Synagoge: Unterschied zwischen den Versionen
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In der Reichspogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurde die Synagoge von den Nationalsozialisten unter der Führung des NSDAP-Kreisleiters [[Lenhard Everwien]] niedergebrannt. Dieser hatte das dafür verwendete Benzin zuvor eigens mit zwei weiteren Parteimitgliedern bei einer Norder Tankstelle besorgt. Die bereits vorab alarmierte [[Feuerwehr Norden|Norder Feuerwehr]] wurde ausdrücklich angewiesen, ihre Maßnahmen lediglich darauf zu beschränken, ein Übergreifen der Flammen auf benachbarte Gebäude zu verhindern.<ref>Gödeken, Lina (2000): Rund um die Synagoge in Norden. Die Geschichte der Synagogengemeinde seit 1866, Aurich, S. 304</ref> Hierfür wurde dieser 1948 zu vier Jahren Zuchthaus und neun Monaten Gefängnis verurteilt, wobei in diese Strafe auch mehrere Verfahren wegen Denunziation - vor allem jüdischer Bürger - eingerechnet wurde.<ref>Lüpke-Müller, Inge (1998): Eine Region im politischen Umbruch. Der Demokratisierungsprozess in Ostfriesland nach dem Zweiten Weltkrieg, Aurich, S. 215</ref> Die Überbleibsel der Synagoge wurden nach dem Brand einem Norder Altwarenhändler zur Beseitigung und Wiederverwertung der Überreste übergeben.<ref name=":0" /> | In der Reichspogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurde die Synagoge von den Nationalsozialisten unter der Führung des NSDAP-Kreisleiters [[Lenhard Everwien]] niedergebrannt. Dieser hatte das dafür verwendete Benzin zuvor eigens mit zwei weiteren Parteimitgliedern bei einer Norder Tankstelle besorgt. Die bereits vorab alarmierte [[Feuerwehr Norden|Norder Feuerwehr]] wurde ausdrücklich angewiesen, ihre Maßnahmen lediglich darauf zu beschränken, ein Übergreifen der Flammen auf benachbarte Gebäude zu verhindern.<ref>Gödeken, Lina (2000): Rund um die Synagoge in Norden. Die Geschichte der Synagogengemeinde seit 1866, Aurich, S. 304</ref> Hierfür wurde dieser 1948 zu vier Jahren Zuchthaus und neun Monaten Gefängnis verurteilt, wobei in diese Strafe auch mehrere Verfahren wegen Denunziation - vor allem jüdischer Bürger - eingerechnet wurde.<ref>Lüpke-Müller, Inge (1998): Eine Region im politischen Umbruch. Der Demokratisierungsprozess in Ostfriesland nach dem Zweiten Weltkrieg, Aurich, S. 215</ref> Die Überbleibsel der Synagoge wurden nach dem Brand einem Norder Altwarenhändler zur Beseitigung und Wiederverwertung der Überreste übergeben.<ref name=":0" /> | ||
Nach dem Krieg wurde der Bereich rund um die Synagoge überbaut. Im September 1985 wurde ihr Grundmauernfragment freigelegt. | Nach dem Krieg wurde der Bereich rund um die Synagoge überbaut. Im September 1985 wurde ihr Grundmauernfragment freigelegt. Der [[Ökumenischer Arbeitskreis Synagogenweg Norden|Ökumenische Arbeitskreis Synagogenweg Norden e.V.]] gründete sich noch im selben Jahr und bemühte sich um die Einrichtung einer Gedenkstätte am Ort der ehemaligen Synagoge. Zwei Jahre später kaufte die Stadt Norden das Grundstück und ließ dort eine Gedenkstätte einrichten, in deren Zentrum ein Gedenkstein für die niedergebrannte Synagoge steht. Diese wurde während einer "Woche der Begegnung" am 21. Juni 1987 in Anwesenheit ehemaliger Norder Juden und deren Angehörigen eingeweiht.<ref name=":1" /> | ||
Die weiteren Gebäude des ehemaligen [[Jüdische Gemeinde Norden|jüdischen Gemeindezentrums]], wie die [[Jüdische Schule]] und des [[Vorsängers Haus]] sind weitgehend erhalten. Damit ist das Ensemble einzigartig in Ostfriesland. | Die weiteren Gebäude des ehemaligen [[Jüdische Gemeinde Norden|jüdischen Gemeindezentrums]], wie die [[Jüdische Schule]] und des [[Vorsängers Haus]] sind weitgehend erhalten. Damit ist das Ensemble einzigartig in Ostfriesland. | ||