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==Geschichte==
==Geschichte==
Das Gebäude wurde 1656 im Stile der Renaissance errichtet. Um 1850 gehörten Haus und Gründstück dem [[Jüdische Gemeinde Norden|jüdischen]] Textilkaufmann de Loewe ([[Neuer Weg 66]]), der ein Geschäft am südlichen [[Neuer Weg|Neuen Weg]] betrieb. Dieser veräußerte das Anwesen im Jahre 1908 an den aus Oberschlesien stammenden Korbmacher [[Wilhelm Jatzke]]. Zu seinen bekanntesten Produkten zählten Kinder- und Puppenstrandkörbe, die vor allem nach Norderney verkauft wurden. Darüber hinaus stellte er Korbsessel, Einkaufskörbe, Teetopfhenkel, Blumenständer und Körbe unterschiedlicher Größe für den Hausgebrauch sowie die Landwirtschaft her.<ref name=":2">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 212</ref> Neben ihm gab es seinerzeit noch drei weitere Korbmacher in Norden, die allesamt ein gutes Auskommen erreichen konnten.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 213</ref>
Das Gebäude wurde 1656 im Stile der Renaissance errichtet. Um 1850 gehörten Haus und Gründstück dem [[Jüdische Gemeinde Norden|jüdischen]] Textilkaufmann de Loewe ([[Neuer Weg 66]]), der ein Geschäft am südlichen [[Neuer Weg|Neuen Weg]] betrieb. Dieser veräußerte das Anwesen im Jahre 1908 an den aus Oberschlesien stammenden Korbmacher [[Wilhelm Jatzke]].<ref name=":3" /> Dieser wird jedoch bereits im Adressbuch der Stadt Norden von 1897/1898 als Bewohner des Hauses genannt.<ref>Adressbuch der Stadt Norden von 18971898, S. 22</ref>
 
Zu den bekanntesten Produkten Jatzkes zählten Kinder- und Puppenstrandkörbe, die vor allem nach Norderney verkauft wurden. Darüber hinaus stellte er Korbsessel, Einkaufskörbe, Teetopfhenkel, Blumenständer und Körbe unterschiedlicher Größe für den Hausgebrauch sowie die Landwirtschaft her.<ref name=":2">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 212</ref> Neben ihm gab es seinerzeit noch drei weitere Korbmacher in Norden, die allesamt ein gutes Auskommen erreichen konnten.<ref name=":3">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 213</ref>


1935 starb Jatzke, sein Sohn [[Reinhard Jatzke]] wandelte den väterlichen Betrieb ab 1937 in eine Schusterwerkstatt um. Da dieser jedoch bereits 1949 an einer im Krieg erlittenen Verletzung verstarb, ging die Schusterei relativ zeitnah wieder ein. Dennoch blieb das Gebäude bis mindestens 1989 im Besitz der Familie Jatzke. Die historische Bausubstanz konnte dabei über die Jahrhunderte weitestgehend erhalten werden, lediglich das dekorativ gestaltete Mauerwerk an der Stirnseite des Hauses wurde 1967 bis 1968 mithilfe öffentlicher Mittel restauriert.<ref name=":0">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 213</ref>
1935 starb Jatzke, sein Sohn [[Reinhard Jatzke]] wandelte den väterlichen Betrieb ab 1937 in eine Schusterwerkstatt um. Da dieser jedoch bereits 1949 an einer im Krieg erlittenen Verletzung verstarb, ging die Schusterei relativ zeitnah wieder ein. Dennoch blieb das Gebäude bis mindestens 1989 im Besitz der Familie Jatzke. Die historische Bausubstanz konnte dabei über die Jahrhunderte weitestgehend erhalten werden, lediglich das dekorativ gestaltete Mauerwerk an der Stirnseite des Hauses wurde 1967 bis 1968 mithilfe öffentlicher Mittel restauriert.<ref name=":0">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 213</ref>