Haus Telting: Unterschied zwischen den Versionen
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Das '''Haus Telting''' ist ein denkmalgeschütztes Gebäude an der Nordseite [[Am Markt|des Marktes]]. | |||
Das '''Haus Telting''' ist ein denkmalgeschütztes Gebäude an der Nordseite [[Am Markt|des Marktes]]. Die Geschichte des Hauses lässt sich bis in die frühe Neuzeit zurückverfolgen. | |||
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==Geschichte== | ==Geschichte== | ||
Der wohlhabende [[Michael Christian Arnold Telting|Michael Telting]] ersteigerte im Jahre 1818 einen wahrscheinlich wesentlich älteren Vorgängerbau und ließ diesen entweder abbrechen und neu- oder zumindest überbauen.<ref name=":0">[https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/BLO/Telting_Fam.pdf Tielke, Martin (2007): Biographie der Familie Telting], veröffentlicht in der Personendatenbank der Ostfriesischen Landschaft</ref> Telting starb 1853. Das Haus kam dann direkt oder erst später in den Besitz der Familie Eiben. Während des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkriegs]] erwarb der vermögende Kaufmann [[Sicco Theodor van Hülst]] das Anwesen und wohnte hier bis zu seinem Tode im Jahre 1926, seit dem Tod seiner Ehefrau acht Jahre zuvor, alleine.<ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 102</ref> | In früheren Jahren zahlten Adelige keine Abgaben an die Stadt und den Landesherrn. Sie mussten lediglich das Pastorengeld bezahlen. Im Gegenzug hatten sie zu besonderen Anlässen, wie beispielsweise Hochzeiten oder Trauerfälle, am Hofe in Aurich zu erscheinen, um dort ritterliche Dienste zu leisten. Dieses Privileg, auch ''Adelsfreiheit'' genannt, wurde an ein bestimmtes Haus bzw. einen bestimmten Besitz geknüpft.<ref>[https://www.heraldik-wiki.de/wiki/Adelsfreiheit Zur Definition der Adelsfreiheit] auf heraldik-wiki.de, abgerufen am 26. Februar 2024</ref> So hatten später auch nicht-adelige Menschen dieses Privileg inne. Für Norden sind zahlreiche solcher ''adelig freien'' Häuser nachweisbar. | ||
Eine Ausnahme unter den adelig freien Häusern stellt das hier beschrieben Haus dar. Es hatte sich zwar lediglich mit einem ''halben Pferd'' am Ritterdienst zu beteiligen, war dafür jedoch dazu verpflichtet, jährlich 25 Reichstaler in Gold als Grundheuer an die [[Norderpastorei]] zu bezahlen. Darüber hinaus hatte der Eigentümer die An- und Abreise des Beamten bei öffentlichen Verkäufen zu tragen.<ref>Schreiber, Gretje (1992): Der Norder Marktplatz und seine Geschichte bis heute, Aurich, S. 13</ref> | |||
Das heute unter Denkmalschutz stehende Gebäude wurde 1818 von [[Michael Christian Arnold Telting]] auf dem Grund eines älteren Vorgängerbaus errichtet.<ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Baudenkmale_in_Norden Liste der Baudenkmale in Norden], abgerufen am 11. November 2021</ref><ref name=":0" /> Der wohlhabende [[Michael Christian Arnold Telting|Michael Telting]] ersteigerte im Jahre 1818 einen wahrscheinlich wesentlich älteren Vorgängerbau und ließ diesen entweder abbrechen und neu- oder zumindest überbauen.<ref name=":0">[https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/BLO/Telting_Fam.pdf Tielke, Martin (2007): Biographie der Familie Telting], veröffentlicht in der Personendatenbank der Ostfriesischen Landschaft</ref> Telting starb 1853. Das Haus kam dann direkt oder erst später in den Besitz der Familie Eiben. Während des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkriegs]] erwarb der vermögende Kaufmann [[Sicco Theodor van Hülst]] das Anwesen und wohnte hier bis zu seinem Tode im Jahre 1926, seit dem Tod seiner Ehefrau acht Jahre zuvor, alleine.<ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 102</ref> | |||
Seit mehreren Jahrzehnten bereits wird das Haus als Arztpraxis, aber auch noch zu Wohnzwecken, genutzt. | Seit mehreren Jahrzehnten bereits wird das Haus als Arztpraxis, aber auch noch zu Wohnzwecken, genutzt. | ||