Leybuchtpolder: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Norder Stadtgeschichte
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== Namensherkunft ==
== Namensherkunft ==
Nachdem während der verheerenden Sturmfluten im 14. Jahrhundert viel Land an das Meer verloren wurde, begannen die Menschen im Laufe der folgenden Jahrhunderte dem Meer dieses Land wieder abzuringen. Neu gewonnenes und eingedeichtes Land bezeichnete man als [[Polder]]. Da ein Großteil des Ortes der [[Leybucht]] entrissen wurde, fügte man diese beiden Namensbestandteile zusammen.
Namensgebend für den Ort ist der [[Leybuchtpolder (Polder)|Leybuchtpolder]], der den größten Teil der Landfläche des Ortes ausmacht.


==Wappen==
==Wappen==
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== Geografie ==
== Geografie ==
Leybuchtpolder liegt, wie der Name schon sagt, direkt an der Leybucht und wurde in einer Höhe von 1,5 bis 2,0 m über Meeresniveau (NN) im Kalkmarschgebiet direkt an der Nordseeküste als Streusiedlung gegründet. Bis zur Einpolderung lag der Ort in der [[Leybucht]].
Leybuchtpolder liegt, wie der Name bereits erahnen lässt, direkt an der Leybucht und wurde in einer Höhe von 1,5 bis 2,0 m über Meeresniveau (NN) im Kalkmarschgebiet direkt an der Nordseeküste als Streusiedlung gegründet. Bis zum Beginn der [[Polder|Einpolderung]] lag der Ort vollständig unter Wasser. Der größte Teil des Ortsgebietes wurde zwischen 1947 - 1950 eingepoldert.


== Geschichte ==
== Geschichte ==


===Mittelalter===
===Mittelalter===
Beim Einbruch der Leybucht während einer Sturmflut am 9. Oktober 1374 wurden etwa 20.000 Hektar Land überflutet. Sowohl Norden (die heutige Kernstadt) als auch Marienhafe erhielten einen Zugang zum offenen Meer. Norden blieb danach noch über Jahrhunderte eine Hafenstadt von einiger Bedeutung. In den nächsten Jahrhunderten wurden sukzessive Landgewinnungsmaßnahmen vorgenommen, deren Abschluss die Eindeichung des Leybuchtpolders bildete. Weitergehende Eindeichungen wurden in den 1950ern zwar erwogen, später jedoch aus Naturschutzgründen nicht mehr umgesetzt, da die Leybucht ein Vogelrastgebiet von internationaler Bedeutung ist.
Über die frühe Geschichte des Ortes bzw. der Umgebung liegen keine Daten mehr vor. Es ist jedoch davon auszugehen, dass das Gebiet relativ früh besiedelt war. Nach mehreren verheerenden Sturmfluten des 14. Jahrhunderts, insbesondere der [[Erste Dionysiusflut|Ersten Dionysiusflut]], brachen an vielen Stellen in Ostfriesland die Deiche und die [[Leybucht]] erreichte ihre größte Ausdehnung. Sie erreichte eine Fläche von gut 129 km² und dehnte sich von Greetsiel im Westen bis Marienhafe im Osten bzw. dem Rand der Stadt Norden bis nach Canhusen (Gemeinde Hinte) im Süden aus. Allein durch die Erste Dionysiusflut gingen etwa 20.000 Hektar Land verloren.


===Neuzeit===
===Neuzeit===
Nach Abschluss der Eindeichung wurde 1952 mit der Besiedlung des neu gewonnenen Landes begonnen. Dabei wurden sowohl Einheimische als auch Heimatvertriebene aus den früheren Ostgebieten des Deutschen Reichs berücksichtigt, die in der Region in größerer Zahl aufgenommen wurden. Einheimische wie Vertriebene erhielten jeweils die Hälfte des Landes. Bevorzugt berücksichtigt wurden dabei die Deicharbeiter, die die Landnahme mit ihrer Arbeit erst ermöglicht hatten.
In den nächsten Jahrhunderten wurden sukzessive Landgewinnungsmaßnahmen vorgenommen, deren Abschluss die Eindeichung des Leybuchtpolders bildete. Durch den Bau des [[Störtebekerdeich|Störtebekerdeiches]], wurde die Küstenlinie in ihrem heutigen Verlauf begradigt und das neue Land vor dem Meer geschützt.


Innerhalb des Polders wurden folgende Siedlungsflächen geschaffen: 53 landwirtschaftliche Betriebe im Umfang von zehn bis 16 Hektar, 21 Betriebe in der Größenordnung von sieben bis zehn Hektar sowie 28 Arbeiter- und Handwerkerstellen, deren Grundstücke einen Hektar umfassten.[4] Etwa zwölf Kilometer Straßen wurden angelegt.
Nach Abschluss der 1947 begonnenen Eindeichung im Jahr 1950 wurde 1952 mit der Besiedlung des neu gewonnenen Landes begonnen. Hierbei wurden zu gleichen Anteilen Einheimische und Vertriebene aus dem ehemaligen deutschen Ostgebieten bei der Verteilung berücksichtigt. Bevorzugt wurden dabei die Deicharbeiter, unabhängig ihrer Herkunft, die mit ihrer Arbeit die Besiedlung des Ortes erst möglich gemacht haben.


Offiziell gegründet wurde die Gemeinde Leybuchtpolder am 1. Juli 1954. Wesentliche Teile des Ortes bestanden aus neu eingedeichtem Land, jedoch wurden auch Teile benachbarter Gemeinde in das Gebiet integriert. Hierbei wurden die Grenzen neu gezogen und vorwiegend alte Deichlinien und Flüsse bzw. Entwässerungsgräben als Grenzen herangezogen.
Vergeben wurden 53 landwirtschaftliche Betriebe im Umfang von 10 bis 16 Hektar, 21 Betriebe in der Größenordnung von 7 bis 10 Hektar sowie 28 Arbeiter- und Handwerkerstellen, deren Grundstücke einen Hektar umfassten. Als Zuwegung und Verbindungen wurden etwa zwölf Kilometer Straßen angelegt, von denen viele noch in ihrer ursprünglichen, plattenartigen Bauweise existieren.
 
Offiziell gegründet wurde die Gemeinde Leybuchtpolder schließlich am 1. Juli 1954. Wesentliche Teile des Ortes bestanden aus neu eingedeichtem Land, jedoch wurden auch Teile benachbarter Gemeinde in das Gebiet integriert. Hierbei wurden die Grenzen neu gezogen und vorwiegend alte Deichlinien und Flüsse bzw. Entwässerungsgräben als Grenzen herangezogen. Zu diesem Zeitpunkt gab es Pläne, den weitere Eindeichungen vorzunehmen. Die Überlegungen gingen dahin, sogar die gesamte Leybucht dem Meer abzuringen. Aus Naturschutzgründen wurde davon nichts mehr umgesetzt, da die Leybucht seit jeher ein Vogelrastgebiet von internationaler Bedeutung ist. Lediglich kleinere Arbeiten, wie den Bau des [[Leysiel|Leysiels]] wurden vorgenommen.


Ab 1965 war Leybuchtpolder Hauptort und Gliedgemeinde der Samtgemeinde Leybucht. Ein Jahr zuvor, am 6. Juni 1964, wurde der [[Sportverein Leybuchtpolder]] gegründet.
Ab 1965 war Leybuchtpolder Hauptort und Gliedgemeinde der Samtgemeinde Leybucht. Ein Jahr zuvor, am 6. Juni 1964, wurde der [[Sportverein Leybuchtpolder]] gegründet.


Am 1. Juli 1972 verlor die (Samt-)Gemeinde ihre Eigenständigkeit jedoch wieder und wurde im Zuge der niedersächsischen Kommunalreform nach Norden eingemeindet wurde. Seither vertritt ein Ortsvorsteher den Ort vor dem Rat und der Verwaltung der Stadt.
Am 1. Juli 1972 verlor die (Samt-)Gemeinde ihre Eigenständigkeit jedoch wieder und wurde im Zuge der niedersächsischen Kommunalreform nach Norden eingemeindet wurde.


==Verwaltung==
==Verwaltung==
Neuwesteel steht ein ehrenamtlicher [[Ortsvorsteher]] vor, der den Ort und seine Interessen gegenüber dem Rat und der Verwaltung vertritt. Als der Ort noch eine eigenständige Gemeinde war, standen ein Bürgermeister und ein Gemeindedirektor an der Spitze der Verwaltung.
Seit dem Verlust seiner Eigenständigkeit steht Leybuchtpolder ein [[Ortsvorsteher]] vor, der den Ort und seine Interessen gegenüber dem Rat und der Verwaltung der Stadt vertritt. Als eigenständige Gemeinde standen ein Bürgermeister und ein Gemeindedirektor an der Spitze der Verwaltung.


==Bildung==
==Bildung==

Version vom 29. Januar 2021, 10:46 Uhr

Leybuchtpolder

Wappen
Höhe 1,5 - 2,0 m ü. NN
Fläche 10,523 km²
Einwohner 436 (31.12.2020)
Eingemeindung 1. Juli 1972
Bevölkerungsdichte 41 Einwohner/km²
Karte

Leybuchtpolder ist ein Stadtteil von Norden und hat 436 Einwohner (Stand: 31.12.2020), die sich auf einer Fläche von rund 10,52 km² verteilen.

Nordöstlich grenzt Leybuchtpolder an Neuwesteel, südöstlich an Osteel, südwestlich an Greetsiel und nordwestlich an die Nordsee.

Namensherkunft

Namensgebend für den Ort ist der Leybuchtpolder, der den größten Teil der Landfläche des Ortes ausmacht.

Wappen

Das Wappen wird etwa mittig von einem Wellenschnitt geteilt. Oben befindet sich ein blaues Kleeblatt auf goldenem Grund, unten ein goldenes Spatenblatt auf blauem Grund. Die Farben veranschaulichen als Stadtfarben die Zugehörigkeit zur Stadt Norden. Es soll versinnbildlichen, dass der Ort mit weitestgehend einfachsten Mitteln (wie z.B. Spaten) dem Meer abgerungen wurde und nun landwirtschaftlich besiedelt wird. Das Kleeblatt ist ein typisches Symbol der Landwirtschaft.

Bevölkerungsentwicklung

Jahr Einwohner
1956 474
1861 497
1970 484
2016 463
2020 436

Geografie

Leybuchtpolder liegt, wie der Name bereits erahnen lässt, direkt an der Leybucht und wurde in einer Höhe von 1,5 bis 2,0 m über Meeresniveau (NN) im Kalkmarschgebiet direkt an der Nordseeküste als Streusiedlung gegründet. Bis zum Beginn der Einpolderung lag der Ort vollständig unter Wasser. Der größte Teil des Ortsgebietes wurde zwischen 1947 - 1950 eingepoldert.

Geschichte

Mittelalter

Über die frühe Geschichte des Ortes bzw. der Umgebung liegen keine Daten mehr vor. Es ist jedoch davon auszugehen, dass das Gebiet relativ früh besiedelt war. Nach mehreren verheerenden Sturmfluten des 14. Jahrhunderts, insbesondere der Ersten Dionysiusflut, brachen an vielen Stellen in Ostfriesland die Deiche und die Leybucht erreichte ihre größte Ausdehnung. Sie erreichte eine Fläche von gut 129 km² und dehnte sich von Greetsiel im Westen bis Marienhafe im Osten bzw. dem Rand der Stadt Norden bis nach Canhusen (Gemeinde Hinte) im Süden aus. Allein durch die Erste Dionysiusflut gingen etwa 20.000 Hektar Land verloren.

Neuzeit

In den nächsten Jahrhunderten wurden sukzessive Landgewinnungsmaßnahmen vorgenommen, deren Abschluss die Eindeichung des Leybuchtpolders bildete. Durch den Bau des Störtebekerdeiches, wurde die Küstenlinie in ihrem heutigen Verlauf begradigt und das neue Land vor dem Meer geschützt.

Nach Abschluss der 1947 begonnenen Eindeichung im Jahr 1950 wurde 1952 mit der Besiedlung des neu gewonnenen Landes begonnen. Hierbei wurden zu gleichen Anteilen Einheimische und Vertriebene aus dem ehemaligen deutschen Ostgebieten bei der Verteilung berücksichtigt. Bevorzugt wurden dabei die Deicharbeiter, unabhängig ihrer Herkunft, die mit ihrer Arbeit die Besiedlung des Ortes erst möglich gemacht haben.

Vergeben wurden 53 landwirtschaftliche Betriebe im Umfang von 10 bis 16 Hektar, 21 Betriebe in der Größenordnung von 7 bis 10 Hektar sowie 28 Arbeiter- und Handwerkerstellen, deren Grundstücke einen Hektar umfassten. Als Zuwegung und Verbindungen wurden etwa zwölf Kilometer Straßen angelegt, von denen viele noch in ihrer ursprünglichen, plattenartigen Bauweise existieren.

Offiziell gegründet wurde die Gemeinde Leybuchtpolder schließlich am 1. Juli 1954. Wesentliche Teile des Ortes bestanden aus neu eingedeichtem Land, jedoch wurden auch Teile benachbarter Gemeinde in das Gebiet integriert. Hierbei wurden die Grenzen neu gezogen und vorwiegend alte Deichlinien und Flüsse bzw. Entwässerungsgräben als Grenzen herangezogen. Zu diesem Zeitpunkt gab es Pläne, den weitere Eindeichungen vorzunehmen. Die Überlegungen gingen dahin, sogar die gesamte Leybucht dem Meer abzuringen. Aus Naturschutzgründen wurde davon nichts mehr umgesetzt, da die Leybucht seit jeher ein Vogelrastgebiet von internationaler Bedeutung ist. Lediglich kleinere Arbeiten, wie den Bau des Leysiels wurden vorgenommen.

Ab 1965 war Leybuchtpolder Hauptort und Gliedgemeinde der Samtgemeinde Leybucht. Ein Jahr zuvor, am 6. Juni 1964, wurde der Sportverein Leybuchtpolder gegründet.

Am 1. Juli 1972 verlor die (Samt-)Gemeinde ihre Eigenständigkeit jedoch wieder und wurde im Zuge der niedersächsischen Kommunalreform nach Norden eingemeindet wurde.

Verwaltung

Seit dem Verlust seiner Eigenständigkeit steht Leybuchtpolder ein Ortsvorsteher vor, der den Ort und seine Interessen gegenüber dem Rat und der Verwaltung der Stadt vertritt. Als eigenständige Gemeinde standen ein Bürgermeister und ein Gemeindedirektor an der Spitze der Verwaltung.

Bildung

Religion

Gesundheit und Soziales

Wirtschaft und Verkehr

Die praktisch einzigen Erwerbszweige Leybuchtpolders sind die Landwirtschaft und der Fremdenverkehr. 1960 gab es in Leybuchtpolder 104 landwirtschaftliche Betriebe, davon zählte nur einer zu den großen Betrieben, 74 zu den mittelgroßen und 29 zu den kleinen Betrieben. 1961 gab es 19 nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten, von denen vier Handwerksbetriebe waren, was einer Quote von 21 % entspricht. Die Zahl der Erwerbspersonen belief sich auf 315. Der Anteil der Auspendler und Einpendler lag bei 11 bzw. 20 %.

Sehenswürdigkeiten

Quellenverzeichnis