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Im Verlauf des Jahres 1938 setzte eine verstärkte anti-jüdische Hetze in der Norder Presse ein. Norden besaß über viele Jahrhunderte hinweg eine [[Jüdische Gemeinde Norden|jüdische Gemeinde]] mit Synagogen in Norden und auf Norderney. Die [[Synagoge|Norder Synagoge]] wurde während der nationalsozialistischen Pogrome in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 durch Brandstiftung zerstört. Das [[Jüdische Schule|einstige Schulhaus]], das [[Vorsängers Haus|Wohnhaus des Rabbiners]] und das des [[Synagogenweg 3|Lehrers]] stehen indes bis heute. Die Synagoge auf Norderney blieb von den Aktionen in Zusammenhang mit den Novemberpogromen verschont, da sie zuvor an einen Eisenwarenhändler verkauft worden war, der dort einen Lagerraum einrichten wollte. Die in Norden lebenden Juden wurden am [[Schlachthof]] zusammengetrieben und gemeinsam mit den anderen ostfriesischen Juden in das KZ Sachsenhausen gebracht, von wo sie Wochen später zunächst zurückkehrten, ehe sie einige Zeit später endgültig deportiert wurden. Nach den Novemberpogromen löste sich die jüdische Gemeinde in Norden, die noch 1925 mehr als 230 Mitglieder hatte, auf. Noch 1933 gab es 50 Handelsbetriebe und Geschäfte mit jüdischen Eigentümern.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 241</ref> Die letzten [[Jüdische Gemeinde Norden|Norder Juden]] wurden im April 1940 in Konzentrationslager abtransportiert. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde fast die Hälfte der jüdischen Norder umgebracht. Nur wenige von ihnen kehrten nach dem Krieg nach Norden zurück.
Im Verlauf des Jahres 1938 setzte eine verstärkte anti-jüdische Hetze in der Norder Presse ein. Norden besaß über viele Jahrhunderte hinweg eine [[Jüdische Gemeinde Norden|jüdische Gemeinde]] mit Synagogen in Norden und auf Norderney. Die [[Synagoge|Norder Synagoge]] wurde während der nationalsozialistischen Pogrome in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 durch Brandstiftung zerstört. Das [[Jüdische Schule|einstige Schulhaus]], das [[Vorsängers Haus|Wohnhaus des Rabbiners]] und das des [[Synagogenweg 3|Lehrers]] stehen indes bis heute. Die Synagoge auf Norderney blieb von den Aktionen in Zusammenhang mit den Novemberpogromen verschont, da sie zuvor an einen Eisenwarenhändler verkauft worden war, der dort einen Lagerraum einrichten wollte. Die in Norden lebenden Juden wurden am [[Schlachthof]] zusammengetrieben und gemeinsam mit den anderen ostfriesischen Juden in das KZ Sachsenhausen gebracht, von wo sie Wochen später zunächst zurückkehrten, ehe sie einige Zeit später endgültig deportiert wurden. Nach den Novemberpogromen löste sich die jüdische Gemeinde in Norden, die noch 1925 mehr als 230 Mitglieder hatte, auf. Noch 1933 gab es 50 Handelsbetriebe und Geschäfte mit jüdischen Eigentümern.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 241</ref> Die letzten [[Jüdische Gemeinde Norden|Norder Juden]] wurden im April 1940 in Konzentrationslager abtransportiert. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde fast die Hälfte der jüdischen Norder umgebracht. Nur wenige von ihnen kehrten nach dem Krieg nach Norden zurück.


Im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] wurde Norden mehrere Male von Bomben getroffen, die zu mehreren Todesopfern und Gebäudeschäden führten. Insgesamt gab es neun Bombenabwürfe auf Norden, weitere im unmittelbaren Umland. Die meisten Abwürfe waren jedoch sogenannte Notabwürfe, bei denen die Piloten ihr eigentliches Ziel nicht fanden. Insbesondere in der Endphase des Krieges kam es dann jedoch zu weiteren Kriegsverbrechen durch die britische Luftwaffe, als diese mehrfach mit Bordwaffen bei Tieffliegerangriffen auf unbewaffnete Zivilisten schoss.
Schon vor dem Kriegsbeginn fanden auch in Norden unübersehbare Vorbereitungen für diesen statt. So mussten Lehrer und Schüler der [[Gräfin-Theda-Schule]] gleich am ersten Tag nach den Sommerferien 1939 eine Luftschutzübung abhalten. Zudem wurde in den Räumlichkeiten der Schule ein Lazarett eingerichtet.<ref>Haddinga, Johann (1995): Kriegsalltag in Ostfriesland, Norden, S. 19</ref> Im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] wurde Norden mehrere Male von Bomben getroffen, die zu mehreren Todesopfern und Gebäudeschäden führten. Insgesamt gab es neun Bombenabwürfe auf Norden, weitere im unmittelbaren Umland. Die meisten Abwürfe waren jedoch sogenannte Notabwürfe, bei denen die Piloten ihr eigentliches Ziel nicht fanden. Insbesondere in der Endphase des Krieges kam es dann jedoch zu weiteren Kriegsverbrechen durch die britische Luftwaffe, als diese mehrfach mit Bordwaffen bei Tieffliegerangriffen auf unbewaffnete Zivilisten schoss.


Ebenfalls gegen Ende des Krieges wurden an den Zufahrtsstraßen mehrere Barrikaden durch Baumstämme und andere sperrige Gegenstände errichtet. Unter den wichtigsten Brücken brachte man Sprengsätze an, die beim Herannahen des Feindes gesprengt werden sollten, um dessen Vorankommen zu verlangsamen. Währenddessen schafften die Nationalsozialisten eifrig belastendes Material beiseite bzw. verbrannten es im Schornstein der [[Molkerei (Norden)|Norder Molkerei]].<ref>Forster, Hans / Schwickert, Günther (1988): Norden. Eine Kreisstadt unterm Hakenkreuz, Norden, S. 302f.</ref>[[Datei:Norden Luftbild Luftaufnahme um 1930 01.jpg|mini|Luftbild der Innenstadt (um 1930).]][[Datei:Am Markt Marktplatz Ludgerikirche Wehrmacht Marine Heldengedenktag 15 03 1942 02.jpg|mini|Soldaten des [[Vertriebenenlager Tidofeld|Marinelagers Tidofeld]] marschieren anlässlich des ''Heldengedenktags'' am 15. März 1942.]]Während des Krieges gab es zudem mehrere Kriegsgefangenenlager, unter anderem wurden die dort Internierten in der Produktion der [[Molkerei (Norden)|Norder Molkerei]], der [[Eisenhütte]] sowie in der Landwirtschaft eingesetzt, um das zum Kriegsdienst einberufene Personal zu ersetzen.<ref>[https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/HOO/HOO_Norden.pdf Beschreibung von Norden] in der historischen Ortsdatenbank der Ostfriesischen Landschaft</ref>
Ebenfalls gegen Ende des Krieges wurden an den Zufahrtsstraßen mehrere Barrikaden durch Baumstämme und andere sperrige Gegenstände errichtet. Unter den wichtigsten Brücken brachte man Sprengsätze an, die beim Herannahen des Feindes gesprengt werden sollten, um dessen Vorankommen zu verlangsamen. Währenddessen schafften die Nationalsozialisten eifrig belastendes Material beiseite bzw. verbrannten es im Schornstein der [[Molkerei (Norden)|Norder Molkerei]].<ref>Forster, Hans / Schwickert, Günther (1988): Norden. Eine Kreisstadt unterm Hakenkreuz, Norden, S. 302f.</ref>[[Datei:Norden Luftbild Luftaufnahme um 1930 01.jpg|mini|Luftbild der Innenstadt (um 1930).]][[Datei:Am Markt Marktplatz Ludgerikirche Wehrmacht Marine Heldengedenktag 15 03 1942 02.jpg|mini|Soldaten des [[Vertriebenenlager Tidofeld|Marinelagers Tidofeld]] marschieren anlässlich des ''Heldengedenktags'' am 15. März 1942.]]Während des Krieges gab es zudem mehrere Kriegsgefangenenlager, unter anderem wurden die dort Internierten in der Produktion der [[Molkerei (Norden)|Norder Molkerei]], der [[Eisenhütte]] sowie in der Landwirtschaft eingesetzt, um das zum Kriegsdienst einberufene Personal zu ersetzen.<ref>[https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/HOO/HOO_Norden.pdf Beschreibung von Norden] in der historischen Ortsdatenbank der Ostfriesischen Landschaft</ref>