Eisenhütte: Unterschied zwischen den Versionen
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Der Anschluss Ostfrieslands an Preußen 1866 bewirkte Zollbarrieren gegen Eisen und Kohl aus England, auch der wirtschaftliche Aufstieg des Ruhrgebietes, besonders nach dem Deutsch-Französischen Krieg in den Jahren 1870/71, brachte eine Verschiebung der Frachtlage zu Ungunsten des Werkes mit sich. Das um die Rentabilität ringende Unternehmen hatte in den folgenden Jahrzehnten verschiedene Eigentümer, die die Eisengewinnung nun nicht mehr aus Erz, sondern aus Alteisen forcierten. Trotz aller Schwierigkeiten konnte die Eisenhütte im Jahre 1873 immer noch 145 Mitarbeiter in Lohn und Brot halten und die Belegschaft ein Jahr später sogar noch auf 201 steigern. Insgesamt wurden zu dieser Zeit jährlich etwa 1.000 Tonnen Gusswaren verkauft.<ref name=":0" /> Auf gusseiserne Unterkästen für Tonöfen hielt man seit 1879 sogar ein Patent.<ref name=":7" /> | Der Anschluss Ostfrieslands an Preußen 1866 bewirkte Zollbarrieren gegen Eisen und Kohl aus England, auch der wirtschaftliche Aufstieg des Ruhrgebietes, besonders nach dem Deutsch-Französischen Krieg in den Jahren 1870/71, brachte eine Verschiebung der Frachtlage zu Ungunsten des Werkes mit sich. Das um die Rentabilität ringende Unternehmen hatte in den folgenden Jahrzehnten verschiedene Eigentümer, die die Eisengewinnung nun nicht mehr aus Erz, sondern aus Alteisen forcierten. Trotz aller Schwierigkeiten konnte die Eisenhütte im Jahre 1873 immer noch 145 Mitarbeiter in Lohn und Brot halten und die Belegschaft ein Jahr später sogar noch auf 201 steigern. Insgesamt wurden zu dieser Zeit jährlich etwa 1.000 Tonnen Gusswaren verkauft.<ref name=":0" /> Auf gusseiserne Unterkästen für Tonöfen hielt man seit 1879 sogar ein Patent.<ref name=":7" /> | ||
Nach dem Tode des Firmengründers 1863 gelangte das Werk in den Besitz der Familie Tenge, mit der Meyer durch Heirat verbunden war. Zwischen 1880 und 1887 kam auch [[Ludwig Landmann]] (und nach ihm sein Sohn [[Hermann Landmann]]) als weiterer oder neuer Inhaber der Eisenhütte hinzu.<ref name=":0" /><ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Landmann Wikipedia-Artikel zu Wilhelm Landmann mit Geburtsdaten zu Ludwig Landmann], abgerufen am 23. April 2022</ref> Die Familie Landmann erbaute sich in unmittelbarer Nähe der Eisenhütte eine ansehnliche Stadtvilla, die bis heute als [[Haus Landmann|''Haus Landmann'']] bekannt ist. Man begann, die Kohle nicht mehr nur aus England, sondern vor allem auch aus dem Ruhrgebiet zu importieren.<ref name=":0" /> Zum 50-jährigen Firmenjubiläum pflanzte die Geschäftsleitung eine Eiche im Innenhof, in dem zudem eine Gedenktafel mit der Aufschrift ''Norder Eisenhütte. Julius Meyer & Comp. Eisengießerei. Schleiferei, Vernickelungsanstalt. Feuerbeständig emaillierte Oefen in allen Farben.<ref name=":6" />'' | Nach dem Tode des Firmengründers 1863 gelangte das Werk in den Besitz der Familie Tenge, mit der Meyer durch Heirat verbunden war. Zwischen 1880 und 1887 kam auch [[Ludwig Landmann]] (und nach ihm sein Sohn [[Hermann Landmann]]) als weiterer oder neuer Inhaber der Eisenhütte hinzu.<ref name=":0" /><ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Landmann Wikipedia-Artikel zu Wilhelm Landmann mit Geburtsdaten zu Ludwig Landmann], abgerufen am 23. April 2022</ref> Ludwig Landmann war mit Charlotte, einer geborenen Ibrügger verheiratet.<ref name=":22">Genealogische Aufzeichnungen, zur Verfügung gestellt von Claus Herlyn (E-Mail vom 29. September 2022)</ref> | ||
Die Familie Landmann erbaute sich in unmittelbarer Nähe der Eisenhütte eine ansehnliche Stadtvilla, die bis heute als [[Haus Landmann|''Haus Landmann'']] bekannt ist. Man begann, die Kohle nicht mehr nur aus England, sondern vor allem auch aus dem Ruhrgebiet zu importieren.<ref name=":0" /> Zum 50-jährigen Firmenjubiläum pflanzte die Geschäftsleitung eine Eiche im Innenhof, in dem zudem eine Gedenktafel mit der Aufschrift ''Norder Eisenhütte. Julius Meyer & Comp. Eisengießerei. Schleiferei, Vernickelungsanstalt. Feuerbeständig emaillierte Oefen in allen Farben.<ref name=":6" />'' | |||
Ungewöhnlich für damalige Zeiten zeigte sich das Werk gegenüber den Angestellten und Arbeitnehmern vergleichsweise mildtätig. Ab 1891 bis mindestens 1912 versorgte das Werk seine Arbeiter und Angestellten mit einer betriebseigenen Krankenkasse.<ref>NLA AU Rep. 16/1, Nr. 2103</ref> | Ungewöhnlich für damalige Zeiten zeigte sich das Werk gegenüber den Angestellten und Arbeitnehmern vergleichsweise mildtätig. Ab 1891 bis mindestens 1912 versorgte das Werk seine Arbeiter und Angestellten mit einer betriebseigenen Krankenkasse.<ref>NLA AU Rep. 16/1, Nr. 2103</ref> | ||