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Erkenntnissen des [[Diedrich Soltau]] zufolge soll sich in der Ersten Schwester nachfolgend das erste Café in Norden befunden haben. Betreiber waren demnach [[Albrecht Barth]] und seine Frau [[Swantje Coordes]]. Zuvor war Barth Konditorwerkmeister in der [[Schokoladenmanufaktur Heddinga]] gewesen. Lange soll es leider nicht Bestand haben, da Barth als dem ''bayerischen Bier zugeneigt'' beschrieben wird. Bereits im Brandkataster von 1882 wurde das Café bereits nicht mehr erwähnt.<ref name=":6" />
Erkenntnissen des [[Diedrich Soltau]] zufolge soll sich in der Ersten Schwester nachfolgend das erste Café in Norden befunden haben. Betreiber waren demnach [[Albrecht Barth]] und seine Frau [[Swantje Coordes]]. Zuvor war Barth Konditorwerkmeister in der [[Schokoladenmanufaktur Heddinga]] gewesen. Lange soll es leider nicht Bestand haben, da Barth als dem ''bayerischen Bier zugeneigt'' beschrieben wird. Bereits im Brandkataster von 1882 wurde das Café bereits nicht mehr erwähnt.<ref name=":6" />


Spätestens seit 1897 war das Haus dann im Besitz des Klempnermeisters [[Reinhard Ihmels]] und des Kupferschmieds [[Kempo Ihmels]]. In den Adressbüchern von 1926 sowie 1950/1951 wurde Klempnermeister [[Heinrich Ihmels]] erwähnt. Seit spätestens 1974 war [[Henry Campen|Schlachtermeister Henry Campen]], zu verdanken ist.<ref name=":3" />
Spätestens seit 1897 war das Haus dann im Besitz des Klempnermeisters [[Reinhard Ihmels]] und des Kupferschmieds [[Kempo Ihmels]]. In den Adressbüchern von 1926 sowie 1950/1951 wurde Klempnermeister [[Heinrich Ihmels]] erwähnt. Seit spätestens 1974 gehörte das Haus [[Henry Campen|Schlachtermeister Henry Campen]], dem auch der (Wieder-)Erhalt maßgeblich zu verdanken ist.<ref name=":3" />


Seit 2003 befand sich hier der Fahrradhandel ''De Fietsenmoaker'' (niederdeutsch für: ''Der Fahrradmacher''), der im Januar 2022 in das Haus [[Neuer Weg 73]] umzog.
Seit 2003 befand sich in der Ersten Schwester der Fahrradhandel ''De Fietsenmoaker'' (niederdeutsch für: ''Der Fahrradmacher''), der im Januar 2022 in das Haus [[Neuer Weg 73]] umzog.


===== Zweite Schwester (Nr. 13) =====
===== Zweite Schwester (Nr. 13) =====
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Am 17. Oktober 1785 erwarben [[Ewe Janssen Bäcker]] und seine Ehefrau [[Antje Janssen]] das Haus für 1.520 Gulden in Gold.<ref name=":7" /> Der Bäckergeselle [[Thade Ryken Manoth]] setzte die Bäckertradition im Hause fort und erwarb es am 6. April 1790 für 1.700 Gulden in Gold, musste Ewe Janssen Bäcker jedoch einiges an Inventar überlassen.<ref name=":7" /><ref name=":8">Schreiber, Gretje (1992): Der Norder Marktplatz und seine Geschichte bis heute, Aurich, S. 58</ref> Am 17. Oktober 1796 wurde [[Aaltje Joosten]], Witwe des [[Ihmel Wilken]], Besitzer des Hauses und veräußerte es wiederum am 9. September 1805 an [[Jann Aits Backer]] für 3.550 Gulden in Gold.<ref name=":8" />
Am 17. Oktober 1785 erwarben [[Ewe Janssen Bäcker]] und seine Ehefrau [[Antje Janssen]] das Haus für 1.520 Gulden in Gold.<ref name=":7" /> Der Bäckergeselle [[Thade Ryken Manoth]] setzte die Bäckertradition im Hause fort und erwarb es am 6. April 1790 für 1.700 Gulden in Gold, musste Ewe Janssen Bäcker jedoch einiges an Inventar überlassen.<ref name=":7" /><ref name=":8">Schreiber, Gretje (1992): Der Norder Marktplatz und seine Geschichte bis heute, Aurich, S. 58</ref> Am 17. Oktober 1796 wurde [[Aaltje Joosten]], Witwe des [[Ihmel Wilken]], Besitzer des Hauses und veräußerte es wiederum am 9. September 1805 an [[Jann Aits Backer]] für 3.550 Gulden in Gold.<ref name=":8" />


Ab 1844 waren Backers Erben als Eigentümer verzeichnet. Ab 1858 gehörte das Haus [[Levy de Klein]] und [[Jacob de Klein]]. 1860 war [[Levy Simon Stahl]] Besitzer. Spätestens seit 1897 gehörte es dann dem Tischler [[Gerd Itzen]], der das Haus in den 1870er Jahren erworben hatte. Spätestens 1926 war hier dann die Produktenhandlung von [[Wilhelm Hevemeyer]] sowie seit spätestens 1950 der Fleischermeister [[Jacob Campen]] ansässig. Seit spätestens 1992 und noch mindestens drei Jahrzehnte gehörte das Haus dann der Familie Wöltjen.<ref name=":8" />
Ab 1844 waren Backers Erben als Eigentümer verzeichnet. Ab 1858 gehörte das Haus [[Levy de Klein]] und [[Jacob de Klein]]. 1860 war [[Levy Simon Stahl]] Besitzer. Spätestens seit 1897 gehörte es dann dem Tischler [[Gerd Itzen]], der das Haus in den 1870er Jahren erworben hatte. Spätestens 1926 war hier dann die Produktenhandlung von [[Wilhelm Hevemeyer]] sowie seit spätestens 1950 der Fleischermeister [[Jacob Campen]] ansässig. Seit spätestens 1992 und bis heute gehört das Haus der Familie Wöltjen (Boutique Wöltjen).<ref name=":8" />


==== Dritte Schwester (Nr. 14) ====
==== Dritte Schwester (Nr. 14) ====
Namentlich lassen sich die Bewohner der Dritten Schwester seit 1662 zurückverfolgen. 1815 erwarb [[Sicco Doden Cremer]] das Gebäude, dessen Vater [[Doede Lübberts Cremer]] bereits 1783 den benachbarten Bau erworben hatte, auf dessen Grund sein Schwiegersohn [[Laurenz van Hülst]] um 1855 jene Stadtvilla errichten ließ, in der sich bis heute das [[Rathaus]] befindet.<ref name=":2" /><ref name=":12">[https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/BLO/Huelst.pdf Haddinga, Johann (2007): Biographie des Sicco Theodor van Hülst], veröffentlicht bei der Ostfriesischen Landschaft</ref> Die Dritte Schwester diente dem Kutscher der Familie als Wohnsitz.<ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 50</ref>
Namentlich lassen sich die Bewohner der Dritten Schwester seit 1662 zurückverfolgen. Am 18. März 1662 war [[Tönjes Peters]] Eigentümer des Hauses. Erneut findet das Haus mitsamt Eigentümer 1732 Erwähnung, als die Erben der Witwe Straalmann, [[Aaltje Straalmann]] und [[Margarethe Straalmann]] genannt werden. Sie verkauften das Haus dem [[Ratsherr|Ratsherrn]] [[Gerhard Thodens Thoden]] (Mitglied der [[Theelacht]]) und seiner Ehefrau [[Christine Charlotte Juliane von Schacht]] für 900 Gulden. Am 10. September 1755 wurde das Haus dann von [[Hero Folkerts Stroman]] und [[Gretje Jacobs Silomon]] erworben. Nach dem Tode seiner Ehefrau wurde Stroman alleiniger Besitzer, nach seinem Tode wiederum erbte sein Bruder [[Jacob Stroman]] den Besitz gemäß Testament vom 2. Januar 1806.<ref name=":9">Schreiber, Gretje (1992): Der Norder Marktplatz und seine Geschichte bis heute, Aurich, S. 59</ref>


Mit dem Umzug der Stadtverwaltung in das neue, bis heute als solches genutzte [[Rathaus]] im Herbst 1883 erwarb die Stadt auch die Dritte Schwester. Der hintere, untere Teile wurde der [[Polizei Norden|Polizei]] als Dienstsitz zur Verfügung gestellt, deren Umzug vom [[Wachthaus (Norden)|Wachthaus am Marktplatz]] zeitnah erfolgte.<ref name=":0">Haddinga, Johann (2010): Die Polizei und ihre Geschichte(n), in: Heim und Herd vom 20. Oktober 2018, Beilage Ostfriesischer Kurier Nr. 10, S. 37-40</ref> Räumlichkeiten hinter der Dritten Schwester wurden ab etwa 1886 auch als [[Spritzenhaus (Am Markt)|Spritzenhaus]] für die [[Feuerwehr Norden|Norder Feuerwehr]] genutzt. Die übrigen Räume wurden vermietet. In einer dieser vermieteten Wohnungen lebte der Polizeisergeant Hinrich Bohlken mit seiner Familie, sein mittelbarer Nachbar war der Polizeisergeant Frank oder Fritz Leopold. Seit etwa Mitte des 19. Jahrhunderts war die Bezeichnung ''Sergeant'' der zweitunterste Dienstgrad. Er war Vorgesetzter der [[Polizeidiener|''Polizeidiener'']], stand jedoch noch unter den ''Wachtmeistern''.<ref name=":0" /> Bis zu ihrem Umzug im Oktober 1945 in den [[Engenahof]] blieb die Norder Polizei hier ansässig.
Zwar verfügte Jacob Stroman in seinem Testament, dass das Haus nach seinem Ableben seinen Kindern und Enkeln zufallen solle, doch erwarb am 16. Oktober 1815 der wohlhabende Kaufmann [[Sicco Doden Cremer]] die Dritte Schwester von der Stroman'schen Erbengemeinschaft für insgesamt 6.900 Gulden in Gold.<ref name=":2" /><ref name=":9" /> Die hinter dem Haus befindliche Scheune veräußerte Cremer am 2. Mai 1816 für 300 Gulden an den Hutfabrikanten [[Zacharias Evert Rugge]], dem auch die Erste Schwester zeitweilig gehörte (siehe oben).<ref name=":9" />


Ab 1948/1949 beherbergte die Dritte Schwester das ''[[Volksbildungswerk]]'' und wurde 1963 für den Bau eines Parkplatzes abgebrochen, was leider dem [[Altstadtsanierung|damaligen Zeitgeist]] geschuldet war. Sein Giebel wurde im Jahre 1991 anhand von alten Fotografien rekonstruiert.<ref name=":4">Haddinga, Johann / Stromann, Martin (2001): Norden/Norddeich – Eine ostfriesische Küstenstadt stellt sich vor, Norden, S. 74</ref> Die Arbeiten wurden im September des Jahres abgeschlossen.<ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 48</ref>
Sicco Cremers Vater [[Doede Lübberts Cremer]] bereits 1783 den benachbarten Bau ([[Am Markt 15]]) erworben, auf dessen Grund sein Schwiegersohn [[Laurenz van Hülst]] um 1855 jene Stadtvilla errichten ließ, in der sich bis heute das [[Rathaus]] befindet.<ref name=":2" /><ref name=":12">[https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/BLO/Huelst.pdf Haddinga, Johann (2007): Biographie des Sicco Theodor van Hülst], veröffentlicht bei der Ostfriesischen Landschaft</ref> Die Dritte Schwester diente fortan dem Kutscher der Familie als Wohnsitz.<ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 50</ref> Spätestens 1864 gehörte van Hülst auch die Dritte Schwester.<ref name=":9" />
 
Mit dem Umzug der Stadtverwaltung in das neue, bis heute als solches genutzte [[Rathaus]] im Herbst 1883 erwarb die Stadt 1885 auch die Dritte Schwester.<ref name=":9" /><ref name=":0" /> Der hintere, untere Teil (Parterre) wurde der [[Polizei Norden|Polizei]] als Dienstsitz zur Verfügung gestellt, deren Umzug vom [[Wachthaus (Norden)|Wachthaus am Marktplatz]] zeitnah erfolgte.<ref name=":0">Haddinga, Johann (2010): Die Polizei und ihre Geschichte(n), in: Heim und Herd vom 20. Oktober 2018, Beilage Ostfriesischer Kurier Nr. 10, S. 37-40</ref> Räumlichkeiten hinter der Dritten Schwester wurden ab etwa 1886 auch als [[Spritzenhaus (Am Markt)|Spritzenhaus]] für die [[Feuerwehr Norden|Norder Feuerwehr]] genutzt. Die übrigen Räume wurden vermietet. In einer dieser vermieteten Wohnungen lebte der Polizeisergeant Hinrich Bohlken mit seiner Familie, sein mittelbarer Nachbar war der Polizeisergeant Frank oder Fritz Leopold. Seit etwa Mitte des 19. Jahrhunderts war die Bezeichnung ''Sergeant'' der zweitunterste Dienstgrad. Er war Vorgesetzter der ''[[Polizeidiener]]'', stand jedoch noch unter den ''Wachtmeistern''.<ref name=":0" /> Bis zu ihrem Umzug im Oktober 1945 in den [[Engenahof]] blieb die Norder Polizei hier ansässig.
 
Ab 1948/1949 beherbergte die Dritte Schwester das ''[[Volksbildungswerk]]'' und wurde 1963 für den Bau eines Parkplatzes abgebrochen, was leider dem [[Altstadtsanierung|damaligen Zeitgeist]] geschuldet war. Sein Giebel wurde im Jahre 1991 anhand von alten Fotografien rekonstruiert.<ref name=":4">Haddinga, Johann / Stromann, Martin (2001): Norden/Norddeich – Eine ostfriesische Küstenstadt stellt sich vor, Norden, S. 74</ref> Die Arbeiten wurden im September des Jahres abgeschlossen.<ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 48</ref> Nachfolgend zog hier das Fremdenverkehrsbüro der Stadt ein.


==Beschreibung==
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