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Das Chorgestühl an den beiden Seiten des Hochchores entstand 1481 vermutlich für das [[Kloster Marienthal]], das, wie so viele Norder Gebäude, 1531 von [[Balthasar von Esens]] zerstört wurde. Wahrscheinlich Mitte der 1560er Jahre wurde es in die Ludgerikirche verbracht, als während der Amtszeit von Pastor [[Andreas Larletanus]] (im Amt 1565–1577) der Chorraum in einen Abendmahlschor reformierter Prägung umgestaltet wurde. Das ehemalige Mönchsgestühl musste vor dem Einbau verkürzt werden und diente nun in kreisförmiger Anordnung der Gemeinde als Kommunikantenbank. Die dabei übrig gebliebenen Sitze befinden sich im Chorumgang. Die östlichen Seitenwangen sind an der nördlichen Stuhlreihe mit der Kreuzigung Jesu verziert; an der südlichen Stuhlreihe ist die Verkündigung des Engels Gabriel an Maria zu sehen. Die Handknäufe zwischen den Stuhlreihen zeigen pflanzliche Motive und einen Menschenkopf.
Das Chorgestühl an den beiden Seiten des Hochchores entstand 1481 vermutlich für das [[Kloster Marienthal]], das, wie so viele Norder Gebäude, 1531 von [[Balthasar von Esens]] zerstört wurde. Wahrscheinlich Mitte der 1560er Jahre wurde es in die Ludgerikirche verbracht, als während der Amtszeit von Pastor [[Andreas Larletanus]] (im Amt 1565–1577) der Chorraum in einen Abendmahlschor reformierter Prägung umgestaltet wurde. Das ehemalige Mönchsgestühl musste vor dem Einbau verkürzt werden und diente nun in kreisförmiger Anordnung der Gemeinde als Kommunikantenbank. Die dabei übrig gebliebenen Sitze befinden sich im Chorumgang. Die östlichen Seitenwangen sind an der nördlichen Stuhlreihe mit der Kreuzigung Jesu verziert; an der südlichen Stuhlreihe ist die Verkündigung des Engels Gabriel an Maria zu sehen. Die Handknäufe zwischen den Stuhlreihen zeigen pflanzliche Motive und einen Menschenkopf.


Von den fünf Altären, die vor der Reformation in der Ludgerikirche standen, ist der Hochaltar (entstanden vor 1481) der einzige, der in Teilen erhalten blieb. Der spätgotische Schnitzaltar war vor seiner Umgestaltung wahrscheinlich ein Marienaltar. Von diesem stammt der spätgotische Baldachin (Traghimmel), der am Rand mit Kielbögen, Fialen, Kreuzblumen und gotischen Krabben verziert ist. Der Altar ist vom reformatorischen Bildersturm geprägt. In Norddeutschland treten daran anschließend im 16. und 17. Jahrhundert in den reformierten aber auch lutherischen Kirchen Schriftaltäre an die Stelle der mittelalterlichen Bildwerke. Der Norder Altar wurde im Jahre 1577 in mittelniederdeutscher Sprache mit Goldbuchstaben auf azurblauem Hintergrund beschrieben. In geöffnetem Zustand ist auf den beiden Flügeln des Triptychons jeweils ein Auszug aus dem 1. Brief des Paulus an die Korinther zu sehen. Es sind dies auf der linken Seite 1 Kor 10,15–17 <small>EU</small> sowie auf der rechten 1 Kor 11,26-28 <small>EU</small>. Auf der Mitteltafel wird der Einsetzungstext zum Abendmahl aufgeführt (1 Kor 11,23–25 <small>EU</small>).
Von den fünf Altären, die vor der Reformation in der Ludgerikirche standen, ist nur der Hochaltar aus der Zeit vor 1481 der einzige, der zumindest in Teilen erhalten blieb. Der spätgotische Schnitzaltar war vor seiner Umgestaltung wahrscheinlich ein Marienaltar. Von diesem stammt der spätgotische Baldachin (Traghimmel), der am Rand mit Kielbögen, Fialen, Kreuzblumen und gotischen Krabben verziert ist. Der Altar ist vom reformatorischen Bildersturm geprägt. In Norddeutschland treten daran anschließend im 16. und 17. Jahrhundert in den reformierten aber auch lutherischen Kirchen Schriftaltäre an die Stelle der mittelalterlichen Bildwerke. Der Norder Altar wurde im Jahre 1577 in mittelniederdeutscher Sprache mit Goldbuchstaben auf azurblauem Hintergrund beschrieben. In geöffnetem Zustand ist auf den beiden Flügeln des Triptychons jeweils ein Auszug aus dem 1. Brief des Paulus an die Korinther zu sehen. Auf der Mitteltafel wird der Einsetzungstext zum Abendmahl aufgeführt. Die Flügeltüren wurden bei den täglichen Wochengottesdiensten geschlossen. Auf der dann zu sehenden Werktagsseite sind die Zehn Gebote aufgeführt, die das Alltagsleben regeln.


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Die beiden Kniebänke rechts und links des Altars stammen wahrscheinlich aus dem Jahre 1785. In diesem Jahr wurden die inneren Schrifttafeln durch spätbarocke Gemälde des Groninger Historienmalers Friedrich Cornelius de Hosson verdeckt und die Zehn Gebote auf der Rückseite einfarbig übermalt. 1983 wurden die Gemälde zur Restaurierung abgenommen, so dass der Schriftaltar heute wieder in seiner ursprünglichen Form zu sehen ist. Die abgenommenen Gemälde hängen seither im Langhaus. Die Beschriftung der Rückseiten der Altarflügel war schon 1892 wiederhergestellt worden, damals allerdings mit schwarzem Hintergrund.


Die Flügeltüren wurden den liturgischen Gewohnheiten folgend bei den täglichen Wochengottesdiensten geschlossen. Auf der dann zu sehenden Werktagsseite sind die Zehn Gebote aufgeführt, die das Alltagsleben regeln.
Zwischen zwei der nördlichen Rundpfeiler des Chores befindet sich links neben dem Altar das um 1480 aus Baumberger Kalksandstein hergestellte Sakramentshaus. Es stellt in verkleinerter Form die Vorstellung der idealen Architektur eines Turms der Gotik dar, wie sie in Wirklichkeit nicht zu realisieren war, da die zierlichen Formen aus dem weichen Stein im Außenbereich den klimatischen Bedingungen nicht standhalten können. Die mehrstöckige Bekrönung wirkt wie ein spätgotischer Kirchturmhelm. An dessen Spitze befand sich ursprünglich ein Pelikan. Der figürliche Schmuck ist jüngeren Datums. Vermutet wird, dass auch ursprünglich ein reichhaltiger Figurenschmuck vorhanden war. Das Sakramentshaus bildet mit dem anschließenden Türsturz, der die gleichen spätgotischen Zierelemente trägt, eine Einheit.


Der durch Ionische Säulen in drei Felder gegliederte hölzerne Abendmahlstisch in antikisierender Tempelarchitektur ersetzte 1577 die ursprüngliche, steinerne Mensa.
Im Inneren des Sakramentshauses sind vier Wandfresken erhalten, die aus der Zeit um 1500 stammen. Jede dieser Fresken zeigt einen Engel, der in der einen Hand eine brennende Kerze hält und mit der anderen Hand ein Weihrauchfass schwingt. So sollte die Verehrung der einst im Inneren aufbewahrten Hostien zum Ausdruck gebracht werden. Im 19. Jahrhundert war das Tabernakel in einem so desolaten Zustand, dass es im Jahre 1886 renoviert wurde. Im Zuge der neugotischen Bewegung wurden Teile des mittelalterlichen Werkes nachempfindend rekonstruiert. Einige Figuren wurden frei ergänzt und Originales verändert. Insgesamt wurden 90 Ergänzungsstücke angefertigt und an der Spitze an Stelle des Pelikans eine Kreuzblume aufgesetzt.


Die beiden Kniebänke rechts und links des Altars stammen wahrscheinlich aus dem Jahre 1785. In diesem Jahr wurden die inneren Schrifttafeln durch spätbarocke Gemälde des Groninger Historienmalers Friedr. Corn. de Hosson verdeckt und die Zehn Gebote auf der Rückseite einfarbig übermalt. 1983 wurden die Gemälde zur Restaurierung abgenommen, so dass der Schriftaltar heute wieder in seiner ursprünglichen Form zu sehen ist. Die abgenommenen Gemälde hängen seither im Langhaus. Die Beschriftung der Rückseiten der Altarflügel war schon 1892 wiederhergestellt worden, damals allerdings mit schwarzem Hintergrund.
Der vermutlich aus dem frühen 14. Jahrhundert stammende Taufstein ist das älteste Ausstattungsstück der Ludgerikirche. Er wurde aus Bentheimer Sandstein geschaffen. Das runde Taufbecken ruht auf einem sechseckigen Schaft. Beide Teile sind mit Dreipassbögen verziert. Im Jahre 1957 erhielt das Taufbecken seinen heutigen Messingeinsatz und der Taufstein wurde an seinem gegenwärtigen Platz neben dem Hochaltar aufgestellt, nachdem er zuvor im Laufe der Jahrhunderte mehrfach seinen Standort gewechselt hatte.
 
Zwischen zwei der nördlichen Rundpfeiler des Chores befindet sich links neben dem Altar das um 1480 aus Baumberger Kalksandstein gearbeitete Sakramentshaus. Es stellt in verkleinerter Form die Vorstellung der idealen Architektur eines Turms der Gotik dar, wie sie in Wirklichkeit nicht zu realisieren war, da die zierlichen Formen aus dem weichen Stein im Außenbereich den klimatischen Bedingungen nicht standhalten können.
 
Die mehrstöckige Bekrönung wirkt wie ein spätgotischer Kirchturmhelm. An dessen Spitze befand sich ursprünglich ein Pelikan.
 
Der figürliche Schmuck ist jüngeren Datums. Eine der Figuren stammt aus der Werkstatt des ''Meisters des Molbergener Altares''. Vermutet wird, dass auch ursprünglich ein reichhaltiger Figurenschmuck vorhanden war. Das Sakramentshaus bildet mit dem anschließenden Türsturz, der die gleichen spätgotischen Zierelemente trägt, eine Einheit.
 
Im Inneren des Sakramentshauses sind vier Wandfresken erhalten, die aus der Zeit um 1500 stammen. Jede dieser Fresken zeigt einen Engel, der in der einen Hand eine brennende Kerze hält und mit der anderen Hand ein Weihrauchfass schwingt. So sollte die Verehrung der einst im Inneren aufbewahrten Hostien zum Ausdruck gebracht werden.
 
Im 19. Jahrhundert war das Tabernakel in einem so desolaten Zustand, dass es im Jahre 1886 renoviert wurde. Im Zuge der neugotischen Bewegung wurden Teile des mittelalterlichen Werkes nachempfindend rekonstruiert. Einige Figuren wurden frei ergänzt und Originales verändert. Insgesamt wurden 90 Ergänzungsstücke angefertigt und an der Spitze an Stelle des Pelikans eine Kreuzblume aufgesetzt.
 
Der vermutlich aus dem frühen 14. Jahrhundert stammende Taufstein ist das älteste Ausstattungsstück der Ludgerikirche. Er wurde aus Bentheimer Sandstein geschaffen. Das runde Taufbecken ruht auf einem sechseckigen Schaft. Beide Teile sind mit Dreipassbögen verziert. Im Jahre 1957 erhielt das Taufbecken seinen heutigen Messingeinsatz und der Taufstein wurde an seinem gegenwärtigen Platz neben dem Hochaltar aufgestellt, nachdem er zuvor im Laufe der Jahrhunderte mehrfach seinen Standort gewechselt hatte.#


Wie beim Hochchor stammt auch die Ausstattung des Chorumgangs überwiegend aus vorreformatorischen Zeiten. An den Pfeilern sind hier viele Epitaphe, meist als hölzerne Erinnerungstafeln zu sehen. Auf dem Boden befinden sich mehrere steinerne Grabplatten, die davon zeugen, dass der Raum unter dem Kirchenfußboden bis 1803 als Begräbnisstätte genutzt wurde.
Wie beim Hochchor stammt auch die Ausstattung des Chorumgangs überwiegend aus vorreformatorischen Zeiten. An den Pfeilern sind hier viele Epitaphe, meist als hölzerne Erinnerungstafeln zu sehen. Auf dem Boden befinden sich mehrere steinerne Grabplatten, die davon zeugen, dass der Raum unter dem Kirchenfußboden bis 1803 als Begräbnisstätte genutzt wurde.
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==== Glockenturm ====
==== Glockenturm ====
Das Geläut der Kirche besteht aus drei Bronzeglocken. Die älteste noch erhaltene Glocke ist die mittlere (e), die so genannte Lutherglocke. Sie wurde 1911 von M & O Ohlsson in Lübeck gegossen. Dabei wurde Material einer Glocke aus dem Jahre 1489 ''(Annenglocke)'' wiederverwendet, die seinerzeit vom Sohn des Ghert Klinghe, Barthold Klinghe, gegossen wurde. Aus dem so gewonnenen Material wurde eine weitere, die ''Christusglocke'' gegossen, die – wie auch die anderen Glocken im Turm – in den Weltkriegen abgegeben werden mussten (nach dem Ersten Weltkrieg wurden sie zurückgegeben, im Zweiten Weltkrieg eingeschmolzen). Erhalten blieb die Lutherglocke als kleinste des Geläuts. Sie war von 1917 bis 1919 und von 1942 bis 1951 die einzige Glocke im Turm. Auf der Lutherglocke sind ein Relief des Namenspatrons nebst Schriftzug, der Vers „Ein feste Burg ist unser Gott ein gute Wehr und Waffen“, die Namen der Prediger Thomsen, Schomerus und Buse sowie der Kirchenvorsteher Eiben, Schwandt, Straakholder, de Boer, Franzen, Janssen, Hinrichs, Hasbargen, Hibben, Hobbje, Siemons und Eilts abgebildet.
Das Geläut im Glockenturm besteht aus drei Bronzeglocken, von denen die mittlerste, die sogenannte "Lutherglocke", die älteste ist. Sie wurde 1911 von der Firma "M & O Ohlsson" aus Lübeck gefertigt. Hier benutzte man das Material der "Annenglocke" aus dem Jahr 1489, die seinerzeit vom Sohn des Ghert Klinghe, Barthold Klinghe, gegossen wurde. Aus dem so gewonnenen Material wurde eine weitere, die "Christusglocke" gegossen, die – wie auch die anderen Glocken im Turm – in den Weltkriegen abgegeben werden mussten (nach dem Ersten Weltkrieg wurden sie zurückgegeben, im Zweiten Weltkrieg eingeschmolzen, um daraus Rüstungsgüter zu fertigen). So ereilte die Glocke das gleiche Schicksal wie die östlichen Pforte des [[Alter Friedhof]], die "Osterpoort". Erhalten blieb nur die Lutherglocke als kleinste des Geläuts. Sie war von 1917 bis 1919 und von 1942 bis 1951 auch die einzige Glocke im Turm.
 
Auf der Lutherglocke sind ein Relief Martin Luthers und ein Schriftzug eingearbeitet: Der Vers „Ein feste Burg ist unser Gott ein gute Wehr und Waffen“. Auch die Namen der Prediger Thomsen, Schomerus und Buse sowie der Kirchenvorsteher Eiben, Schwandt, Straakholder, de Boer, Franzen, Janssen, Hinrichs, Hasbargen, Hibben, Hobbje, Siemons und Eilts sind abgebildet.


Die Schlagglocke (f) im Dachreiter wurde 1921 von der Glocken- und Kunstgießerei Rincker gegossen. Die große Glocke (d) und die kleine Glocke (f) wurden 1971 ebenfalls von Rincker hergestellt. Sie ersetzten zwei schadhaft gewordene Stahlguss-Glocken aus der Nachkriegszeit. Das Geläut hing bis 1971 deutlich sichtbar in den großen Schallöffnungen des Turmes. Seither haben die Glocken einen Glockenstuhl im Inneren des Gebäudes.
Die Schlagglocke im Dachreiter wurde 1921 von der Glocken- und Kunstgießerei Rincker gegossen. Die große Glocke und die kleine Glocke wurden 1971 ebenfalls von Rincker hergestellt. Sie ersetzten zwei brüchig gewordene Stahlgussglocken aus der Nachkriegszeit. Das Geläut hing bis 1971 deutlich sichtbar in den großen Schallöffnungen des Turmes, dann wurden sie an einem Glockenstuhl im Inneren des Gebäudes platziert.


In der östlichen großen Schallöffnung des Turms wurde 1992 ein von der niederländischen Glockengießerei Eijsbouts angefertigtes Glockenspiel installiert. Viermal am Tag (jeweils um zwei Minuten vor 9, 12, 15 und 18 Uhr) ist Liedgut aus den jeweiligen Kirchenjahreszeiten zu hören. Die große Glocke ist mit der Inschrift ''NÖRDER BÖRGERS HEBBEN DIT KLOCKEN SPILL GETEN LATEN – GOTT TO EHR UN DE MINSKEN TO FREID'' versehen. Die 18 Glocken sind auf die Töne g, a, h, c<sup>1</sup>, cis<sup>1</sup>, d<sup>1</sup>, dis<sup>1</sup>, e<sup>1</sup>, f<sup>1</sup>, fis<sup>1</sup>, g<sup>1</sup>, gis<sup>1</sup>, a<sup>1</sup>, b<sup>1</sup>, h<sup>1</sup>, c<sup>2</sup>, cis<sup>2</sup>, d<sup>2</sup> gestimmt. Sie haben eine ungewöhnliche Form, die so berechnet ist, dass die jeweilige Tonhöhe ohne störende Nebentöne eindeutiger als gewöhnlich zu hören ist. Daher sind die Melodien mühelos zu erkennen und auch die Zusammenklänge der mehrstimmigen Stücke ungewohnt wohlklingend. Es ist das zweite Glockenspiel, das in dem Turm installiert wurde.
In der östlichen großen Schallöffnung des Turms wurde 1992 ein von der niederländischen Glockengießerei Eijsbouts angefertigtes Glockenspiel installiert. Viermal am Tag (jeweils um zwei Minuten vor 9, 12, 15 und 18 Uhr) ist Liedgut aus den jeweiligen Kirchenjahreszeiten zu hören. Dessen größte Glocke ist mit der Inschrift ''NÖRDER BÖRGERS HEBBEN DIT KLOCKEN SPILL GETEN LATEN – GOTT TO EHR UN DE MINSKEN TO FREID'' ("Nordens Bürger haben dieses Glockenspiel gießen lassen - Gott zur Ehr und den Menschen zum Friede") versehen. Die 18 Glocken sind auf die Töne g, a, h, c<sup>1</sup>, cis<sup>1</sup>, d<sup>1</sup>, dis<sup>1</sup>, e<sup>1</sup>, f<sup>1</sup>, fis<sup>1</sup>, g<sup>1</sup>, gis<sup>1</sup>, a<sup>1</sup>, b<sup>1</sup>, h<sup>1</sup>, c<sup>2</sup>, cis<sup>2</sup>, d<sup>2</sup> gestimmt. Sie haben eine ungewöhnliche Form, die so berechnet ist, dass die jeweilige Tonhöhe ohne störende Nebentöne eindeutiger als gewöhnlich zu hören ist. Daher sind die Melodien mühelos zu erkennen und auch die Zusammenklänge der mehrstimmigen Stücke ungewohnt wohlklingend.


Das erste wurde im März 1936 von der Firma Korfhage & Söhne, Buer/Osnabrück, geliefert und im nördlichen Schallloch des Glockenturms angebracht. Die zwölf Bronzeglocken waren auf die Töne g, a, h, c<sup>1</sup>, d<sup>1</sup>, e<sup>1</sup>, f<sup>1</sup>, fis<sup>1</sup>, g<sup>1</sup>, a<sup>1</sup>, h<sup>1</sup>, c<sup>2</sup> gestimmt. Die damaligen Planungen sahen eine Anlage von insgesamt 25 Glocken vor. 13 weitere Glocken sollten zu einem späteren Zeitpunkt eingebaut werden, was jedoch nicht geschah. Während des Zweiten Weltkrieges mussten im Jahre 1942 fast alle Glocken abgegeben werden. Lediglich vier überstanden den Krieg auf dem Boden des Turms. Kirchenglocken waren wegen ihrer Bronze kriegswichtiges Material und wurden im gesamten Reich eingezogen, um nach ihrer Einschmelzung unter anderem in der Rüstungsindustrie Verwendung zu finden. Ende der 80er Jahre initiierte der damalige Bürgermeister der Stadt, Fritz Fuchs, eine Spendensammlung, mit der das heutige Glockenspiel finanziert wurde.
Bereits 1936 gab es ein (erstes) Glockenspiel. Es wurde im März 1936 von der Firma Korfhage & Söhne, Buer/Osnabrück, geliefert und im nördlichen Schallloch des Glockenturms angebracht. Die zwölf Bronzeglocken waren auf die Töne g, a, h, c<sup>1</sup>, d<sup>1</sup>, e<sup>1</sup>, f<sup>1</sup>, fis<sup>1</sup>, g<sup>1</sup>, a<sup>1</sup>, h<sup>1</sup>, c<sup>2</sup> gestimmt. Die damaligen Planungen sahen eine Anlage von insgesamt 25 Glocken vor. 13 weitere Glocken sollten zu einem späteren Zeitpunkt eingebaut werden, was jedoch nicht geschah. Während des Zweiten Weltkrieges mussten im Jahre 1942 fast alle Glocken abgegeben werden. Lediglich vier überstanden den Krieg auf dem Boden des Turms. Ende der 80er Jahre initiierte der damalige Bürgermeister der Stadt, Fritz Fuchs, eine Spendensammlung, mit der das heutige Glockenspiel finanziert wurde.


== Literatur ==
== Literatur ==