Stadt Norden: Unterschied zwischen den Versionen
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Die weitestgehende Unversehrtheit Nordens war vor allem auf seine geringe militärische Bedeutung zurückzuführen. Zu erwähnen sind lediglich die die Küstenfunkstelle [[Norddeich Radio]], der [[Norddeicher Hafen]] als Fährhafen nach Juist und Norderney, die durch den ''Atlantikwall'' militärisch aufgerüstet wurden, der [[Sender Osterloog|Propagandasender Osterloog]] und das [[Vertriebenenlager Tidofeld|Ausbildungs- und Durchgangslager der Marine]] in [[Tidofeld]]. Um die Stadt herum wurden mehrere [[Liste der Flakstellungen|Flakstellungen]] und [[Liste der Bunker|Bunker]] errichtet. Die Bunker dienten überwiegend dem Schutz der Bevölkerung, nur die beiden [[Bunker (Badestraße)|Bunker am Norddeich]] sollten der Verteidigung dienen und waren mit Flakstellungen ausgerüstet. Zum Einsatz an dieser - euphemistisch so genannten - ''Heimatflak'' wurden vor allem Schüler einberufen, die nach heutiger Definition als Kindersoldaten gelten würden. Hunderte Söhne und Töchter der Stadt starben auf den Kriegsschauplätzen dieser Welt. Der Gefallenen beider Weltkriege wird noch heute jedes Jahr zum Volkstrauertag am [[Glockenturm]] gedacht, in dem sich eine Gedenktafel mit den Namen der Gefallenen findet. Zudem gibt es einen [[Soldatenfriedhof]] auf dem [[Neuer Friedhof|Neuen Friedhof]] (''Parkfriedhof'') in [[Ostlintel]]. Insgesamt kamen über 2.000 Norder, vornehmlich junge Männer, während des Krieges ums Leben.<ref>Haddinga, Johann (1988): Stunde Null. Ostfrieslands schwerste Jahre, Norden, S. 72</ref> | Die weitestgehende Unversehrtheit Nordens war vor allem auf seine geringe militärische Bedeutung zurückzuführen. Zu erwähnen sind lediglich die die Küstenfunkstelle [[Norddeich Radio]], der [[Norddeicher Hafen]] als Fährhafen nach Juist und Norderney, die durch den ''Atlantikwall'' militärisch aufgerüstet wurden, der [[Sender Osterloog|Propagandasender Osterloog]] und das [[Vertriebenenlager Tidofeld|Ausbildungs- und Durchgangslager der Marine]] in [[Tidofeld]]. Um die Stadt herum wurden mehrere [[Liste der Flakstellungen|Flakstellungen]] und [[Liste der Bunker|Bunker]] errichtet. Die Bunker dienten überwiegend dem Schutz der Bevölkerung, nur die beiden [[Bunker (Badestraße)|Bunker am Norddeich]] sollten der Verteidigung dienen und waren mit Flakstellungen ausgerüstet. Zum Einsatz an dieser - euphemistisch so genannten - ''Heimatflak'' wurden vor allem Schüler einberufen, die nach heutiger Definition als Kindersoldaten gelten würden. Hunderte Söhne und Töchter der Stadt starben auf den Kriegsschauplätzen dieser Welt. Der Gefallenen beider Weltkriege wird noch heute jedes Jahr zum Volkstrauertag am [[Glockenturm]] gedacht, in dem sich eine Gedenktafel mit den Namen der Gefallenen findet. Zudem gibt es einen [[Soldatenfriedhof]] auf dem [[Neuer Friedhof|Neuen Friedhof]] (''Parkfriedhof'') in [[Ostlintel]]. Insgesamt kamen über 2.000 Norder, vornehmlich junge Männer, während des Krieges ums Leben.<ref>Haddinga, Johann (1988): Stunde Null. Ostfrieslands schwerste Jahre, Norden, S. 72</ref> | ||
Für die Versorgung der Kriegsversehrten wurden mehrere Baracken, die teilweise noch aus dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] stammten, als Lazarett umfunktioniert. Auch fast alle anderen Schulen, insbesondere das [[Ulrichsgymnasium]], wurden entsprechend umfunktioniert, um die zahlreichen Verwundeten zu versorgen. Die Panzersperren und unter Brücken deponierte Sprengladungen, die dort kurz vor Kriegsende noch von einigen Fanatikern entsprechend Hitlers ''Nerobefehls'' platziert wurden, wurden wieder entfernt, ehe sie gezündet wurden.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 43</ref> | Für die Versorgung der Kriegsversehrten wurden mehrere Baracken, die teilweise noch aus dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] stammten, als Lazarett umfunktioniert. Auch fast alle anderen Schulen, insbesondere das [[Ulrichsgymnasium]], wurden entsprechend umfunktioniert, um die zahlreichen Verwundeten zu versorgen. Die Panzersperren und unter Brücken deponierte Sprengladungen (u.a. bei der [[Galgentiefsbrücke]]<ref>Erinnerungen des Zeitzeugen Karl Lampe, kundgetan am 15. Februar 2024</ref>, die dort kurz vor Kriegsende noch von einigen Fanatikern entsprechend Hitlers ''Nerobefehls'' platziert wurden, wurden wieder entfernt, ehe sie gezündet wurden.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 43</ref> | ||
Ab dem 6. Mai 1945 ging die Befehlsgewalt schließlich faktisch an die Kanadier. Sie beschlagnahmten zwei Häuser [[Am Markt]], eins an der [[Gartenstraße]], eins an der [[Linteler Straße]] sowie das [[Hitlerjugend-Heim]]. Sie schafften damit Platz für die Kommandantur, ein Offizierskasino, die Militärpolizei und ein Lazarett.<ref>Forster, Hans / Schwickert, Günther (1988): Norden. Eine Kreisstadt unterm Hakenkreuz, Norden, S. 310</ref> | Ab dem 6. Mai 1945 ging die Befehlsgewalt schließlich faktisch an die Kanadier. Sie beschlagnahmten zwei Häuser [[Am Markt]], eins an der [[Gartenstraße]], eins an der [[Linteler Straße]] sowie das [[Hitlerjugend-Heim]]. Sie schafften damit Platz für die Kommandantur, ein Offizierskasino, die Militärpolizei und ein Lazarett.<ref>Forster, Hans / Schwickert, Günther (1988): Norden. Eine Kreisstadt unterm Hakenkreuz, Norden, S. 310</ref> | ||