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Die Übernahme fiel in eine denkbar schwere Zeit. 1912 verstarb Fiepko ten Cates erste Frau, zwei Jahre später wurde er zum [[Erster Weltkrieg|Kriegsdienst]] einberufen. Aus dem Krieg kehrte er schwer verwundet zurück und lernte in einem der zahlreichen Norder Lazarette während der Kriegsjahre seine zweite Frau kennen, mit der er das Geschäft nach Kriegsende fortführte. Doch auch die Folgejahre waren bedingt durch die horrende Inflation nicht weniger mühsam, sodass erst gegen Ende der 1920er Jahre ein einigermaßen geordnetes wirtschaftliches Leben einkehrte.<ref name=":0" />
Die Übernahme fiel in eine denkbar schwere Zeit. 1912 verstarb Fiepko ten Cates erste Frau, zwei Jahre später wurde er zum [[Erster Weltkrieg|Kriegsdienst]] einberufen. Aus dem Krieg kehrte er schwer verwundet zurück und lernte in einem der zahlreichen Norder Lazarette während der Kriegsjahre seine zweite Frau kennen, mit der er das Geschäft nach Kriegsende fortführte. Doch auch die Folgejahre waren bedingt durch die horrende Inflation nicht weniger mühsam, sodass erst gegen Ende der 1920er Jahre ein einigermaßen geordnetes wirtschaftliches Leben einkehrte.<ref name=":0" />


Doch schon der aufkommende [[Zweiter Weltkrieg|Zweite Weltkrieg]] führte erneut zu schweren Einbußen. Überleben konnte der Betrieb aber wohl vor allem deshalb, weil er einen Dauerauftrag zur Belieferung der in Hage stationierten Wehrmachtskompanie (nahe Stettiner Straße; ehemaliger Luftschiffhafen, später Krankenhaus) bekam.<ref name=":1">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 183</ref> Unmittelbar nach Kriegsende erhielt die Bäckerei dann den Auftrag, die von der britisch-kanadischen Besatzungsmacht im ehemaligen [[Vertriebenenlager Tidofeld|Marinelager Tidofeld]] internierten deutschen Kriegsgefangenen mit Brot zu versorgen. Zur Unterstützung erhielt die Bäckerei mehrere ehemalige Soldaten zur Seite gestellt, die in der seinerzeit geschlossenen [[Gaststätte Stürenburg]] an der [[Dammstraße]] untergebracht waren und ten Cate noch bis mindestens 1946 unterstützten. Umgangssprachlich wurden diese Soldaten auch ''Bäckerkompanie'' genannt.<ref>Ostfriesischer Kurier (1999): Von der Kaiserzeit bis zur Gegenwart (Sonderdruck), Norden, S. 65</ref>
Doch schon der aufkommende [[Zweiter Weltkrieg|Zweite Weltkrieg]] führte erneut zu schweren Einbußen. Überleben konnte der Betrieb aber wohl vor allem deshalb, weil er einen Dauerauftrag zur Belieferung der in Hage stationierten Wehrmachtskompanie (nahe Stettiner Straße; ehemaliger Luftschiffhafen, später Krankenhaus) bekam.<ref name=":1">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 183</ref> Unmittelbar nach Kriegsende erhielt die Bäckerei dann den Auftrag, die von der britisch-kanadischen Besatzungsmacht im ehemaligen [[Vertriebenenlager Tidofeld|Marinelager Tidofeld]] internierten deutschen Kriegsgefangenen mit Brot zu versorgen. Zur Unterstützung erhielt die Bäckerei mehrere ehemalige Soldaten zur Seite gestellt, die in der seinerzeit geschlossenen [[Gaststätte Stürenburg]] an der [[Dammstraße]] untergebracht waren und ten Cate noch bis mindestens 1946 unterstützten. Es handelte sich um entsprechend geschulte Soldaten, die in ''Bäckerei-Kompanien'' für die Versorgung im Feld zuständig waren.<ref>Ostfriesischer Kurier (1999): Von der Kaiserzeit bis zur Gegenwart (Sonderdruck), Norden, S. 65</ref>


1953 übernahm [[Jan Tjarks ten Cate (1925)|Jan Tjarks ten Cate II.]] den Familienbetrieb in der nunmehr dritten Generation. Gemeinsam mit seiner Frau gelang es ihm, die Umsätze und die Bekanntheit weiter zu steigern.<ref name=":1" /> Als eines der herausragenden Neuerungen war das ab August 1956 angebotene öffentliche Fernsehangebot.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 63</ref> Auch wurde das Café um das benachbarte Grundstück (Nr. 154) erweitert und dort ein Neubau errichtet.<ref>Dorsch, Thomas / Wenz, Martin (2003): Norden / Ostfriesland. Denkmalpflegerische Zielplanung für Osterstraße und Neuen Weg, Hameln, S. 14</ref>
1953 übernahm [[Jan Tjarks ten Cate (1925)|Jan Tjarks ten Cate II.]] den Familienbetrieb in der nunmehr dritten Generation. Gemeinsam mit seiner Frau gelang es ihm, die Umsätze und die Bekanntheit weiter zu steigern.<ref name=":1" /> Als eines der herausragenden Neuerungen war das ab August 1956 angebotene öffentliche Fernsehangebot.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 63</ref> Auch wurde das Café um das benachbarte Grundstück (Nr. 154) erweitert und dort ein Neubau errichtet.<ref>Dorsch, Thomas / Wenz, Martin (2003): Norden / Ostfriesland. Denkmalpflegerische Zielplanung für Osterstraße und Neuen Weg, Hameln, S. 14</ref>