilf bestandenen Wasserstellen. Sie sind in den letzten Jahrhunderten durch immer wieder notwendig werdende Deichbauten entstanden. Außerdem sind etliche meist runde oder längliche Wasserstellen bzw. -löcher zu finden, die die verschiedenen Sturmfluten verursacht haben und als [[Kolk]] bezeichnet werden.
Auffallend sind um Norddeich die vielen mit Schilf bestandenen Wasserstellen. Sie sind in den letzten Jahrhunderten durch immer wieder notwendig werdende Deichbauten entstanden. Außerdem sind etliche meist runde oder längliche Wasserstellen bzw. -löcher zu finden, die die verschiedenen Sturmfluten verursacht haben und als [[Kolk]] bezeichnet werden.
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==Verwaltung==
==Verwaltung==
Der oberste Beamte in der Grafen- bzw. Fürstenzeit (1464-1744) im Amt Norden war der Drost, später [[Amtsverwalter]] genannt, der die Oberaufsicht und Polizeigewalt im ganzen [[Amt Norden]] hatte. Der Vogt, ein Exekutivbeamte des Drosten, wurde vom Fürsten persönlich ernannt. Sein Arbeitsbereich umfasste die Lintelermarsch mitsamt Norddeich sowie die bei Norden gelegene Gemeinde [[Sandbauerschaft]]. Dem Vogt wurde ein sogenannter Auskündiger beigesetzt, der vom Amtsverwalter eingesetzt wurde. Zusätzlich gab es die Rottmeister, benannt nach den Rotten (vergleichbar mit heutigen Stadtvierteln) die die Aufgabe hatten, den Leuten, die im Rott wohnten, Steuerangelegenheiten und andere die Allgemeinheit betreffenden Pflichten oder Bestellungen kundzutun. Der Rottmeister amtierte zwei Jahre, das Amt wurde im Rott vergeben.
Der oberste Beamte in der Grafen- bzw. Fürstenzeit (1464-1744) im Amt Norden war der Drost, später [[Amtsverwalter]] genannt, der die Oberaufsicht und Polizeigewalt im ganzen [[Amt Norden]] hatte. Der Vogt, ein Exekutivbeamte des Drosten, wurde vom Fürsten persönlich ernannt. Sein Arbeitsbereich umfasste die Lintelermarsch sowie die bei Norden gelegene Gemeinde [[Sandbauerschaft]]. Dem Vogt wurde ein sogenannter Auskündiger beigesetzt, der vom Amtsverwalter eingesetzt wurde. Zusätzlich gab es die Rottmeister, benannt nach den Rotten (vergleichbar mit heutigen Stadtvierteln) die die Aufgabe hatten, den Leuten, die im Rott wohnten, Steuerangelegenheiten und andere die Allgemeinheit betreffenden Pflichten oder Bestellungen kundzutun. Der Rottmeister amtierte zwei Jahre, das Amt wurde im Rott vergeben.


Im 19. Jahrhundert stand ein Bürgermeister an oberster Spitze in der Gemeinde Lintelermarsch und nach der Gemeindereform 1972 ein [[Ortsvorsteher]], der Norddeich vor dem Rat und der Verwaltung der Stadt Norden vertritt.
Im 19. Jahrhundert stand ein Bürgermeister an oberster Spitze in der Gemeinde Lintelermarsch und nach der Gemeindereform 1972 ein [[Ortsvorsteher]], der die Lintelermarsch vor dem Rat und der Verwaltung der Stadt Norden vertritt.


==Bildung==
==Bildung==
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==Religion==
==Religion==
Bis ins 20. Jahrhundert besuchten die Einwohner die Kirchen in Norden, vor allem die [[Ludgerikirche]], da die meisten evangelisch-lutherischer Glaubensrichtung waren. Seit Mitte der 1970er Jahre verfügt Norddeich mit der [[Arche]] über eine eigene Kirche. Später kam noch die [[Friedenskirche]] im [[Sozialwerk Nazareth]] dazu. Die wenigen römisch-katholischen und reformierten Bürger besuchen weiterhin die entsprechenden Kirchen in Norden.
Bis ins 20. Jahrhundert besuchten die Einwohner die Kirchen in Norden, vor allem die [[Ludgerikirche]], da die meisten evangelisch-lutherischer Glaubensrichtung waren. Seit Mitte der 1970er Jahre verfügte die Gemeinde mit der [[Arche]] über eine eigene Kirche. Später kam noch die [[Friedenskirche]] im [[Sozialwerk Nazareth]] dazu. Die wenigen römisch-katholischen und reformierten Bürger besuchen weiterhin die entsprechenden Kirchen in Norden.


==Gesundheit und Soziales==
==Gesundheit und Soziales==
Die Betreuung der Hilfsbedürftigen wurde früher von den Kirchengemeinden geleistet und nicht vom Staat. Die dafür benötigten Gelder stammten aus eigenen Ländereien und Kapitalvermögen und wurden auch [[Armenland]] genannt. In Norddeich wurde die Ländereien vor allem durch den [[Hof Armenplatz]], welcher noch heute erhalten ist, bewirtschaftet. Norddeich war dem [[Armenverband Norden]] und der Norder Kirchengemeinde angegliedert.
Die Betreuung der Hilfsbedürftigen wurde früher von den Kirchengemeinden geleistet und nicht vom Staat. Die dafür benötigten Gelder stammten aus eigenen Ländereien und Kapitalvermögen und wurden auch [[Armenland]] genannt. In der Lintelermarsch wurde die Ländereien vor allem durch den [[Hof Armenplatz]], welcher noch heute erhalten ist, bewirtschaftet. Die Gemeinde war dem [[Armenverband Norden]] und der Norder Kirchengemeinde angegliedert.


1973 errichtet die Pfingstgemeinde in Norddeich ein Erholungszentrum, das 1977 als [[Sozialwerk Nazareth | Freizeit- und Heimstätte Nazareth]] bekannt wird und im Laufe der Jahre tausenden Flüchtlingen und Asylsuchenden Unterstützung und Unterkunft geboten hat.
1973 errichtet die Pfingstgemeinde in Norddeich ein Erholungszentrum, das 1977 als [[Sozialwerk Nazareth | Freizeit- und Heimstätte Nazareth]] bekannt wird und im Laufe der Jahre tausenden Flüchtlingen und Asylsuchenden Unterstützung und Unterkunft geboten hat.