Polizei Norden: Unterschied zwischen den Versionen
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[[Datei:NWZ 03081945 01.jpg|links|mini|Zeitungsbericht der Nordwest Zeitung vom 3. August 1945.]][[Datei:Polizei 01011950 01.jpg|mini|Ein Polizist ermahnt eine Verkehrsteilnehmerin an der Kreuzung [[Neuer Weg]] / [[Osterstraße]]. (um 1950)]] | [[Datei:NWZ 03081945 01.jpg|links|mini|Zeitungsbericht der Nordwest Zeitung vom 3. August 1945.]][[Datei:Polizei 01011950 01.jpg|mini|Ein Polizist ermahnt eine Verkehrsteilnehmerin an der Kreuzung [[Neuer Weg]] / [[Osterstraße]]. (um 1950)]] | ||
===Britische Besatzungszeit=== | ===Britische Besatzungszeit=== | ||
Am 4. Mai 1945 wurde Norden von kanadischen Streitkräften nach einer kampflosen Übergabe der Stadt besetzt. Norden - und damit auch die Polizei - wurde unter den Oberbefehl der Britischen Militärregierung gestellt, die Sicherheit und Ordnung oblag nun der britischen Militärpolizei. Polizeimeister Limbach führte gemeinsam mit dem Landrat | Am 4. Mai 1945 wurde Norden von kanadischen Streitkräften nach einer kampflosen Übergabe der Stadt besetzt. Norden - und damit auch die Polizei - wurde unter den Oberbefehl der Britischen Militärregierung gestellt, die Sicherheit und Ordnung oblag nun der britischen Militärpolizei. Polizeimeister Limbach führte gemeinsam mit Bürgermeister [[Wilhelm Meyer-Degering]] und dem Landrat die Verhandlungen mit den Alliierten, bei denen die Besatzungsoffiziere die Abgabe aller Waffen sowie die vorläufige Schließung des Gerichts und der Post verfügten. Ein Großteil der Polizeibeamten wurde im Rahmen der Entnazifierung suspendiert, Limbach ging Ende September des Jahres in Pension. | ||
Die britische Militärpolizei war kaum in der Lage, Herr der katastrophalen Nachkriegslage zu werden. Schon Mitte 1945 wurde die Polizei daher durch die Einstellung von schnellausgebildeten deutschen Polizisten reorganisiert. Der Polizeiaufbau erfolgte nach britischem Vorbild mit weitgehend dezentralisierter Struktur und fehlender Bewaffnung. Es entstanden Stadt- und Regionspolizeien, die von Polizeiausschüssen unter kommunaler Hoheit kontrolliert wurden. Gründe für diese uneinheitliche Struktur waren insbesondere alliierte Bedenken gegen eine zu große Machtfülle der Polizei und Befürchtungen vor einem militärischen Charakter. Da man kaum genügend geeignete Beamte rekrutieren konnte, musste man viele der im Rahmen der Entnazifierung suspendierten Beamten wieder einstellen. Als Ausstattung erhielten die Polizisten einen Holzknüppel sowie dunkelblau eingefärbte Wehrmachtsuniformen. Der traditionelle Tschako wurde zunächst weiterhin getragen, natürlich jedoch in entnazifiziertem Zustand. Aufgrund der nicht wasserfesten Farbe fürchteten sich die Polizisten beinahe vor Regen. | Die britische Militärpolizei war kaum in der Lage, Herr der katastrophalen Nachkriegslage zu werden. Schon Mitte 1945 wurde die Polizei daher durch die Einstellung von schnellausgebildeten deutschen Polizisten reorganisiert. Der Polizeiaufbau erfolgte nach britischem Vorbild mit weitgehend dezentralisierter Struktur und fehlender Bewaffnung. Es entstanden Stadt- und Regionspolizeien, die von Polizeiausschüssen unter kommunaler Hoheit kontrolliert wurden. Gründe für diese uneinheitliche Struktur waren insbesondere alliierte Bedenken gegen eine zu große Machtfülle der Polizei und Befürchtungen vor einem militärischen Charakter. Da man kaum genügend geeignete Beamte rekrutieren konnte, musste man viele der im Rahmen der Entnazifierung suspendierten Beamten wieder einstellen. Als Ausstattung erhielten die Polizisten einen Holzknüppel sowie dunkelblau eingefärbte Wehrmachtsuniformen. Der traditionelle Tschako wurde zunächst weiterhin getragen, natürlich jedoch in entnazifiziertem Zustand. Aufgrund der nicht wasserfesten Farbe fürchteten sich die Polizisten beinahe vor Regen. | ||