Norder Männergesangverein: Unterschied zwischen den Versionen
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Als erster Liedervater des 25 Sänger starken Chores wird der Buchhalter J. W. Nesso genannt. Der Name des ersten Chorleiters ist nicht bekannt. Der in den folgenden Ausführungen öfters genannte Lehrer [[Gerhard Hinrichs]] wurde im Jahre 1881 zum Chorleiter gewählt. Am 21. August 1861 gründeten Honoratioren und viele wohlhabende Kaufleute der Stadt den Männergesangverein | Als erster Liedervater des 25 Sänger starken Chores wird der Buchhalter J. W. Nesso genannt. Der Name des ersten Chorleiters ist nicht bekannt. Der in den folgenden Ausführungen öfters genannte Lehrer [[Gerhard Hinrichs]] wurde im Jahre 1881 zum Chorleiter gewählt. Am 21. August 1861 gründeten Honoratioren und viele wohlhabende Kaufleute der Stadt den Männergesangverein ''Arion''. Der Amtsrichter und Notar Rösingh wurde zum ersten Liedervater gewählt Er bekleidete dieses Amt bis zum 30. Dezember 1881. Die musikalische Leitung übernahm der Organist G. Grundmann. | ||
Nach dem Deutsch-französischen Krieg 1870/71 entstand der dritte Männergesangverein. Kriegsteilnehmer gründeten - wohl aus Gründen der Kameradschaft - den ''Kriegersängerbund'', dessen Vorsitz der Kaufmann [[Diedrich Mescher]] übernahm. Wer bei der Gründung der musikalische Leiter des Vereins wurde, ist nicht bekannt. Lehrer Hinrichs leitete ab 1882 auch diesen Chor, der zunächst aus etwa 30 Sängern bestand. Bei den damals üblichen patriotischen Feiern wurde der Chor fast regelmäßig hinzugezogen. Er beteiligte sich mit den anderen hiesigen und auswärtigen Gesangvereinen u. a. am Sedanfest, dem 2. September 1874 an der Einweihung des [[Kriegerdenkmal|Kriegerehrenmals auf dem Blücherplatz]]. | Nach dem Deutsch-französischen Krieg 1870/71 entstand der dritte Männergesangverein. Kriegsteilnehmer gründeten - wohl aus Gründen der Kameradschaft - den ''Kriegersängerbund'', dessen Vorsitz der Kaufmann [[Diedrich Mescher]] übernahm. Wer bei der Gründung der musikalische Leiter des Vereins wurde, ist nicht bekannt. Lehrer Hinrichs leitete ab 1882 auch diesen Chor, der zunächst aus etwa 30 Sängern bestand. Bei den damals üblichen patriotischen Feiern wurde der Chor fast regelmäßig hinzugezogen. Er beteiligte sich mit den anderen hiesigen und auswärtigen Gesangvereinen u. a. am Sedanfest, dem 2. September 1874 an der Einweihung des [[Kriegerdenkmal|Kriegerehrenmals auf dem Blücherplatz]]. | ||
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Nach dem Tod von Liedervater Mescher am 20. September 1892 übernahm der bisherige Schriftführer S. H. Kuchenbäcker den Vorsitz, krankheitshalber musste er jedoch sein Amt recht bald wieder zur Verfügung stellen - nach immerhin 20 Jahren Vorstandsarbeit in beiden Vereinen. | Nach dem Tod von Liedervater Mescher am 20. September 1892 übernahm der bisherige Schriftführer S. H. Kuchenbäcker den Vorsitz, krankheitshalber musste er jedoch sein Amt recht bald wieder zur Verfügung stellen - nach immerhin 20 Jahren Vorstandsarbeit in beiden Vereinen. | ||
Als sein Nachfolger wurde am 3. November 1893 der Kaufmann [[Onno Behrends]] gewählt, der dann dem Verein 27 Jahre vorstand. Während seiner Tätigkeit trat der Chor sehr häufig öffentlich auf. Er wurde auch zu ganz besonderen Anlässen eingeladen - wie das 50-jährige Bestehen des Emder Männergesangsvereins am 8. Mai 1897 oder - zusammen mit dem MGV Arion - zur Einweihung des [[Bismarckdenkmal|Bismarckdenkmales]] in Norden. Am 9. August 1901 nahm der Sängerbund am Begrüßungskonzert anlässlich des Kaiserbesuchs in Emden teil. Neben seiner langen Tätigkeit als Liedervater des | Als sein Nachfolger wurde am 3. November 1893 der Kaufmann [[Onno Behrends]] gewählt, der dann dem Verein 27 Jahre vorstand. Während seiner Tätigkeit trat der Chor sehr häufig öffentlich auf. Er wurde auch zu ganz besonderen Anlässen eingeladen - wie das 50-jährige Bestehen des Emder Männergesangsvereins am 8. Mai 1897 oder - zusammen mit dem MGV Arion - zur Einweihung des [[Bismarckdenkmal|Bismarckdenkmales]] in Norden. Am 9. August 1901 nahm der Sängerbund am Begrüßungskonzert anlässlich des Kaiserbesuchs in Emden teil. Neben seiner langen Tätigkeit als Liedervater des ''Sängerbundes'' war Onno Behrends viele Jahre l. Vorsitzender des Ostfriesischen Sängerbundes. Liedervater Onno Behrends schenkte dem Verein ein Banner aus chinesischer Seide. Es wurde am 29. September 1907 in einer größeren Feier eingeweiht. | ||
Am 5. November 1904 wurde das ''[[Deutsches Haus|Deutsche Haus]]'' als Vereinslokal gewählt, nachdem der Verein mehrere Jahre bei [[Hotel Reichshof|Garbe]], [[Hotel Henschen|Harms]] und im [[Central-Hotel]] getagt hatte. Seit dieser Zeit ist das ''Deutsche Haus'' für die Vereine immer Übungslokal geblieben. | Am 5. November 1904 wurde das ''[[Deutsches Haus|Deutsche Haus]]'' als Vereinslokal gewählt, nachdem der Verein mehrere Jahre bei [[Hotel Reichshof|Garbe]], [[Hotel Henschen|Harms]] und im [[Central-Hotel]] getagt hatte. Seit dieser Zeit ist das ''Deutsche Haus'' für die Vereine immer Übungslokal geblieben. | ||
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In der Jahresversammlung vom 10. November 1905 kam es zu einer großen Veränderung im Verein. Infolge verschiedener Missverständnisse wurde Lehrer Hinrichs nach 21 Jahren als Chorleiter abgewählt und durch den Organisten Brüns ersetzt. Dieser leitete den Chor bis zum 2. Oktober 1908. | In der Jahresversammlung vom 10. November 1905 kam es zu einer großen Veränderung im Verein. Infolge verschiedener Missverständnisse wurde Lehrer Hinrichs nach 21 Jahren als Chorleiter abgewählt und durch den Organisten Brüns ersetzt. Dieser leitete den Chor bis zum 2. Oktober 1908. | ||
Da übernahm Kapellmeister Richard Gottschalk, der bereits seit Jahren den | Da übernahm Kapellmeister Richard Gottschalk, der bereits seit Jahren den ''Arion'' dirigierte, die Chorleitung. Durch seine Tätigkeit blühte der Verein weiter auf. Die folgenden Vereinsjahre verliefen ohne besonders hervortretende Ereignisse. Am 29. Juni 1914 besuchte man noch das Ostfriesische Sängerfest in Emden. Hier verbreitete sich schnell die Kunde vom nahenden Krieg. Als dann am l. August der größte Teil der Mitglieder eingezogen wurde, ruhte das Vereinsleben. Die erste Zusammenkunft nach dem Kriege fand am 28. März 1919 statt. | ||
Am 31. Oktober 1920 verstarb Onno Behrends. Der Brauereibesitzer [[Georg Beck]], der schon seit 1903 stellvertretender Liedervater war, wurde sein Nachfolger. Als Stellvertreter hatte er Liedervater Behrends, häufig vertreten müssen, wenn dieser beruflich auf Reisen war. | Am 31. Oktober 1920 verstarb Onno Behrends. Der Brauereibesitzer [[Georg Beck]], der schon seit 1903 stellvertretender Liedervater war, wurde sein Nachfolger. Als Stellvertreter hatte er Liedervater Behrends, häufig vertreten müssen, wenn dieser beruflich auf Reisen war. | ||
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Bereits im Jahre 1865 veranstaltete der junge Chor ein großes Konzert. Leider ist aus den Akten nicht ersichtlich, wie sich das gesangliche Leben des Vereines weiterentwickelte. Es steht aber fest, dass dieses in den ersten 30 Jahren der Vereinsgeschichte nicht so stark entwickelt war wie die gesellschaftlichen Veranstaltungen. Der Verein war jedoch maßgeblich an der glanzvollen Durchführung des 8. Ostfriesischen Sängerfestes am 9.-11. Juli 1882 und des 13. Sängerfestes am 5.-7. Juli 1896 - beide in Norden - beteiligt. ''Arion'' war alleiniger Träger der Feste. Die beiden Norder Brudervereine ''Concordia'' und ''Kriegersängerbund'' wirkten zwar mit, beteiligten sich aber nicht finanziell. Wie gut der MGV Arion zu der Zeit finanziell ausgestattet war, verdeutlichen die Kosten der beiden Veranstaltungen: Für die Ausgestaltung der beiden Sängerfeste (1882 und 1896) entstanden Kosten in Höhe von etwa 4.600 Mark. Nach heutiger Kaufkraft macht das etwa 30.000 € aus. | Bereits im Jahre 1865 veranstaltete der junge Chor ein großes Konzert. Leider ist aus den Akten nicht ersichtlich, wie sich das gesangliche Leben des Vereines weiterentwickelte. Es steht aber fest, dass dieses in den ersten 30 Jahren der Vereinsgeschichte nicht so stark entwickelt war wie die gesellschaftlichen Veranstaltungen. Der Verein war jedoch maßgeblich an der glanzvollen Durchführung des 8. Ostfriesischen Sängerfestes am 9.-11. Juli 1882 und des 13. Sängerfestes am 5.-7. Juli 1896 - beide in Norden - beteiligt. ''Arion'' war alleiniger Träger der Feste. Die beiden Norder Brudervereine ''Concordia'' und ''Kriegersängerbund'' wirkten zwar mit, beteiligten sich aber nicht finanziell. Wie gut der MGV Arion zu der Zeit finanziell ausgestattet war, verdeutlichen die Kosten der beiden Veranstaltungen: Für die Ausgestaltung der beiden Sängerfeste (1882 und 1896) entstanden Kosten in Höhe von etwa 4.600 Mark. Nach heutiger Kaufkraft macht das etwa 30.000 € aus. | ||
Für die Durchführung der Sängerfeste fehlte trotz vieler Tanzsäle ein großer Festsaal. Für das 8. Sängerfest wurde deshalb die [[Hausbergsches Haus|Scheune des Landwirts de Boer]] an der [[Westerstraße]] als | Für die Durchführung der Sängerfeste fehlte trotz vieler Tanzsäle ein großer Festsaal. Für das 8. Sängerfest wurde deshalb die [[Hausbergsches Haus|Scheune des Landwirts de Boer]] an der [[Westerstraße]] als ''Festhalle'' benutzt und mit Tannengrün und Blumen reich geschmückt. 1896 richtete man die Schrödersche Scheune in der Schlachthausstraße mit einem erheblichen Kostenaufwand als ''Festhalle'' her. Beide Feste waren von Erfolg gekrönt, und trotz der beträchtlichen Unkosten wurde ein Gewinn erzielt. | ||
Am 28. August 1886 feierte ''Arion'' sein 25-jähriges Bestehen mit einem Nachmittagskonzert in [[Ekeler Vorwerk|Walters Garten]] (Ekel). Am 21. September. 1887 trat der langjährige Chorleiter Grundmann mit der Begründung zurück, den Sängern fehlte das notwendige Interesse. Zu seinem Nachfolger wurde am 16. Oktober 1887 Kapellmeister Gottschalk gewählt, der den Chor bis zu seinem Tode 1929 leitete. [[Peter Meyberg]] und [[Ludwig ter Hell]] waren seine Nachfolger. | Am 28. August 1886 feierte ''Arion'' sein 25-jähriges Bestehen mit einem Nachmittagskonzert in [[Ekeler Vorwerk|Walters Garten]] (Ekel). Am 21. September. 1887 trat der langjährige Chorleiter Grundmann mit der Begründung zurück, den Sängern fehlte das notwendige Interesse. Zu seinem Nachfolger wurde am 16. Oktober 1887 Kapellmeister Gottschalk gewählt, der den Chor bis zu seinem Tode 1929 leitete. [[Peter Meyberg]] und [[Ludwig ter Hell]] waren seine Nachfolger. | ||