Gnadenkirche Tidofeld: Unterschied zwischen den Versionen
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==Geschichte== | ==Geschichte== | ||
Bereits im August 1948 richteten die Bewohner des Lagers in einer Baracke eine Kirche ein. Die Räumlichkeiten dieser Barackenkirche und die laufenden Kosten wurden unter den Bewohnern solidarisch geteilt und die drei im Lager vertrenenen Konfessionen (evangelisch-lutherisch, evangelisch-baptistisch und römisch-katholisch) hielten ihre Gottesdienste abwechselnd ab. Aufgrund des großen Zuwaches der (evangelisch-lutherischen) Gemeinde wurde diese Notlösung im Jahr 1961 durch den heutigen Bau ersetzt.<ref>[https://www.kirchenkreis-norden.de/Projekte---Konzepte/Dokumentationsst-tte-Gnadenkirche-Tidofeld Beschreibung der Gnadenkirche Tidofeld] beim Kirchenkreis Norden], abgerufen am 25. März 2021</ref> Die zwei verbliebenen Konfessionen besuchten fortan die [[Baptistenkirche]] und die [[Ludgeruskirche]] in [[Norden (Stadtteil)|Norden]]. | Bereits im August 1948 richteten die Bewohner des Lagers in einer Baracke eine Kirche ein. Die Räumlichkeiten dieser Barackenkirche und die laufenden Kosten wurden unter den Bewohnern solidarisch geteilt und die drei im Lager vertrenenen Konfessionen (evangelisch-lutherisch, evangelisch-baptistisch und römisch-katholisch) hielten ihre Gottesdienste abwechselnd ab. Aufgrund des großen Zuwaches der (evangelisch-lutherischen) Gemeinde wurde diese Notlösung im Jahr 1961 durch den heutigen Bau ersetzt.<ref name=":0">[https://www.kirchenkreis-norden.de/Projekte---Konzepte/Dokumentationsst-tte-Gnadenkirche-Tidofeld Beschreibung der Gnadenkirche Tidofeld] beim Kirchenkreis Norden], abgerufen am 25. März 2021</ref> Die zwei verbliebenen Konfessionen besuchten fortan die [[Baptistenkirche]] und die [[Ludgeruskirche]] in [[Norden (Stadtteil)|Norden]]. | ||
Der Kirchenraum hat eine Fläche von gut 167 Quadratmetern, der dazugehörige Gemeindesaal eine Fläche von weiteren 38 Quadratmetern. Die Gnadenkirche gilt wegen ihrer Größe und Lage inmitten einer Vertriebenensiedlung als eine der bemerkenswerten Vertriebenenkirchen Deutschlands. Das Gebäude ist auch unter kunsthistorischen Aspekten sehenswert: Max Herrmann (Oldenburg), Meisterschüler von Otto Dix und Max Beckmann, schuf die beeindruckenden Glasfenster im Bereich des Eingangs, der ehemaligen Sakristei, des ehemaligen Chorraums und der durch den Umbau nivellierten Empore. Die farbenfrohe Rosette in der Westfassade ziert nun auch das Logo der Dokumentationsstätte Gnadenkirche Tidofeld. Seit Mitte 2007 steht das Gebäude unter Denkmalschutz. | Der Kirchenraum hat eine Fläche von gut 167 Quadratmetern, der dazugehörige Gemeindesaal eine Fläche von weiteren 38 Quadratmetern. Die Gnadenkirche gilt wegen ihrer Größe und Lage inmitten einer Vertriebenensiedlung als eine der bemerkenswerten Vertriebenenkirchen Deutschlands. Das Gebäude ist auch unter kunsthistorischen Aspekten sehenswert: Max Herrmann (Oldenburg), Meisterschüler von Otto Dix und Max Beckmann, schuf die beeindruckenden Glasfenster im Bereich des Eingangs, der ehemaligen Sakristei, des ehemaligen Chorraums und der durch den Umbau nivellierten Empore. Die farbenfrohe Rosette in der Westfassade ziert nun auch das Logo der Dokumentationsstätte Gnadenkirche Tidofeld. Seit Mitte 2007 steht das Gebäude unter Denkmalschutz. | ||
Das Gelände der Dokumentationsstätte bietet jährlich Raum für große ökumenische Freiluft-Gottesdienste zum Thema Integration, Menschenwürde, Völkerverständigung. Regelmäßig werden Veranstaltungen zu vielfältigen Themen der deutschen Migrations- und Zeitgeschichte ausgerichtet. Zu den Höhepunkten zählten Symposien mit (ehemaligen und aktuellen) Flüchtlingen aus Schlesien, Iran, Syrien und Uganda. Auch werden Sonderausstellungen angeboten, zum Beispiel zur Geschichte der Juden in den preußischen Provinzen Hannover und Ostpreußen oder zur zivilen Seenotrettung im Mittelmeer. | Das Gelände der Dokumentationsstätte bietet jährlich Raum für große ökumenische Freiluft-Gottesdienste zum Thema Integration, Menschenwürde, Völkerverständigung. Regelmäßig werden Veranstaltungen zu vielfältigen Themen der deutschen Migrations- und Zeitgeschichte ausgerichtet. Zu den Höhepunkten zählten Symposien mit (ehemaligen und aktuellen) Flüchtlingen aus Schlesien, Iran, Syrien und Uganda. Auch werden Sonderausstellungen angeboten, zum Beispiel zur Geschichte der Juden in den preußischen Provinzen Hannover und Ostpreußen oder zur zivilen Seenotrettung im Mittelmeer.<ref name=":0" /> | ||
==Dokumentationsstätte== | ==Dokumentationsstätte<ref name=":0" />== | ||
Um die Jahrtausendwende sank die Zahl der Gottesdienstbesucher, sodass der Kirchenkreis Norden – nach Übernahme des Gebäudes von der Norder Ludgerigemeinde – im Jahre 2005 eine Umnutzung zur Dokumentationsstätte für die Integration der Flüchtlinge und Vertriebenen in Niedersachsen und Nordwestdeutschland beschloss. | Um die Jahrtausendwende sank die Zahl der Gottesdienstbesucher, sodass der Kirchenkreis Norden – nach Übernahme des Gebäudes von der Norder Ludgerigemeinde – im Jahre 2005 eine Umnutzung zur Dokumentationsstätte für die Integration der Flüchtlinge und Vertriebenen in Niedersachsen und Nordwestdeutschland beschloss. | ||