Tiefbunker: Unterschied zwischen den Versionen
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Der '''Tiefbunker''' wurde im Rahmen der 1968 begonnenen [[Altstadtsanierung]] als Atomschutzbunker unter dem heutigen [[Jan-ten-Doornkaat-Koolman-Platz]] errichtet. Bis heute wird er hauptsächlich als Tiefgarage genutzt. | Der '''Tiefbunker''' wurde im Rahmen der 1968 begonnenen [[Altstadtsanierung]] als Atomschutzbunker unter dem heutigen [[Jan-ten-Doornkaat-Koolman-Platz]] errichtet. Bis heute wird er hauptsächlich als Tiefgarage genutzt. | ||
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== Geschichte == | ==Geschichte== | ||
Hintergrund war der sich seit der Kubakrise 1962 verschärfende Kalte Krieg. Ein nuklearer Angriff auf die Bundesrepublik schien so greifbar, dass die Stadtplaner den Bau eines innenstadtnahen Bunkers erwogen. Dieser wurde dann auch bis 1975 errichtet.<ref name=":0">[https://www.geschichtsspuren.de/datenbanken/zivilschutzanlagen-verzeichnis/details/6/1311-norden-zivilschutz-mehrzweckanlage-jan-ten-doornkaat-koolmann-platz.html Kurzbeschreibung des Norder Tiefbunkers], abgerufen am 11. August 2021</ref><ref>[http://www.luftschutzbunker-wilhelmshaven.de/umkreis/norden.html Luftschutzbunker Wilhelmshaven], abgerufen am 11. März 2021</ref> Um nicht zu tief graben zu müssen, wurde die Baufläche erhöht. Dies erklärt die erhöhte Lage des Koolman-Platzes, der bis dahin ein Teil der [[Kirchstraße]] war. | Hintergrund war der sich seit der Kubakrise 1962 verschärfende Kalte Krieg. Ein nuklearer Angriff auf die Bundesrepublik schien so greifbar, dass die Stadtplaner den Bau eines innenstadtnahen Bunkers erwogen. Dieser wurde dann auch bis 1975 errichtet.<ref name=":0">[https://www.geschichtsspuren.de/datenbanken/zivilschutzanlagen-verzeichnis/details/6/1311-norden-zivilschutz-mehrzweckanlage-jan-ten-doornkaat-koolmann-platz.html Kurzbeschreibung des Norder Tiefbunkers], abgerufen am 11. August 2021</ref><ref>[http://www.luftschutzbunker-wilhelmshaven.de/umkreis/norden.html Luftschutzbunker Wilhelmshaven], abgerufen am 11. März 2021</ref> Um nicht zu tief graben zu müssen, wurde die Baufläche erhöht. Dies erklärt die erhöhte Lage des Koolman-Platzes, der bis dahin ein Teil der [[Kirchstraße]] war. | ||
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Bis 2008/2009 wurde die Anlage von der zuständigen Bundesanstalt für Immobilienaufgaben betreut, während die Stadt nur die Verwaltung während der Nutzung als Tiefgarage zu gewährleisten hatte. Nach Einstellung dieser Wartungsarbeiten sollte der Bunker bis 2025 endgültig entwidmet werden.<ref name=":1" /> Durch den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine im Jahre 2022 kehrte jedoch ein Umdenken ein, sodass der Norder Tiefbunker weiterhin als solcher gewidmet sein wird. Ob auch eine Sanierung erfolgen wird, ist zurzeit noch ungewiss. Im Ernstfall würden im Bunker so oder so nur eine kleine vierstellige Anzahl an Menschen (3.497)<ref name=":0" /> Schutz finden, sodass zu hoffen bleibt, dass er nie gebraucht werden wird. | Bis 2008/2009 wurde die Anlage von der zuständigen Bundesanstalt für Immobilienaufgaben betreut, während die Stadt nur die Verwaltung während der Nutzung als Tiefgarage zu gewährleisten hatte. Nach Einstellung dieser Wartungsarbeiten sollte der Bunker bis 2025 endgültig entwidmet werden.<ref name=":1" /> Durch den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine im Jahre 2022 kehrte jedoch ein Umdenken ein, sodass der Norder Tiefbunker weiterhin als solcher gewidmet sein wird. Ob auch eine Sanierung erfolgen wird, ist zurzeit noch ungewiss. Im Ernstfall würden im Bunker so oder so nur eine kleine vierstellige Anzahl an Menschen (3.497)<ref name=":0" /> Schutz finden, sodass zu hoffen bleibt, dass er nie gebraucht werden wird. | ||
== Trivia == | ==Trivia== | ||
Atomschutzbunker wurden zumeist mit mindestens zwei separaten Schutzräumen ausgestattet. Dies liegt darin begründet, dass es in diesen Bunkern durch die hermetische, über Wochen anhaltende Abriegelung zu tropischen Temperaturen und Luftfeuchtigkeiten kommt, was die Verbreitung von Krankheiten, insbesondere in Verbindung mit den extrem engen Platzverhältnissen, begünstigt. Im Falle eines weitflächigen Krankheitsausbruchs sollten die Kranken so von den Gesunden separiert werden. Zudem galt es, die Menschenmassen im Falle eines gewalttätigen Ausstandes oder ähnliches voneinander in ''Gut und Böse'' zu trennen. | Atomschutzbunker wurden zumeist mit mindestens zwei separaten Schutzräumen ausgestattet. Dies liegt darin begründet, dass es in diesen Bunkern durch die hermetische, über Wochen anhaltende Abriegelung zu tropischen Temperaturen und Luftfeuchtigkeiten kommt, was die Verbreitung von Krankheiten, insbesondere in Verbindung mit den extrem engen Platzverhältnissen, begünstigt. Im Falle eines weitflächigen Krankheitsausbruchs sollten die Kranken so von den Gesunden separiert werden. Zudem galt es, die Menschenmassen im Falle eines gewalttätigen Ausstandes oder ähnliches voneinander in ''Gut und Böse'' zu trennen. | ||
An einem der Lüftungsschächte des Bunkers wurde 1979 von der Künstlerin und Keramikerin Anneliese Langenbach ein buntes Fliesenbild gemalt. | |||
==Galerie== | |||
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Datei:Jan ten Doornkaat Koolmann Platz - 11012005.jpg|Eingang zum Bunker am [[Jan-ten-Doornkaat-Koolman-Platz]], aufgenommen am 11. Januar 2005. | Datei:Jan ten Doornkaat Koolmann Platz - 11012005.jpg|Eingang zum Bunker am [[Jan-ten-Doornkaat-Koolman-Platz]], aufgenommen am 11. Januar 2005. | ||