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Die Brauerei wurde 1882 durch [[Hermann ten Doornkaat Koolman]] und [[Jacobus ten Doornkaat Koolman]], den beiden jüngeren Brüdern von [[Jan ten Doornkaat Koolman (1850)|Jan ten Doornkaat Koolman III.]] gegründet.<ref name=":0" /> Bereits in den 1840er Jahren hatte sich das Familienunternehmen an der Produktion von Braunbier versucht, war jedoch durch scharfe Konkurrenz daran gescheitert und stellte das Brauen bereits 1851 wieder ein.<ref>Canzler, Gerhard (2002): Doornkaat. Eine Firmenchronik, Norden, S. 28</ref> Über 30 Jahre später wagte man schließlich einen neuen Versuch mit klassischem Hellbier nach bayerischer Brauart.
Die Brauerei wurde 1882 durch [[Hermann ten Doornkaat Koolman]] und [[Jacobus ten Doornkaat Koolman]], den beiden jüngeren Brüdern von [[Jan ten Doornkaat Koolman (1850)|Jan ten Doornkaat Koolman III.]] gegründet.<ref name=":0" /> Bereits in den 1840er Jahren hatte sich das Familienunternehmen an der Produktion von Braunbier versucht, war jedoch durch scharfe Konkurrenz daran gescheitert und stellte das Brauen bereits 1851 wieder ein.<ref>Canzler, Gerhard (2002): Doornkaat. Eine Firmenchronik, Norden, S. 28</ref> Über 30 Jahre später wagte man schließlich einen neuen Versuch mit klassischem Hellbier nach bayerischer Brauart.


Nach zweijähriger Bauzeit konnte die Bierproduktion am 1. Januar 1884 auf dem gut vier Hektar großen Areal in [[Westgaste]] aufgenommen werden.<ref name=":0" /><ref name=":3">Canzler, Gerhard (2002): Doornkaat. Eine Firmenchronik, Norden, S. 76</ref> Das Geschäft entwickelte sich schnell und gut, bei Ausstellungen in Hannover 1884, in Wittmund 1887 und 1890 in Bremen und Lüttich brachten ihre Produkte den ersten Preis ein, was für eine hohe Qualität des Bieres sprach.<ref name=":0">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 79</ref> Tatsächlich wurde bereits der Standort in Westgaste vor allem wegen der dort herausragenden Trinkwasserqualität gewählt.<ref name=":3" /> Gebraut wurde schließlich nach bayerischer Brauart. Die Produkte fanden auch im Ausland Anklang und die Brauerei betrieb mindestens eine Zweigstelle in Wilhelmshaven.<ref name=":1">[https://www.h3-bierwelt.de/brau-orte/brauorte-n/ Angabe beim Biermuseum Delmenhorst], abgerufen am 11. Juni 2021</ref> Über diese Zweigstelle gelangte das Produkt wohl auch an die dort stationierten Matrosen, die auch 1900 beim sogenannten ''Boxeraufstand'' in China eingesetzt waren.<ref name=":4">Canzler, Gerhard (2002): Doornkaat. Eine Firmenchronik, Norden, S. 77</ref> Die Brauerei erhielt daraufhin zahlreiche Postkarten von Soldaten, teils als Danksagung und Lob, teils als Bestellung.<ref name=":4" /><ref name=":5">Canzler, Gerhard (2002): Doornkaat. Eine Firmenchronik, Norden, S. 78</ref> Ein Höhepunkt war vermutlich eine offizielle Bestellung der Kiautschou Kommission des Matrosen Artillerie Detachment Kiautschou über 60.000 Flaschen Bier.<ref name=":5" />
Nach zweijähriger Bauzeit konnte die Bierproduktion am 1. Januar 1884 auf dem gut vier Hektar großen Areal in [[Westgaste]] aufgenommen werden.<ref name=":0" /><ref name=":3">Canzler, Gerhard (2002): Doornkaat. Eine Firmenchronik, Norden, S. 76</ref> Das Geschäft entwickelte sich schnell und gut, bei Ausstellungen in Hannover 1884, in Wittmund 1887 und 1890 in Bremen und Lüttich brachten ihre Produkte den ersten Preis ein, was für eine hohe Qualität des Bieres sprach.<ref name=":0">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 79</ref> Tatsächlich wurde bereits der Standort in Westgaste vor allem wegen der dort herausragenden Trinkwasserqualität gewählt.<ref name=":3" /> Gebraut wurde schließlich nach bayerischer Brauart. Die Produkte fanden auch im Ausland Anklang und die Brauerei betrieb mindestens eine Zweigstelle in Wilhelmshaven.<ref name=":1">[https://www.h3-bierwelt.de/brau-orte/brauorte-n/ Angabe beim Biermuseum Delmenhorst], abgerufen am 11. Juni 2021</ref> Über diese Zweigstelle gelangte das Produkt wohl auch an die dort stationierten Matrosen, die auch 1900 beim sogenannten ''Boxeraufstand'' in China eingesetzt waren.<ref name=":4">Canzler, Gerhard (2002): Doornkaat. Eine Firmenchronik, Norden, S. 77</ref> Die Brauerei erhielt daraufhin zahlreiche Postkarten von Soldaten, teils als Danksagung und Lob, teils als Bestellung.<ref name=":4" /><ref name=":5">Canzler, Gerhard (2002): Doornkaat. Eine Firmenchronik, Norden, S. 78</ref> Ein Höhepunkt war vermutlich eine offizielle Bestellung über 60.000 Flaschen Bier vom deutschen Marinestützpunkt Kiautschou in China, das damals unter Kontrolle des Deutschen Reichs stand.<ref name=":5" />


Trotz anfänglicher Erfolge wirtschafteten die Inhaber nicht besonders gut, sodass die Brauerei zum 12. Dezember 1899 mit der Brennerei des älteren Doornkaat-Bruders verschmolz. Man firmierte nun gemeinsam als ''Doornkaat Brennerei und Brauerei Aktiengesellschaft''. Insbesondere die Kühlung des Bieres erforderte große Schwierigkeiten und Investitionen. Der Import von Eis aus Skandinavien verschlang jährliche große Mengen Geld.<ref name=":3" /> An eine [[Stromversorgung]] war seinerzeit noch nicht zu denken; sie hielt erst ab 1914 in Norden Einzug.
Trotz anfänglicher Erfolge wirtschafteten die Inhaber nicht besonders gut, sodass die Brauerei zum 12. Dezember 1899 mit der Brennerei des älteren Doornkaat-Bruders verschmolz. Man firmierte nun gemeinsam als ''Doornkaat Brennerei und Brauerei Aktiengesellschaft''. Insbesondere die Kühlung des Bieres erforderte große Schwierigkeiten und Investitionen. Der Import von Eis aus Skandinavien verschlang jährliche große Mengen Geld.<ref name=":3" /> An eine [[Stromversorgung]] war seinerzeit noch nicht zu denken; sie hielt erst ab 1914 in Norden Einzug.