Leybuchtpolder: Unterschied zwischen den Versionen
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|2,0 m ü. NN | |1,5 - 2,0 m ü. NN | ||
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== Namensherkunft == | == Namensherkunft == | ||
Namensgebend für den Ort ist der [[Leybuchtpolder (Polder)|Leybuchtpolder]], der den größten Teil der Landfläche des Ortes ausmacht. | |||
==Wappen== | ==Wappen== | ||
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== Geografie == | == Geografie == | ||
Leybuchtpolder liegt, wie der Name | Leybuchtpolder liegt, wie der Name bereits erahnen lässt, direkt an der Leybucht und wurde in einer Höhe von 1,5 bis 2,0 m über Meeresniveau (NN) im Kalkmarschgebiet direkt an der Nordseeküste als Streusiedlung gegründet. Bis zum Beginn der [[Polder|Einpolderung]] lag der Ort vollständig unter Wasser. Der größte Teil des Ortsgebietes wurde zwischen 1947 - 1950 eingepoldert. | ||
== Geschichte == | == Geschichte == | ||
===Mittelalter=== | ===Mittelalter=== | ||
Über die frühe Geschichte des Ortes bzw. der Umgebung liegen keine Daten mehr vor. Es ist jedoch davon auszugehen, dass das Gebiet relativ früh besiedelt war. Nach mehreren verheerenden Sturmfluten des 14. Jahrhunderts, insbesondere der [[Erste Dionysiusflut|Ersten Dionysiusflut]], brachen an vielen Stellen in Ostfriesland die Deiche und die [[Leybucht]] erreichte ihre größte Ausdehnung. Sie erreichte eine Fläche von gut 129 km² und dehnte sich von Greetsiel im Westen bis Marienhafe im Osten bzw. dem Rand der Stadt Norden bis nach Canhusen (Gemeinde Hinte) im Süden aus. Allein durch die Erste Dionysiusflut gingen etwa 20.000 Hektar Land verloren. | |||
===Neuzeit=== | ===Neuzeit=== | ||
In den nächsten Jahrhunderten wurden sukzessive Landgewinnungsmaßnahmen vorgenommen, deren Abschluss die Eindeichung des Leybuchtpolders bildete. Durch den Bau des [[Störtebekerdeich|Störtebekerdeiches]], wurde die Küstenlinie in ihrem heutigen Verlauf begradigt und das neue Land vor dem Meer geschützt. | |||
Nach Abschluss der 1947 begonnenen Eindeichung im Jahr 1950 wurde 1952 mit der Besiedlung des neu gewonnenen Landes begonnen. Hierbei wurden zu gleichen Anteilen Einheimische und Vertriebene aus dem ehemaligen deutschen Ostgebieten bei der Verteilung berücksichtigt. Bevorzugt wurden dabei die Deicharbeiter, unabhängig ihrer Herkunft, die mit ihrer Arbeit die Besiedlung des Ortes erst möglich gemacht haben. | |||
Offiziell gegründet wurde die Gemeinde Leybuchtpolder am 1. Juli 1954. Wesentliche Teile des Ortes bestanden aus neu eingedeichtem Land, jedoch wurden auch Teile benachbarter Gemeinde in das Gebiet integriert. Hierbei wurden die Grenzen neu gezogen und vorwiegend alte Deichlinien und Flüsse bzw. Entwässerungsgräben als Grenzen herangezogen. | Vergeben wurden 53 landwirtschaftliche Betriebe im Umfang von 10 bis 16 Hektar, 21 Betriebe in der Größenordnung von 7 bis 10 Hektar sowie 28 Arbeiter- und Handwerkerstellen, deren Grundstücke einen Hektar umfassten. Als Zuwegung und Verbindungen wurden etwa zwölf Kilometer Straßen angelegt, von denen viele noch in ihrer ursprünglichen, plattenartigen Bauweise existieren. | ||
Offiziell gegründet wurde die Gemeinde Leybuchtpolder schließlich am 1. Juli 1954. Wesentliche Teile des Ortes bestanden aus neu eingedeichtem Land, jedoch wurden auch Teile benachbarter Gemeinde in das Gebiet integriert. Hierbei wurden die Grenzen neu gezogen und vorwiegend alte Deichlinien und Flüsse bzw. Entwässerungsgräben als Grenzen herangezogen. Zu diesem Zeitpunkt gab es Pläne, den weitere Eindeichungen vorzunehmen. Die Überlegungen gingen dahin, sogar die gesamte Leybucht dem Meer abzuringen. Aus Naturschutzgründen wurde davon nichts mehr umgesetzt, da die Leybucht seit jeher ein Vogelrastgebiet von internationaler Bedeutung ist. Lediglich kleinere Arbeiten, wie den Bau des [[Leysiel|Leysiels]] wurden vorgenommen. | |||
Ab 1965 war Leybuchtpolder Hauptort und Gliedgemeinde der Samtgemeinde Leybucht. Ein Jahr zuvor, am 6. Juni 1964, wurde der [[Sportverein Leybuchtpolder]] gegründet. | Ab 1965 war Leybuchtpolder Hauptort und Gliedgemeinde der Samtgemeinde Leybucht. Ein Jahr zuvor, am 6. Juni 1964, wurde der [[Sportverein Leybuchtpolder]] gegründet. | ||
Am 1. Juli 1972 verlor die (Samt-)Gemeinde ihre Eigenständigkeit jedoch wieder und wurde im Zuge der niedersächsischen Kommunalreform nach Norden eingemeindet wurde | Am 1. Juli 1972 verlor die (Samt-)Gemeinde ihre Eigenständigkeit jedoch wieder und wurde im Zuge der niedersächsischen Kommunalreform nach Norden eingemeindet wurde. | ||
==Verwaltung== | ==Verwaltung== | ||
Seit dem Verlust seiner Eigenständigkeit steht Leybuchtpolder ein [[Ortsvorsteher]] vor, der den Ort und seine Interessen gegenüber dem Rat und der Verwaltung der Stadt vertritt. Als eigenständige Gemeinde standen ein Bürgermeister und ein Gemeindedirektor an der Spitze der Verwaltung. | |||
==Bildung== | ==Bildung== | ||