Rathaus: Unterschied zwischen den Versionen
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{ | {{Infobox Gebäude | ||
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|zoom=17 | |||
|Entstehungszeit=1855 | |||
|Erbauer=[[Laurenz van Hülst]] | |||
|Bauweise=Stadtvilla | |||
| center = 53.594919116011155, 7.205527031069552 | |Erhaltungszustand=erhalten | ||
| circles = 53.594919116011155, 7.205527031069552 : 20 | |Genaue Lage=[[Am Markt]] 15 | ||
| zoom = 17 | 26506 Norden | ||
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Das '''Neue Rathaus''' (früher: ''Villa van Hülst'') ist seit 1883/1884 der Sitz der Norder Stadtverwaltung sowie Sitz des [[Stadtrat|Stadtrates]] und des [[Liste der Bürgermeister der Stadt Norden|Bürgermeisters]]. Es war der Nachfolgebau des [[Altes Rathaus]]. Neben der [[Stadt Norden]] hatten nur noch die [[Sandbauerschaft]] (Vorderräume des [[Hof Constapel|Hofs Constapel]]), die [[Gemeinde Lintelermarsch]] ([[Altes Rathaus (Lintelermarsch)|Hattermannsweg 4]]) und die [[Gemeinde Süderneuland I]] ([[Gartenweg]]) ein eigenes Rathaus. Alle anderen ehemaligen Gemeinden und heutigen Stadtteile erledigten ihre Amtsgeschäfte in den Privaträumen des Bürgermeisters sowie des [[Gemeindedirektor|Gemeindedirektors]]. | |||
Das '''Neue Rathaus''' (früher: ''Villa van Hülst'') ist seit 1883/1884 der Sitz der Norder Stadtverwaltung sowie Sitz des [[Stadtrat|Stadtrates]] und des [[Liste der Bürgermeister der Stadt Norden|Bürgermeisters]]. Es war der Nachfolgebau des [[Altes Rathaus]]. Neben der [[Stadt Norden]] hatten nur noch die [[Sandbauerschaft]] (Vorderräume des [[Hof Constapel|Hofs Constapel]]) | |||
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==Geschichte== | ==Geschichte== | ||
Das Grundstück des heutigen Rathauses war Standort eines bereits im 16. Jahrhundert erwähnten Gebäudes.<ref name=":0">Haddinga, Johann / Stromann, Martin (2001): Norden/Norddeich - Eine ostfriesische Küstenstadt stellt sich vor, Norden, S. 72ff.</ref><ref name=":3">Cremer, Ufke (1938): Die Hausnummern Nordens im Jahre 1812, Norden, S. 2</ref> Bereits um 1750 war das Gebäude im Besitz der bekannten Familie Fridag, zuletzt soll hier nach Angaben von [[Gerhard Canzler]] die als ''[[Madame Fridag]]'' bekannte ''Anna Julia Agathe Fridag, geb. Hüllesheim'' gewohnt haben. Da diese jedoch erst 1803 geboren ist, kommen hier eher ihre Eltern oder Großeltern in Betracht.<ref name=":4" /> Nach ihrem Tod fiel ihr Eigentum offenbar an den Gerichtsassesor Dothias Christian Kettler zu Esens und einen männlichen Nachkommen namens Fridag, der in Leer zu dieser Zeit als Kriegsrat tätig war.<ref name=":4" /><ref>[https://gedbas.genealogy.net/person/show/1152402810 Genealogische Aufzeichnung zu Dothias Christian Kettler], abgerufen am 29. März 2022</ref> | Das Grundstück des heutigen Rathauses war Standort eines bereits im 16. Jahrhundert erwähnten Gebäudes.<ref name=":0">Haddinga, Johann / Stromann, Martin (2001): Norden/Norddeich - Eine ostfriesische Küstenstadt stellt sich vor, Norden, S. 72ff.</ref><ref name=":3">Cremer, Ufke (1938): Die Hausnummern Nordens im Jahre 1812, Norden, S. 2</ref> Erster bekannter Besitzer war [[Folpt Harringa]] | ||
Bereits um 1750 war das Gebäude im Besitz der bekannten Familie Fridag, zuletzt soll hier nach Angaben von [[Gerhard Canzler]] die als ''[[Madame Fridag]]'' bekannte ''Anna Julia Agathe Fridag, geb. Hüllesheim'' gewohnt haben. Da diese jedoch erst 1803 geboren ist, kommen hier eher ihre Eltern oder Großeltern in Betracht.<ref name=":4" /> Nach ihrem Tod fiel ihr Eigentum offenbar an den Gerichtsassesor Dothias Christian Kettler zu Esens und einen männlichen Nachkommen namens Fridag, der in Leer zu dieser Zeit als Kriegsrat tätig war.<ref name=":4" /><ref>[https://gedbas.genealogy.net/person/show/1152402810 Genealogische Aufzeichnung zu Dothias Christian Kettler], abgerufen am 29. März 2022</ref> | |||
Laut Vertrag vom 22. November 1783 wurden Grundstück und Gebäude von ihnen für 2.750 Reichstaler in Gold an den Kaufmann [[Doede Lübberts Cremer]] veräußert.<ref name=":4">Canzler, Gerhard (2002): Doornkaat. Eine Firmenchronik, Norden, S. 136</ref> 1778 kam hier [[Antje ten Doornkaat Koolman (1778)|Antje ten Doornkaat Koolman, geb. Cremer]] zur Welt.<ref>[http://www.familie-herlyn.de/webtrees/individual.php?pid=I10505&ged=familie_herlyn.ged Stammbaum der Familie Herlyn], abgerufen am 22. März 2021</ref><ref>[https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/BLO/DoornkaatKoolman_Jan_I.pdf Biographie des Jan ten Doornkaat Koolman] in der der Personendatenbank der Ostfriesischen Landschaft</ref> Nach dessen Tod im Jahre 1810 ging das das Anwesen in den Besitz seines Sohnes [[Sicco Doden Cremer]] über, nachdem er die Miterben mit 7.200 Gulden in Gold auszahlte.<ref name=":4" /> Das Gebäude umfasste seinerzeit eine Vielzahl an großzügigen Räumen, die teilweise Namen hatten. So wurde das südliche Zimmer, das zum Garten zeigte, ''Gartenzimmer'' genannt. Den Arbeitsbereich (heute wurde man wohl ''Büro'' sagen) umfasste ein südlich zum gepflasterten Hof gelegenes sowie das zum [[Marktplatz]] ausgerichtete Zimmer. Ein anderes, im hinteren Bereich gelegenes Zimmer wurde ''Fehnzimmer'' genannt.<ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 51</ref> Cremer war zeitlebens (auch) Direktor der [[Norder Fehngesellschaft]] und erledigte die damit anfallenden Verwaltungsaufgaben wohl von hier aus. | Laut Vertrag vom 22. November 1783 wurden Grundstück und Gebäude von ihnen für 2.750 Reichstaler in Gold an den Kaufmann [[Doede Lübberts Cremer]] veräußert.<ref name=":4">Canzler, Gerhard (2002): Doornkaat. Eine Firmenchronik, Norden, S. 136</ref> 1778 kam hier [[Antje ten Doornkaat Koolman (1778)|Antje ten Doornkaat Koolman, geb. Cremer]] zur Welt.<ref>[http://www.familie-herlyn.de/webtrees/individual.php?pid=I10505&ged=familie_herlyn.ged Stammbaum der Familie Herlyn], abgerufen am 22. März 2021</ref><ref>[https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/BLO/DoornkaatKoolman_Jan_I.pdf Biographie des Jan ten Doornkaat Koolman] in der der Personendatenbank der Ostfriesischen Landschaft</ref> Nach dessen Tod im Jahre 1810 ging das das Anwesen in den Besitz seines Sohnes [[Sicco Doden Cremer]] über, nachdem er die Miterben mit 7.200 Gulden in Gold auszahlte.<ref name=":4" /> Das Gebäude umfasste seinerzeit eine Vielzahl an großzügigen Räumen, die teilweise Namen hatten. So wurde das südliche Zimmer, das zum Garten zeigte, ''Gartenzimmer'' genannt. Den Arbeitsbereich (heute wurde man wohl ''Büro'' sagen) umfasste ein südlich zum gepflasterten Hof gelegenes sowie das zum [[Marktplatz]] ausgerichtete Zimmer. Ein anderes, im hinteren Bereich gelegenes Zimmer wurde ''Fehnzimmer'' genannt.<ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 51</ref> Cremer war zeitlebens (auch) Direktor der [[Norder Fehngesellschaft]] und erledigte die damit anfallenden Verwaltungsaufgaben wohl von hier aus. | ||