Centralkaufhaus: Unterschied zwischen den Versionen
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Um 1812 besaß der Bierbrauer und Kaufmann [[Jan Gerjets Cremer]] das Grundstück. Bis zum Jahr 1897 wurde hier eine Schankwirtschaft mit kleinem Saal betrieben. In dieser Zeit werden zwei unverheiratete Schwestern mit Namen Taddigs als Eigentümer im Grundbuch genannt.<ref name=":0" /> | Um 1812 besaß der Bierbrauer und Kaufmann [[Jan Gerjets Cremer]] das Grundstück. Bis zum Jahr 1897 wurde hier eine Schankwirtschaft mit kleinem Saal betrieben. In dieser Zeit werden zwei unverheiratete Schwestern mit Namen Taddigs als Eigentümer im Grundbuch genannt.<ref name=":0" /> | ||
1898 oder 1899 erwarb [[Carl Carstens]] die Gastwirtschaft und richtete hier nach einem Umbau mehrere Gästezimmer ein.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 72</ref><ref name=":1" /><ref name=":2">Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. | 1898 oder 1899 erwarb [[Carl Carstens]] die Gastwirtschaft und richtete hier nach einem Umbau mehrere Gästezimmer ein.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 72</ref><ref name=":1" /><ref name=":2">Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 84f.</ref> Aufgrund seiner zentralen Lage nannte er das Gebäude (nach alter Schreibweise) ''Central-Hotel''. 1924 erwarb Carstens das Nebengebäude (nach heutiger Nummerierung wäre dies die Nummer 15) hinzu, das bis dahin einem Schuster namens Teekenbörg gehörte und ließ es mitsamt des Stammgebäudes abbrechen.<ref name=":1">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 185</ref><ref name=":2" /> Auf beiden Grundstücken errichtete er das bis heute bestehende Gebäude, in dem er neben dem Hotelbetrieb (''Central Hotel'') auch eine Schankwirtschaft (''Central Stuben'') unterhielt. | ||
Die Kosten für diesen imposanten Bau waren jedoch so umfangreich, dass der Sohn des Erbauers, [[Wilhelm Carstens]], schon bald gezwungen war, das Gebäude mitsamt Grundstück in einer Zwangsversteigerung zu veräußern. Hier sprang die Stiefmutter von Wilhelm, [[Anna Carstens]], in die Bresche und erwarb das Hotel. Sie bewirtschaftete es bis zum 1. Januar 1944 weiter, ehe sie es an eine Familie Heidelbach verkaufte. Diese wiederum veräußerte es nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Krieg]] an [[Heinrich Siwek]] aus [[Tidofeld]], der hier eine Schlachterei betrieb. Einen Teil der Räume vermietete er an ''Möbel Gerdsmeier''.<ref name=":1" /> Bis nach Kriegsende blieb das Hotel auch noch von Wehrmachtsangehörigen bewohnt, die während des Kriegs dort einquartiert wurden.<ref>Canzler, Gerhard (1994): Norden. Museen im Alten Rathaus, Norden, S. 76</ref> | Die Kosten für diesen imposanten Bau waren jedoch so umfangreich, dass der Sohn des Erbauers, [[Wilhelm Carstens]], schon bald gezwungen war, das Gebäude mitsamt Grundstück in einer Zwangsversteigerung zu veräußern. Hier sprang die Stiefmutter von Wilhelm, [[Anna Carstens]], in die Bresche und erwarb das Hotel. Sie bewirtschaftete es bis zum 1. Januar 1944 weiter, ehe sie es an eine Familie Heidelbach verkaufte. Diese wiederum veräußerte es nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Krieg]] an [[Heinrich Siwek]] aus [[Tidofeld]], der hier eine Schlachterei betrieb. Einen Teil der Räume vermietete er an ''Möbel Gerdsmeier''.<ref name=":1" /> Bis nach Kriegsende blieb das Hotel auch noch von Wehrmachtsangehörigen bewohnt, die während des Kriegs dort einquartiert wurden.<ref>Canzler, Gerhard (1994): Norden. Museen im Alten Rathaus, Norden, S. 76</ref> | ||
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Mitte der 1950er Jahre erwarb der aus Westpommern stammende bzw. vertriebene [[Karl-Ludwig Radefeldt]] das Gebäude und richtete ein nach ihm benanntes Kaufhaus (''Radefeldt'') ein.<ref name=":1" /> Die Eintragung im Handelsregister erfolgte am 31. März 1956, weshalb eine Eröffnung in dieser Zeit zu suchen ist.<ref>[https://www.companyhouse.de/Karl-Radefeldt Handelsregisterauszug zu Karl-Heinz Radefeldt in Norden], abgerufen am 14. Juni 2021</ref> Vor oder nach der Übernahme durch den Sohn [[Fritz Radefeldt]] wurde das Kaufhaus um ein Restaurant erweitert. | Mitte der 1950er Jahre erwarb der aus Westpommern stammende bzw. vertriebene [[Karl-Ludwig Radefeldt]] das Gebäude und richtete ein nach ihm benanntes Kaufhaus (''Radefeldt'') ein.<ref name=":1" /> Die Eintragung im Handelsregister erfolgte am 31. März 1956, weshalb eine Eröffnung in dieser Zeit zu suchen ist.<ref>[https://www.companyhouse.de/Karl-Radefeldt Handelsregisterauszug zu Karl-Heinz Radefeldt in Norden], abgerufen am 14. Juni 2021</ref> Vor oder nach der Übernahme durch den Sohn [[Fritz Radefeldt]] wurde das Kaufhaus um ein Restaurant erweitert. | ||
1980 wurde das Kaufhaus durch die Leeraner Kaufhausgruppe ''Ceka'' (Familie Többens) übernommen.<ref name=":2" /> Bis heute wird das Gebäude von ''Ceka'' genutzt. | |||
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