Stadt Norden: Unterschied zwischen den Versionen
| Zeile 785: | Zeile 785: | ||
Der von der Besatzungsmacht neben dem Bürgermeister ernannte Stadtdirektor [[Georg Schubach]] musste bereits im Oktober 1947 sein Amt wieder abgeben, da er sich mit falschen Angaben um dieses Amt beworben hatte. Im Juni 1950 verurteilte ihn die Strafkammer Aurich wegen Betruges zu einer Haftstrafe. Schubachs Nachfolge trat [[Walter Klein]] an. | Der von der Besatzungsmacht neben dem Bürgermeister ernannte Stadtdirektor [[Georg Schubach]] musste bereits im Oktober 1947 sein Amt wieder abgeben, da er sich mit falschen Angaben um dieses Amt beworben hatte. Im Juni 1950 verurteilte ihn die Strafkammer Aurich wegen Betruges zu einer Haftstrafe. Schubachs Nachfolge trat [[Walter Klein]] an. | ||
Die ersten freien Kommunalwahlen nach 1932 fanden in Ostfriesland am 15. September 1946 statt. Das Norder Wahlergebnis brachte für die SPD neun Mandate, die CDU erhielt sechs, die FDP fünf Sitze und die KPD einen Sitz im Norder Rathaus. Anfang Oktober fand in Anwesenheit des britischen Militärgouverneurs die konstituierende Ratsversammlung statt, bei der [[Johann Fischer]] ([[SPD Norden|SPD]]) einstimmig zum Bürgermeister gewählt wurde. Im Herbst 1948 wurden im neu gegründeten Niedersachsen eine zweite Kommunalwahl durchgeführt. Zwar blieb nach diesen Wahlen die SPD stärkste Fraktion im Norder Rathaus, der von ihr gestellte Bürgermeister Fischer wurde jedoch mit den Stimmen von CDU, FDP und der neu im Rathaus vertretenen freiwirtschaftlich orientierten Radikal-Sozialen Freiheitspartei (RSF) abgewählt. An seine Stelle trat der Freidemokrat [[Albert Schöneberg|Dr. Albert Schöneberg | Die ersten freien Kommunalwahlen nach 1932 fanden in Ostfriesland am 15. September 1946 statt. Das Norder Wahlergebnis brachte für die SPD neun Mandate, die CDU erhielt sechs, die FDP fünf Sitze und die KPD einen Sitz im Norder Rathaus. Anfang Oktober fand in Anwesenheit des britischen Militärgouverneurs die konstituierende Ratsversammlung statt, bei der [[Johann Fischer]] ([[SPD Norden|SPD]]) einstimmig zum Bürgermeister gewählt wurde. Im Herbst 1948 wurden im neu gegründeten Niedersachsen eine zweite Kommunalwahl durchgeführt. Zwar blieb nach diesen Wahlen die SPD stärkste Fraktion im Norder Rathaus, der von ihr gestellte Bürgermeister Fischer wurde jedoch mit den Stimmen von CDU, FDP und der neu im Rathaus vertretenen freiwirtschaftlich orientierten Radikal-Sozialen Freiheitspartei (RSF) abgewählt. An seine Stelle trat der Freidemokrat [[Albert Schöneberg|Dr. Albert Schöneberg]]. 1956 wurde Johann Fischer wieder ins Bürgermeisteramt berufen. Dessen Nachfolger wurde 1959 der SPD-Ratsherr [[Hinrich Donner]]. | ||
Obwohl bereits unmittelbar nach der britischen Besatzung alle führenden NS-Funktionäre verhaftet wurden, setzten sich in den Folgejahren auch weiterhin rechtsextremistische Tendenzen fort. Gegen Ende der 1940er bzw. Anfang der 1950er Jahre traten in Norden Redner der im Oktober 1952 verbotenen Sozialistische Reichspartei (SRP) sowie der Deutschen Reichspartei (DRP) auf.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 50</ref> Die Deutsche Reichspartei existierte bis zu ihrer Auflösung im Jahre 1965, viele Mitglieder traten der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD) bei. | Obwohl bereits unmittelbar nach der britischen Besatzung alle führenden NS-Funktionäre verhaftet wurden, setzten sich in den Folgejahren auch weiterhin rechtsextremistische Tendenzen fort. Gegen Ende der 1940er bzw. Anfang der 1950er Jahre traten in Norden Redner der im Oktober 1952 verbotenen Sozialistische Reichspartei (SRP) sowie der Deutschen Reichspartei (DRP) auf.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 50</ref> Die Deutsche Reichspartei existierte bis zu ihrer Auflösung im Jahre 1965, viele Mitglieder traten der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD) bei. | ||