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Zum Landkreis Norden gehörten zunächst die Städte Norden (Kreissitz) und Norderney sowie die (Insel-)Gemeinden Juist und Baltrum. Ferner umfasste der Landkreis die Gebiete der heutigen Gemeinden Brookmerland, Hage, Großheide und Dornum. Diese Gemeinden bilden das historische [[Norderland]]. Mit der Auflösung des Landkreis Emden im Jahr 1932 kamen die Gebiete der heutigen Gemeinden Hinte und Krummhörn sowie die Gemeinden Larrelt, Harsweg, Logumer Vorwerk, Twixlum, Uphusen und Wybelsum zum Kreisgebiet. Kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1945 wurden die Gemeinden Larrelt und Harsweg vom Landkreis Norden an die nun kreisfreie Stadt Emden abgegeben, 1946 auch die Gemeinde Uphusen.
Zum Landkreis Norden gehörten zunächst die Städte Norden (Kreissitz) und Norderney sowie die (Insel-)Gemeinden Juist und Baltrum. Ferner umfasste der Landkreis die Gebiete der heutigen Gemeinden Brookmerland, Hage, Großheide und Dornum. Diese Gemeinden bilden das historische [[Norderland]]. Mit der Auflösung des Landkreis Emden im Jahr 1932 kamen die Gebiete der heutigen Gemeinden Hinte und Krummhörn sowie die Gemeinden Larrelt, Harsweg, Logumer Vorwerk, Twixlum, Uphusen und Wybelsum zum Kreisgebiet. Kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1945 wurden die Gemeinden Larrelt und Harsweg vom Landkreis Norden an die nun kreisfreie Stadt Emden abgegeben, 1946 auch die Gemeinde Uphusen.
[[Datei:Landkreis Norden Landstraßenwärter 1934 01.jpg|links|mini|Straßenwärter des Landkreises Norden (1934).]]
[[Datei:Fräuleinshof Landratsamt um 1960 01.jpg|mini|Das Landratsamt am [[Fräuleinshof]].]]
[[Datei:Landkreis Norden Landstraßenwärter 1934 01.jpg|mini|Straßenwärter des Landkreises Norden (1934).]]
Die Zeit nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] war von großer wirtschaftlicher Not und einem Mangel an Wohnraum geprägt. Das eher dünn besiedelte Kreisgebiet bot durch die vielen Flüchtlingen (8.000) sowie versprengte Soldaten (80.000) plötzlich einer mehr als doppelt so hohen Zahl an Menschen wie eigentlichen Einwohnern (64.000) eine neue (provisorische) Heimat.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 244</ref> In den Folgemonaten kamen abertausende weitere Vertriebene aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten hinzu. Trotz des enormen Umfangs anzustehender Aufgaben entließen die Briten 43 Beamten - und damit einen Großteil des Verwaltungsapparates - wegen ihrer (ehemaligen) Mitgliedschaft in der [[NSDAP Ortsgruppe Norden|NSDAP]].<ref>Haddinga, Johann (1988): Stunde Null. Ostfrieslands schwerste Jahre, Norden, S. 100</ref>
Die Zeit nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] war von großer wirtschaftlicher Not und einem Mangel an Wohnraum geprägt. Das eher dünn besiedelte Kreisgebiet bot durch die vielen Flüchtlingen (8.000) sowie versprengte Soldaten (80.000) plötzlich einer mehr als doppelt so hohen Zahl an Menschen wie eigentlichen Einwohnern (64.000) eine neue (provisorische) Heimat.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 244</ref> In den Folgemonaten kamen abertausende weitere Vertriebene aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten hinzu. Trotz des enormen Umfangs anzustehender Aufgaben entließen die Briten 43 Beamten - und damit einen Großteil des Verwaltungsapparates - wegen ihrer (ehemaligen) Mitgliedschaft in der [[NSDAP Ortsgruppe Norden|NSDAP]].<ref>Haddinga, Johann (1988): Stunde Null. Ostfrieslands schwerste Jahre, Norden, S. 100</ref>


Die britische Militärregierung wurde im Kreis Norden durch Oberstleutnant (''Lieutenant Colonel'') W. G. Mackay vertreten. Die Briten hatten fortan die faktische Befehlsgewalt über die gesamte Verwaltung und die Bevölkerung. Der neue, von den Briten mit 46 (deutschen) Mitgliedern ihrer Wahl besetzte Kreistag kam erstmalig im Februar 1946 zusammen. Er bestand aus vier Hausfrauen, fünf Beamten, acht Arbeitnehmern, acht Landwirten, fünf Kaufmännern und Gewerbetreibenden, sieben Angehörigen geistiger Berufe sowie 17 Arbeitnehmern.<ref>Haddinga, Johann (1988): Stunde Null. Ostfrieslands schwerste Jahre, Norden, S. 101</ref> Wegen der von ihnen verordneten Besetzung des Kreistags hatten die Briten natürlich deutlichen Einfluss auf die Wahl von Reedereibesitzer [[Carl Stegmann (1881)|Carl Stegmann]] zum [[Landrat]]. Da die ersten freien Kreistagswahlen im Oktober 1946 jedoch zugunsten der SPD ausfielen. blieb Stegmann nur kurzfristig im Amt und musste seinen Posten daraufhin für [[Georg Peters]] räumen.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 54</ref> Im Juni 1947 übergaben die Briten den Großteil der politischen Kontrolle und Verantwortung zurück an die ostfriesischen Stellen, behielten sich jedoch weiterhin ein nicht unerhebliches Veto-Recht in wichtigen Angelegenheiten vor.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 45</ref>
Die britische Militärregierung wurde im Kreis Norden durch Oberstleutnant (''Lieutenant Colonel'') W. G. Mackay vertreten. Die Briten hatten fortan die faktische Befehlsgewalt über die gesamte Verwaltung und die Bevölkerung. Der neue, von den Briten mit 46 (deutschen) Mitgliedern ihrer Wahl besetzte Kreistag kam erstmalig im Februar 1946 zusammen. Er bestand aus vier Hausfrauen, fünf Beamten, acht Arbeitnehmern, acht Landwirten, fünf Kaufmännern und Gewerbetreibenden, sieben Angehörigen geistiger Berufe sowie 17 Arbeitnehmern.<ref>Haddinga, Johann (1988): Stunde Null. Ostfrieslands schwerste Jahre, Norden, S. 101</ref> Wegen der von ihnen verordneten Besetzung des Kreistags hatten die Briten natürlich deutlichen Einfluss auf die Wahl von Reedereibesitzer [[Carl Stegmann (1881)|Carl Stegmann]] zum [[Landrat]]. Da die ersten freien Kreistagswahlen im Oktober 1946 jedoch zugunsten der SPD ausfielen. blieb Stegmann nur kurzfristig im Amt und musste seinen Posten daraufhin für [[Georg Peters]] räumen.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 54</ref> Im Juni 1947 übergaben die Briten den Großteil der politischen Kontrolle und Verantwortung zurück an die ostfriesischen Stellen, behielten sich jedoch weiterhin ein nicht unerhebliches Veto-Recht in wichtigen Angelegenheiten vor.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 45</ref>
[[Datei:Fräuleinshof Landratsamt um 1960 01.jpg|mini|Das Landratsamt am [[Fräuleinshof]].]]
 
Im Zuge der niedersächsischen Kommunalreform 1972 kamen auch Twixlum, Wybelsum und Logumer Vorwerk zu Emden, dafür aber die bis dahin zum Landkreis Wittmund gehörenden Gemeinden Roggenstede, Westeraccum, Westeraccumersiel und Westerbur zum Landkreis Norden. Die genannten Orte wurden in die Gemeinden Dornum und Dornumersiel eingegliedert. Insgesamt wurde durch die Kommunalreform die Zahl der Gemeinden des Kreises von 70 im Jahre 1971 auf zuletzt 21 verringert.<ref>Gesetz zur Neugliederung der Gemeinden im Raum Emden – Norden – Aurich – Wittmund</ref> Die Kommunalreform und bevorstehende Kreisreform wurden zu damaliger Zeit lange debattiert, und insbesondere im Altkreis Norden gab es heftigen Widerstand gegen die drohende Abgabe des eigenen Kreissitzes nach Aurich im Zuge der geplanten Fusion. Der Kreisauflösung gingen jahrelange Verhandlungen und Proteste voran, die sich letztlich als wirkungslos zeigten.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 77</ref>
Im Zuge der niedersächsischen Kommunalreform 1972 kamen auch Twixlum, Wybelsum und Logumer Vorwerk zu Emden, dafür aber die bis dahin zum Landkreis Wittmund gehörenden Gemeinden Roggenstede, Westeraccum, Westeraccumersiel und Westerbur zum Landkreis Norden. Die genannten Orte wurden in die Gemeinden Dornum und Dornumersiel eingegliedert. Insgesamt wurde durch die Kommunalreform die Zahl der Gemeinden des Kreises von 70 im Jahre 1971 auf zuletzt 21 verringert.<ref>Gesetz zur Neugliederung der Gemeinden im Raum Emden – Norden – Aurich – Wittmund</ref> Die Kommunalreform und bevorstehende Kreisreform wurden zu damaliger Zeit lange debattiert, und insbesondere im Altkreis Norden gab es heftigen Widerstand gegen die drohende Abgabe des eigenen Kreissitzes nach Aurich im Zuge der geplanten Fusion. Der Kreisauflösung gingen jahrelange Verhandlungen und Proteste voran, die sich letztlich als wirkungslos zeigten.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 77</ref>
[[Datei:Sticker.jpg|links|mini|171x171px|Aufkleber aus der Zeit der Kommunalreform Anfang der 1970er Jahre]]
 
Durch die Kreisreform wurde der Landkreis Norden allen Widerständen zum Trotz jedoch durch Beschluss aus Hannover zum 1. August 1977 in den Landkreis Aurich eingegliedert. Aurich war auch in früheren Zeiten für das ostfriesische politische Geschehen bedeutender als Norden (Standort des Upstalsboom, Sitz der späteren ostfriesischen Grafen bzw. Fürsten, Sitz der Bezirksregierung, Sitz zahlreicher Behörden und Ämter) und zudem nicht in den 1970er in derart schwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen wie Norden, was sicherlich bei den Fusionsüberlegungen eine Rolle gespielt haben mag.
Durch die Kreisreform wurde der Landkreis Norden allen Widerständen zum Trotz jedoch durch Beschluss aus Hannover zum 1. August 1977 in den Landkreis Aurich eingegliedert. Aurich war auch in früheren Zeiten für das ostfriesische politische Geschehen bedeutender als Norden (Standort des Upstalsboom, Sitz der späteren ostfriesischen Grafen bzw. Fürsten, Sitz der Bezirksregierung, Sitz zahlreicher Behörden und Ämter) und zudem nicht in den 1970er in derart schwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen wie Norden, was sicherlich bei den Fusionsüberlegungen eine Rolle gespielt haben mag.


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Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen ''NOR'' zugewiesen. Es wurde bis zum 4. April 1978 ausgegeben. Seit dem 15. November 2012 steht es im Zuge der Kennzeichenliberalisierung im Landkreis Aurich zur Verfügung.
Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen ''NOR'' zugewiesen. Es wurde bis zum 4. April 1978 ausgegeben. Seit dem 15. November 2012 steht es im Zuge der Kennzeichenliberalisierung im Landkreis Aurich zur Verfügung.
 
[[Datei:Am Markt Marktplatz Polizei Polizist Landkreis Norden Auflösung Demo 1977 01.jpg|mini|Ein [[Polizei Norden|Polizeibeamter]] beobachtet eine Demonstration auf dem [[Marktplatz]] gegen die Auflösung des Landkreises Norden (1977).]]
[[Datei:Sticker.jpg|mini|171x171px|Aufkleber aus der Zeit der Kommunalreform Anfang der 1970er Jahre]]
==Wappen==
==Wappen==
Das Wappen wurde am 3. November 1948, also etwa zwei Jahre nach Gründung des Landes Niedersachsen, eingeführt.<ref>[https://www.heraldry-wiki.com/heraldrywiki/wiki/Norden_(kreis) Beschreibung des Kreiswappens auf Heraldywiki], abgerufen am 18. Februar 2021</ref> Es zeigt eine Windmühle (Galerieholländer) wie sie in Ostfriesland und auch in Norden vielfach zu finden war (z.B. die [[Deichmühle]]). Diese Mühle hält ein kleineres Wapper, um die einstige Bedeutung der Mühlen für die Lebensmittelversorgung zu verdeutlichen.
Das Wappen wurde am 3. November 1948, also etwa zwei Jahre nach Gründung des Landes Niedersachsen, eingeführt.<ref>[https://www.heraldry-wiki.com/heraldrywiki/wiki/Norden_(kreis) Beschreibung des Kreiswappens auf Heraldywiki], abgerufen am 18. Februar 2021</ref> Es zeigt eine Windmühle (Galerieholländer) wie sie in Ostfriesland und auch in Norden vielfach zu finden war (z.B. die [[Deichmühle]]). Diese Mühle hält ein kleineres Wapper, um die einstige Bedeutung der Mühlen für die Lebensmittelversorgung zu verdeutlichen.