Keine Bearbeitungszusammenfassung
Keine Bearbeitungszusammenfassung
 
Zeile 32: Zeile 32:


===Fortsetzung===
===Fortsetzung===
Die neue Lehre fand unter den Ostfriesen viele Anhänger, sodass sich die Gemeinde schnell entwickelte. Einer der ersten Pfarrer war [[Hinrich Reese]], der zur Norder Disputation einlud und damit der Reformation entscheidend den Weg ebnete.<ref>Foraita, Heinz (1985): Dein sind die Zeiten, Herr. Die Geschichte der Katholischen Gemeinde Norden. Herausgegeben zur 100-Jahr-Feier der St.-Ludgerus-Kirche zu Norden, Norden, S. 8</ref>
Die neue Lehre fand unter den Ostfriesen viele Anhänger, sodass sich die Gemeinde schnell entwickelte. Einer der ersten Pfarrer war [[Hinrich Reese]], der zur [[Norder Disputation]] einlud und damit der Reformation entscheidend den Weg ebnete.<ref>Foraita, Heinz (1985): Dein sind die Zeiten, Herr. Die Geschichte der Katholischen Gemeinde Norden. Herausgegeben zur 100-Jahr-Feier der St.-Ludgerus-Kirche zu Norden, Norden, S. 8</ref>


Als 1531 [[Balthasar von Esens]] in der Stadt wütete und dabei auch die [[Andreaskirche]] zerstörte, welche die Norder nicht wieder aufbauten, wurde die [[Ludgerikirche]] zur alleinigen Pfarrkirche. Die Pfarrstellen wurden dabei von den Grafen eingesetzt, auch hier setzten sich letztlich die Lutheraner durch. Seit 1565 war das erste Pfarramt mit dem gemäßigt reformierten Pastor [[Andreas Larletanus]] und das zweite Pfarramt mit [[Adolph Empenius]] besetzt, der stark reformiert orientiert war. Als Larletanus am 13. Juli 1577 überraschend verstarb, geriet Norden in den seit Machtkampf zwischen Johann II. und Edzard II. Beide Brüder beanspruchten das Recht für sich, die vakante Pfarrstelle mit einem Geistlichen ihrer Wahl besetzen zu dürfen. In diesem Machtkampf setzte sich letztlich Edzard II. durch und im Frühjahr 1578 wurde Empenius seines Pfarramts enthoben und seine Stelle mit einem Lutheraner besetzt. Die Reformierten wichen zunächst in das [[Gasthaus]] aus, das Johann II. ihnen als Predigtstätte zuwies. Nachdem sie auch dort im Jahre 1579 vertrieben wurden, hielten sie ihre Gottesdienst in Lütetsburg ab. Anderen christlichen Konfessionen war es bis in das 18. Jahrhundert verboten, ihren Glauben in der Stadt öffentlich zu praktizieren. Mit dem Bau der reformierten [[Bargeburer Kirche]] fanden die Reformierten schließlich wieder ein eigenes Gotteshaus - wenn auch außerhalb der Stadt.<ref>Rödiger, Hans-Bernd / Ramm, Heinz (1983): Friesische Kirchen im Auricherland, Norderland, Brokmerland und im Krummhörn, Jever, S. 98</ref>
Als 1531 [[Balthasar von Esens]] in der Stadt wütete und dabei auch die [[Andreaskirche]] zerstörte, welche die Norder nicht wieder aufbauten, wurde die [[Ludgerikirche]] zur alleinigen Pfarrkirche. Die Pfarrstellen wurden dabei von den Grafen eingesetzt, auch hier setzten sich letztlich die Lutheraner durch. Seit 1565 war das erste Pfarramt mit dem gemäßigt reformierten Pastor [[Andreas Larletanus]] und das zweite Pfarramt mit [[Adolph Empenius]] besetzt, der stark reformiert orientiert war. Als Larletanus am 13. Juli 1577 überraschend verstarb, geriet Norden in den seit Machtkampf zwischen Johann II. und Edzard II. Beide Brüder beanspruchten das Recht für sich, die vakante Pfarrstelle mit einem Geistlichen ihrer Wahl besetzen zu dürfen. In diesem Machtkampf setzte sich letztlich Edzard II. durch und im Frühjahr 1578 wurde Empenius seines Pfarramts enthoben und seine Stelle mit einem Lutheraner besetzt. Die Reformierten wichen zunächst in das [[Gasthaus]] aus, das Johann II. ihnen als Predigtstätte zuwies. Nachdem sie auch dort im Jahre 1579 vertrieben wurden, hielten sie ihre Gottesdienst in Lütetsburg ab. Anderen christlichen Konfessionen war es bis in das 18. Jahrhundert verboten, ihren Glauben in der Stadt öffentlich zu praktizieren. Mit dem Bau der reformierten [[Bargeburer Kirche]] fanden die Reformierten schließlich wieder ein eigenes Gotteshaus - wenn auch außerhalb der Stadt.<ref>Rödiger, Hans-Bernd / Ramm, Heinz (1983): Friesische Kirchen im Auricherland, Norderland, Brokmerland und im Krummhörn, Jever, S. 98</ref>