Polizei Norden: Unterschied zwischen den Versionen
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Im Zuge ihrer ersten Polizeireform gaben die Briten im September 1945 erste verbindliche Richtlinien für eine umfassende Polizeireform bekannt. In Aurich richteten sie eine Polizeiverwaltung als selbstständige Behörde unter Führung eines Polizeichefs ein. Die Polizei unterstand fortan nicht mehr unter Kontrolle der Landräte und Bürgermeister, sondern der Regierungsbezirke, die jedoch nach wie vor der britischen Besatzungsmacht unterstand. Die Kommunen blieben Kostenträger für personelle und sachliche Aufwendungen. | Im Zuge ihrer ersten Polizeireform gaben die Briten im September 1945 erste verbindliche Richtlinien für eine umfassende Polizeireform bekannt. In Aurich richteten sie eine Polizeiverwaltung als selbstständige Behörde unter Führung eines Polizeichefs ein. Die Polizei unterstand fortan nicht mehr unter Kontrolle der Landräte und Bürgermeister, sondern der Regierungsbezirke, die jedoch nach wie vor der britischen Besatzungsmacht unterstand. Die Kommunen blieben Kostenträger für personelle und sachliche Aufwendungen. | ||
[[Datei:Am Markt Marktplatz Polizei Polizist Landkreis Norden Auflösung Demo 1977 01.jpg|mini|Ein Polizeibeamter beobachtet eine Demonstration auf dem [[Marktplatz]] gegen die Auflösung des [[Landkreis Norden|Landkreises Norden]] ( | [[Datei:Am Markt Marktplatz Polizei Polizist Landkreis Norden Auflösung Demo 1977 01.jpg|mini|Ein Polizeibeamter beobachtet eine Demonstration auf dem [[Marktplatz]] gegen die Auflösung des [[Landkreis Norden|Landkreises Norden]] (11. August 1969).]] | ||
[[Datei:Am Markt 01011983 02.jpg|mini|Luftbild des Kriminalkommissariats im [[Weinhaus]], Am Markt 38 (1983).]]Mit fortschreitender Zeit arbeiteten die britische Militärpolizei immer enger mit den deutschen Beamten zusammen. So führten sie beispielsweise im November 1945 eine gemeinsame, sehr erfolgreiche Razzia gegen den Schwarzmarkt durch, bei der große Mengen an schwarz gehandelter Ware beschlagnahmt und mehrere hundert Personen identifiziert oder verhaftet wurden.<ref>Haddinga, Johann (1988): Stunde Null. Ostfrieslands schwerste Jahre, Norden, S. 89</ref> Ein weiterer, bedeutender Schlag gelang im Februar 1947. Obwohl die Bevölkerung große Hungersnot in einem sehr strengen Winter litt, hielt dies Kriminelle nicht von ihrem Schaffen ab. Neben der Begehung von Überfällen agierte eine von einem nach außen hin eleganten Berliner namens ''Pik-Ass'' angeführte Bande, die zu einer regelrechten Landplage geworden war, im Schwarzmarkthandel. Statt die dringend benötigten Lebensmittel an die Verteilungsstellen zu liefern, versteckten sie große Mengen zuvor geraubten Fleisches und verkauften es zu horrenden Preisen an den Meistbietenden. Die Kriminalpolizei hatte den Straftätern zuvor mehrere Tage lang rund um die Uhr aufgelauert.<ref>Haddinga, Johann (1988): Stunde Null. Ostfrieslands schwerste Jahre, Norden, S. 163</ref> | [[Datei:Am Markt 01011983 02.jpg|mini|Luftbild des Kriminalkommissariats im [[Weinhaus]], Am Markt 38 (1983).]]Mit fortschreitender Zeit arbeiteten die britische Militärpolizei immer enger mit den deutschen Beamten zusammen. So führten sie beispielsweise im November 1945 eine gemeinsame, sehr erfolgreiche Razzia gegen den Schwarzmarkt durch, bei der große Mengen an schwarz gehandelter Ware beschlagnahmt und mehrere hundert Personen identifiziert oder verhaftet wurden.<ref>Haddinga, Johann (1988): Stunde Null. Ostfrieslands schwerste Jahre, Norden, S. 89</ref> Ein weiterer, bedeutender Schlag gelang im Februar 1947. Obwohl die Bevölkerung große Hungersnot in einem sehr strengen Winter litt, hielt dies Kriminelle nicht von ihrem Schaffen ab. Neben der Begehung von Überfällen agierte eine von einem nach außen hin eleganten Berliner namens ''Pik-Ass'' angeführte Bande, die zu einer regelrechten Landplage geworden war, im Schwarzmarkthandel. Statt die dringend benötigten Lebensmittel an die Verteilungsstellen zu liefern, versteckten sie große Mengen zuvor geraubten Fleisches und verkauften es zu horrenden Preisen an den Meistbietenden. Die Kriminalpolizei hatte den Straftätern zuvor mehrere Tage lang rund um die Uhr aufgelauert.<ref>Haddinga, Johann (1988): Stunde Null. Ostfrieslands schwerste Jahre, Norden, S. 163</ref> | ||