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Ab 1921 befasste sich die Küstenfunkstelle vor allem mit der Verbreitung von Meldungen über gute Fischereigründe (die sogenannten ''Heringstelegramme'') und allgemeinen Warnungen. Nach der Aufnahme des Flugverkehrs zwischen London und Bremen wurde auch einige Jahre die Wetterberatung für die Flugzeuge übernommen, ehe in diesen standardmäßig eigene Sender verbaut wurden. Ein Jahr später gelang mit der einwandfreien Kontaktaufnahme zur ''Cap Polonio'', einem südlich der Kapverdischen Inseln (Westafrika) fahrenden Schiff (ca. 6.000 Kilometer von der Küstenfunkstelle entfernt), ein großer Erfolg. Zurückzuführen war dies vor allem auf eine Verbesserung der Sendeanlage sowie mit Hilfe eines Röhrensenders auf dem betreffenden Schiff. ''Norddeich Radio'' wurde es daraufhin vom Reichspostministerium gestattet, allgemein Kontakt über große Entfernungen aufzunehmen.<ref name=":2">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 321</ref>
Ab 1921 befasste sich die Küstenfunkstelle vor allem mit der Verbreitung von Meldungen über gute Fischereigründe (die sogenannten ''Heringstelegramme'') und allgemeinen Warnungen. Nach der Aufnahme des Flugverkehrs zwischen London und Bremen wurde auch einige Jahre die Wetterberatung für die Flugzeuge übernommen, ehe in diesen standardmäßig eigene Sender verbaut wurden. Ein Jahr später gelang mit der einwandfreien Kontaktaufnahme zur ''Cap Polonio'', einem südlich der Kapverdischen Inseln (Westafrika) fahrenden Schiff (ca. 6.000 Kilometer von der Küstenfunkstelle entfernt), ein großer Erfolg. Zurückzuführen war dies vor allem auf eine Verbesserung der Sendeanlage sowie mit Hilfe eines Röhrensenders auf dem betreffenden Schiff. ''Norddeich Radio'' wurde es daraufhin vom Reichspostministerium gestattet, allgemein Kontakt über große Entfernungen aufzunehmen.<ref name=":2">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 321</ref>


Da Sender und Empfänger sich durch die größere Leistung zunehmend gegenseitig störten, wurde es erforderlich, eine neue Empfangsstelle zu errichten. Einen geeigneten Standort fand man am heutigen [[Funkweg]] in [[Westgaste]] - damals noch unbebaute Stadtrandlage. Das zur Station gehörende Gebäude, das heute die Anschrift [[Im Spiet 28]] trägt, steht bis heute. 1925 brachte ein kräftiger Herbststurm drei im Aufbau befindliche Antennentürme zum Einsturz, so dass die Inbetriebnahme weiterer geplanter Sender verzögert wurde. Ende der 1920er Jahre entdeckte man dann das vorteilhafte Ausbreitungsverhalten von Kurzwellen für den internationalen Funkverkehr, so dass 1929 ein 10 kW starker Kurzwellensender an der Heimatstation nebst Empfängern in Westgaste eingebaut wurden. Doch auch diese neue Anlage wurde bald von den immer zahlreicher werdenden Elektromotoren in der Stadt gestört, sodass 1931 erneut ein Umzug stattfand - diesmal so weit abwärts von Siedlungen, wie es eben ging: Nach [[Utlandshörn]].<ref name=":2" /> Am 8. Dezember des Jahres wurde die Anlage dort in Betrieb genommen und löste die bisherige Hauptstation an der Deichstraße ab.<ref>[http://www.fdeiters.de/Kustenfunk/Norddeich_Radio/Chronik_DAN/chronik_dan.html Chronik von Norddeich Radio], abgerufen am 27. Juli 2021</ref> Die Ausrüstung umfasste die für damalige Zeiten modernsten Empfangssysteme für Lang-, Mittel-, Grenz- und Kurzwelle sowie mehrere Dipole mit Reflektoren (Richtantennen) und Drahtantennen. Sendeseitig wurden 20 Kilowatt starke Kurzwellensender für Telegraphie und Telefonie eingebaut. Die Weltwirtschaftskrise am Anfang dieses Jahrzehntes ließ auch die Telegrammzahlen via Norddeich einbrechen; jedoch setzte sich die positive Entwicklung bereits in der Mitte der 1930er Jahre weiter fort. Die Olympischen Sommerspiele 1936 in Deutschland brachten den deutschen Funkstationen Rekord-Telegrammzahlen ein. Ebenfalls 1936 experimentierte man mit der Ankopplung des öffentlichen Telegraphennetzes an die Sendeanlagen, so dass Telegramme ohne Zwischenstation bei den Funkbeamten gegeben werden konnten. Technische Weiterentwicklungen bei Sendern und Empfängern vergrößerten die Reichweite im Sprechfunkbetrieb beträchtlich.
Da Sender und Empfänger sich durch die größere Leistung zunehmend gegenseitig störten, wurde es erforderlich, eine neue Empfangsstelle zu errichten. Einen geeigneten Standort fand man am heutigen [[Funkweg]] in [[Westgaste]] - damals noch unbebaute Stadtrandlage. Das zur Station gehörende Gebäude, das heute die Anschrift [[Im Spiet 28]] trägt, steht bis heute.<ref name=":2" /> Auch das Gelände, das sich bis nach [[Martensdorf]] erstreckt, befand sich noch bis etwa Ende des 20. Jahrhunderts im Besitz der Deutschen Bundespost, die dort bis zuletzt eine Werkstatt für ihre Kraftfahrzeuge unterhielt.


Die Antennen in Westgaste wurden aus unerfindlichen Gründen erst nach 1939 abgebaut. Eine Aufnahme zeigt das Betriebsgelände mit dem Gebäude [[Im Spiet 28]] und dem [[Wasserturm]], der erst 1939 fertiggestellt wurde.
1925 brachte ein kräftiger Herbststurm drei im Aufbau befindliche Antennentürme zum Einsturz, so dass die Inbetriebnahme weiterer geplanter Sender verzögert wurde. Ende der 1920er Jahre entdeckte man dann das vorteilhafte Ausbreitungsverhalten von Kurzwellen für den internationalen Funkverkehr, so dass 1929 ein 10 kW starker Kurzwellensender an der Heimatstation nebst Empfängern in Westgaste eingebaut wurden.<ref name=":2" /> Doch auch diese neue Anlage wurde bald von den immer zahlreicher werdenden Elektromotoren in der Stadt gestört, sodass 1931 erneut ein Umzug stattfand - diesmal so weit abwärts von Siedlungen, wie es eben ging: Nach [[Utlandshörn]].<ref name=":2" /> Am 8. Dezember des Jahres wurde die Anlage dort in Betrieb genommen und löste die bisherige Hauptstation an der Deichstraße ab.<ref>[http://www.fdeiters.de/Kustenfunk/Norddeich_Radio/Chronik_DAN/chronik_dan.html Chronik von Norddeich Radio], abgerufen am 27. Juli 2021</ref> Die Ausrüstung umfasste die für damalige Zeiten modernsten Empfangssysteme für Lang-, Mittel-, Grenz- und Kurzwelle sowie mehrere Dipole mit Reflektoren (Richtantennen) und Drahtantennen. Sendeseitig wurden 20 Kilowatt starke Kurzwellensender für Telegraphie und Telefonie eingebaut. Die Weltwirtschaftskrise am Anfang dieses Jahrzehntes ließ auch die Telegrammzahlen via Norddeich einbrechen; jedoch setzte sich die positive Entwicklung bereits in der Mitte der 1930er Jahre weiter fort. Die Olympischen Sommerspiele 1936 in Deutschland brachten den deutschen Funkstationen Rekord-Telegrammzahlen ein. Ebenfalls 1936 experimentierte man mit der Ankopplung des öffentlichen Telegraphennetzes an die Sendeanlagen, so dass Telegramme ohne Zwischenstation bei den Funkbeamten gegeben werden konnten. Technische Weiterentwicklungen bei Sendern und Empfängern vergrößerten die Reichweite im Sprechfunkbetrieb beträchtlich.


===[[Zweiter Weltkrieg]]===
===[[Zweiter Weltkrieg]]===