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Die '''Bürgerkompanie''' (veraltet: ''Bürgercompagnie''; auch: ''Bürgergarde'') war eine paramilitärische Einheit der [[Stadt Norden]]. Sie wurde am 5. September 1602 durch [[Enno III. Cirksena|Graf Enno III.]] durch Erlass einer ''Wachtordnung'' aufgestellt, um die [[Polizei Norden|Stadtgarde]] bei der Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung zu unterstützen sowie im Kriegsfalle die Landesverteidigung zu unterstützen. Sie hatte ferner die Nachtwache zu halten und die Kirchtürme mit Hornbläsern zu besetzen, die die Annäherung verdächtiger Fremder melden sollten. Ihre stehende Stärke umfasste zumeist kaum mehr als 30 Mann, bestehend aus einfachen Soldaten, Musketieren und Schützen.
Die '''Bürgerkompanie''' (veraltet: ''Bürgercompagnie''; auch: ''Bürgergarde'') war eine paramilitärische Einheit der [[Stadt Norden]]. Sie wurde am 5. September 1602 durch [[Enno III. Cirksena|Graf Enno III.]] durch Erlass einer ''Wachtordnung'' aufgestellt, um die [[Polizei Norden|Stadtgarde]] bei der Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung zu unterstützen sowie im Kriegsfalle die Landesverteidigung zu unterstützen. Sie hatte ferner die Nachtwache zu halten und die Kirchtürme mit Hornbläsern zu besetzen, die die Annäherung verdächtiger Fremder melden sollten. Ihre stehende Stärke umfasste zumeist kaum mehr als 30 Mann, bestehend aus einfachen Soldaten, Musketieren und Schützen. Befehligt wurde die Kompanie von einem dem [[Drost|Drosten]] unmittelbar unterstellten Wachtmeister.<ref name=":0">Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 56</ref>


Die Bürgerkompanie darf nicht mit der wesentlich später gegründeten [[Bürgerwehr]] verwechselt werden, wenngleich beide oftmals als ''Bürgergarde'' bezeichnet werden.
Befehligt wurde die Kompanie von einem dem [[Drost|Drosten]] unmittelbar unterstellten Wachtmeister.<ref name=":0">Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 56</ref> Später findet sich neben dem Titel ''Stadtwachtmeister'' aber auch ''Hauptmann'' bzw. ''Bürgerhauptmann'' sowie ''Kommandant'' bzw. ''Stadtkommandant''.


== Geschichte ==
Die Bürgerkompanie darf nicht mit der wesentlich später gegründeten [[Bürgerwehr]] verwechselt werden, wenngleich beide oftmals als ''Bürgergarde'' bezeichnet werden, weshalb die Differenzierung teils erschwert wird.
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==Geschichte==
Die Kompanie wurde aufgestellt, als der Landesherr feststellte, dass ein ständig bereites, bewaffnetes Aufgebot, das seit der von Frieden geprägten Regierungszeit von [[Anna von Oldenburg|Gräfin Anna]] faktisch nicht mehr existierte, notwendig war. Die Bewohner verlernten das Kriegshandwerk sowie den Umgang mit Waffen infolge der Auflösung des Heerwesens zusehends und auch das in Kriegszeiten so wichtige Miteinander verfiel. Die Habsburger, die seinerzeit über die benachbarten Niederlanden herrschten und auch die sogenannten ''Geusen'', niederländische Aufständische des Achtzigjährigen Kriegs (1568 bis 1648), die nicht selten der Piraterie nachgingen, bedrohten immer wieder das neutrale Ostfriesland.
Die Kompanie wurde aufgestellt, als der Landesherr feststellte, dass ein ständig bereites, bewaffnetes Aufgebot, das seit der von Frieden geprägten Regierungszeit von [[Anna von Oldenburg|Gräfin Anna]] faktisch nicht mehr existierte, notwendig war. Die Bewohner verlernten das Kriegshandwerk sowie den Umgang mit Waffen infolge der Auflösung des Heerwesens zusehends und auch das in Kriegszeiten so wichtige Miteinander verfiel. Die Habsburger, die seinerzeit über die benachbarten Niederlanden herrschten und auch die sogenannten ''Geusen'', niederländische Aufständische des Achtzigjährigen Kriegs (1568 bis 1648), die nicht selten der Piraterie nachgingen, bedrohten immer wieder das neutrale Ostfriesland.


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Am 31. März 1873 wurde die Bürgerkompanie offiziell aufgelöst. Zuletzt war der Posten des Wachtmeisters ein reiner Selbstzweck geworden, deren Inhaber sich durch rigoroses Eintreiben des Wachgeldes (eine Steuer zum Unterhalt der Truppe) ein persönliches Einkommen erzielen wollten. Das Amt selbst wurde von den Inhabern zu immer höher werdenden ''Preisen'' weiterverkauft, sodass das Wachtgeld auch zur Kompensation dieser Ausgaben herzuhalten hatte.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 57</ref> Bereits die preußische Regierung hatte kurz nach der Machtübernahme im Jahre 1744 die Organisation der Bürgerkompanien als überflüssig und ohne jede Kriegswichtigkeit erachtet.<ref>Heise, Hans-Michael (1937): Die bewaffneten Ostfriesen in der Grafen- und Fürstenzeit, Aurich, S. 25f.</ref>
Am 31. März 1873 wurde die Bürgerkompanie offiziell aufgelöst. Zuletzt war der Posten des Wachtmeisters ein reiner Selbstzweck geworden, deren Inhaber sich durch rigoroses Eintreiben des Wachgeldes (eine Steuer zum Unterhalt der Truppe) ein persönliches Einkommen erzielen wollten. Das Amt selbst wurde von den Inhabern zu immer höher werdenden ''Preisen'' weiterverkauft, sodass das Wachtgeld auch zur Kompensation dieser Ausgaben herzuhalten hatte.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 57</ref> Bereits die preußische Regierung hatte kurz nach der Machtübernahme im Jahre 1744 die Organisation der Bürgerkompanien als überflüssig und ohne jede Kriegswichtigkeit erachtet.<ref>Heise, Hans-Michael (1937): Die bewaffneten Ostfriesen in der Grafen- und Fürstenzeit, Aurich, S. 25f.</ref>


== Liste der Wachtmeister ==
==Liste der Kommandanten==
In der Zeit von 1602 bis 1806 hat die Bürgerkompanie insgesamt 17 Wachtmeister als Kommandanten gehabt, von denen (bislang) jedoch noch nicht alle namentlich bekannt sind.
In der Zeit von 1602 bis 1806 hat die Bürgerkompanie insgesamt 17 Wachtmeister als Kommandanten gehabt, von denen (bislang) jedoch noch nicht alle namentlich bekannt sind.
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==Einzelnachweise==
==Einzelnachweise==
<references />
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==Siehe auch==
==Siehe auch==