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'''Tidofeld''' ist seit 1996 ein eigenständiger Ortsteil und hat rund 934 Einwohner (Stand: 31.12.2020)<ref>[https://www.norden.de/index.php?ModID=7&FID=3170.8883.1&object=tx%7C3170.8883.1 Norden.de: Einwohnerzahl nach Ortsteilen]</ref>, die sich auf einer Fläche von lediglich 0,47 km² verteilen. Hieraus ergibt sich eine vergleichsweise hohe Bevölkerungsdichte.<ref>[https://www.norden.de/Stadtleben/Die-Stadt/Ortsteile/ Norden.de: Ortsteile der Stadt Norden]</ref>
'''Tidofeld''' ist seit 1996 ein eigenständiger Ortsteil und hat rund 934 Einwohner (Stand: 31.12.2020), die sich auf einer Fläche von lediglich 0,47 km² verteilen. Der Ort hat damit die mit Abstand höchste Bevölkerungsdichte von allen Stadtteilen Nordens aufzuweisen.
__TOC__
==Namensherkunft==
Der Name geht auf ein um 1614 an dieser Stelle durch Freiherr Tido zu Innhausen und Knyphausen erbautes [[Schloss Tidofeld|Schloss gleichen Namens]] zurück.
 
==Geografie==
Der Ort ist von unterschiedlichen Bodenarten umgeben: Im Osten, Süden und Nordwesten findet sich Plaggenesch (unterlagert von Podsol-Gley) an. Im Norden und Südwesten tangiert Kleimarsch den Ort und im Westen ist Podsol-Grund zu finden.
 
Im Norden grenzt Tidofeld an [[Norden (Stadtteil)|Norden]], im Osten und im Süden an die Gemeinde Lütetsburg. Im Westen grenzt [[Bargebur]] an.


Im Norden grenzt Bargebur an [[Norden (Stadtteil)|Norden]], im Osten und im Süden an die Gemeinde Lütetsburg. Im Westen grenzt [[Bargebur]] an.
__TOC__
== Geschichte ==
== Geschichte ==
Der Name geht auf ein um 1614 an dieser Stelle durch Freiherr Tido zu Innhausen und Knyphausen erbautes [[Schloss Tidofeld | Schloss namens Tidofeld]] zurück. Tido war ein Bruder von Dodo, dem damaligen Grafen von Lütetsburg. Das Schloss wurde aus abgetragenen Bestandteilen der dem Verfall überlassenen Burg Innhausen bei Wilhelmshaven (Sengwarden) errichtet. <ref>Müller, Günter: 293 Burgen und Schlösser im Raum Oldenburg-Ostfriesland, Oldenburg 1977</ref> Das Land kaufte, welches zuvor zu [[Bargebur]] gehörte, erwarb Tido von Junker Albrecht Schwinge aus Emden. Dieser wiederum erbte es von einem Mann namens Siptet Remtsna, zu dem jedoch keine weiteren Daten bekannt sind. Nach der Landerwerbung gehörte Tidofeld somit zu Lütetsburg.<ref>Arends, Friedrich: Erdbeschreibung des Fürstenthums Ostfriesland und des Harlingerlandes, unveränderter Nachdruck 1972 der Ausgabe Emden 1824, S. 407</ref><ref>Houtrouw, O.G.: Ostfriesland, eine geschichtlich-ortskundige Wanderung gegen Ende der Fürstenzeit, unveränderter Nachdruck der Ausgabe Aurich 1889/1891, Leer 1974, S. 255 f.</ref><ref>Das Bürgerhaus in Norden, Manuskript 2017</ref><ref>Remmers, Arend: Von Aaltukerei bis Zwischenmooren. Die Siedlungsnamen zwischen Dollart und Jade, Leer 2004, S. 219</ref> Der Ort war ansonsten kaum besiedelt. Genaue Einwohnerangaben sind nicht belegt.
Der Namensgeber Tido war ein Bruder von Dodo, dem damaligen Grafen von Lütetsburg. [[Schloss Tidofeld|Das Schloss]] wurde aus abgetragenen Bestandteilen der dem Verfall überlassenen Burg Innhausen in Sengwarden bei Wilhelmshaven errichtet. Tido erwarb das Land von Junker Albrecht Schwinge aus Emden. Dieser wiederum erbte es von einem Mann namens Siptet Remtsna, zu dem jedoch keine weiteren Daten bekannt sind. Nach der Landerwerbung gehörte Tidofeld somit zu Lütetsburg. Das Schloss wurde bereits 1669 zerstört. Die Burgstelle ist jedoch heute noch als sichtbare Erhöhung in der Landschaft sichtbar, ein angrenzender Hof erinnert als [[Tidofelder Burgen- und Schlickplaats]] ebenfalls daran.
 
Im Zweiten Weltkrieg errichtete die Kriegsmarine ein [[Vertriebenlager Tidofeld|Ausbildungs- und Durchgangslager]] in Tidofeld. Nach dem Krieg wurde das Lager in ein [[Vertriebenenlager Tidofeld|Vertriebenenlager]] umfunktioniert. Es gehörte mit insgesamt über 1.000 gleichzeitig dort wohnenden Menschen zu den größten Lager innerhalb der Grenzen der heutigen Bundesrepublik. Die Solidarität im Lager führte gar zum Bau einer [[Gnadenkirche Tidofeld|eigenen Kirche]], die heute eine Dokumentationsstätte über Flucht und Vertreibung beinhaltet.
 
Erst 1996 wurde Tidofeld nach Norden eingemeindet. Es ist damit der jüngste Stadtteil von Norden. Kurze Zeit später wurde Tidofeld beträchtliche um ein Neubaugebiet nördlich und westlich des [[Tidofelder Burgen- und Schlickplaats]] erweitert. Dieses Neubaugebiet erstreckt sich bis nach [[Bargebur]].


Besondere Bedeutung erlangte Tidofeld dadurch, dass nach dem Zweiten Weltkrieg in einem ehemaligen Barackenlager der Wehrmacht (Marine-Durchgangslager) ein [[Vertriebenenlager Tidofeld | Vertriebenenlager]] mit rund 6.000 Bewohnern (eines der größten Lager Deutschlands) entstand.
==Erwähnenswerte Gebäude==
===Erhaltene Gebäude===
*[[Gnadenkirche Tidofeld]]


== Sehenswürdigkeiten ==
===Abgebrochene Gebäude===
Zu den Sehenswürdigkeiten Tidofelds gehört eine Dauerausstellung in der profanierten evangelisch-lutherischen [[Gnadenkirche Tidofeld]], die Flucht und Vertreibung von Bewohnern der ehemaligen deutschen Ostgebiete sowie das [[Vertriebenenlager Tidofeld]] dokumentiert.<ref>[http://www.kirchenkreis-norden.de/go/kknorden/home/gnadenkirchetidofeld.xhtml Evangelisch-lutherischer Kirchenkreis Norden: ''Gnadenkirche Tidofeld'']; abgerufen am 13. Januar 2010</ref> Dieses Projekt steht unter der Schirmherrschaft des niedersächsischen Ministerpräsidenten David McAllister. Margot Käßmann, ehemalige Landesbischöfin der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover, war bis zu ihrem Rücktritt ebenfalls Schirmherrin des Dokumentationszentrums.
*[[Schloss Tidofeld]]


== Einzelnachweise ==
==Quellenverzeichnis==
<references />
*[https://www.norden.de/index.php?ModID=7&FID=3170.8852.1&object=tx%7C3170.8852.1 Beschreibung von Tidofeld] auf Norden.de, abgerufen am 29. März 2021
*Evangelisch-lutherischer Kirchenkreis Norden: Tidofeld 1945-1960, Dokumentationen und Bilder zum Vertriebenenlager Tidofeld
*Historische Flurnamensammlung der Ostfriesischen Landschaft


[[Kategorie:Stadtteile von Norden]]
[[Kategorie:Stadtteile von Norden]]
[[Kategorie:Tidofeld]]
[[Kategorie:Tidofeld]]