Molkerei (Norden): Unterschied zwischen den Versionen
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
||
| Zeile 43: | Zeile 43: | ||
Schwierigkeiten bereitete der jungen Molkerei vor allem die schlechten Wegeverhältnisse der damaligen Zeit. Befestigte Straßen waren damals noch eine absolute Seltenheit, sodass die Wege im Winter schwer oder gar nicht zu befahren waren. Dies führte zu Lieferengpässen an Rohmilch, sodass in schlechten Tagen kaum Molkereiprodukte hergestellt und abgesetzt werden konnten.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 257</ref> Da die Bauern sowohl am Gewinn, aber auch am Verlust der genossenschaftlichen Molkerei beteiligt waren, waren die wirtschaftlichen Folgen dadurch nicht unerheblich. Um diesem Missstand zu begegnen, einigte man sich auf die Zahlung erhöhter Preise pro Liter Milch zur Winterzeit (12 Pfennig gegenüber 8 Pfennig im Sommer), um den Bauern einen besseren Anreiz für ihre Mühen bei der Anlieferung zu geben.<ref name=":1">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 258</ref> | Schwierigkeiten bereitete der jungen Molkerei vor allem die schlechten Wegeverhältnisse der damaligen Zeit. Befestigte Straßen waren damals noch eine absolute Seltenheit, sodass die Wege im Winter schwer oder gar nicht zu befahren waren. Dies führte zu Lieferengpässen an Rohmilch, sodass in schlechten Tagen kaum Molkereiprodukte hergestellt und abgesetzt werden konnten.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 257</ref> Da die Bauern sowohl am Gewinn, aber auch am Verlust der genossenschaftlichen Molkerei beteiligt waren, waren die wirtschaftlichen Folgen dadurch nicht unerheblich. Um diesem Missstand zu begegnen, einigte man sich auf die Zahlung erhöhter Preise pro Liter Milch zur Winterzeit (12 Pfennig gegenüber 8 Pfennig im Sommer), um den Bauern einen besseren Anreiz für ihre Mühen bei der Anlieferung zu geben.<ref name=":1">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 258</ref> | ||
[[Datei:Molkereilohne Westerstraße Gartenfeld Conrad Lentz 1957 01.jpg|mini|1: Wohnhaus der [[Lentzhof|Familie Lentz]]; 2: [[Molkereischule|Alte Molkereischule]]; 3: [[Gartenfeld|Gartenfeld 20]]; 4: [[Lentzhof]]. Aufnahme von 1957.]] | [[Datei:Molkereilohne Westerstraße Gartenfeld Conrad Lentz 1957 01.jpg|mini|1: Wohnhaus der [[Lentzhof|Familie Lentz]]; 2: [[Molkereischule|Alte Molkereischule]]; 3: [[Gartenfeld|Gartenfeld 20]]; 4: [[Lentzhof]]; 5: [[Mädchenpensionat Reins|Mädchenpensionat]]. Aufnahme von 1957.]] | ||
In den Folgejahren wuchsen die Absatzzahlen stetig. Wurden im Anfangsjahr noch 400.000 Liter Milch pro Jahr verarbeitet, waren es 1895 schon 2 Millionen Liter. In den Folgejahren wuchs diese Zahl stetig und lag 1989 schließlich bei 60 Millionen Litern. Aufgrund der guten Geschäfte eröffnete die Genossenschaft auf Norderney eine auch heute noch als ''Milchbar'' bekannte Ausschankstelle. 1891 erwarb die Molkereigenossenschaft ein Grundstück [[Am Kalkwarf]] sowie das östlich der Firma [[Döpke]] gelegene Land an der [[Mackeriege]].<ref name=":1" /> | In den Folgejahren wuchsen die Absatzzahlen stetig. Wurden im Anfangsjahr noch 400.000 Liter Milch pro Jahr verarbeitet, waren es 1895 schon 2 Millionen Liter. In den Folgejahren wuchs diese Zahl stetig und lag 1989 schließlich bei 60 Millionen Litern. Aufgrund der guten Geschäfte eröffnete die Genossenschaft auf Norderney eine auch heute noch als ''Milchbar'' bekannte Ausschankstelle. 1891 erwarb die Molkereigenossenschaft ein Grundstück [[Am Kalkwarf]] sowie das östlich der Firma [[Döpke]] gelegene Land an der [[Mackeriege]].<ref name=":1" /> | ||