K Textersetzung - „#multimaps“ durch „#display_map“
Eievui (Diskussion | Beiträge)
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Zeile 31: Zeile 31:
==Geschichte==
==Geschichte==
===Herkunft des Namens===
===Herkunft des Namens===
''Gaste'' ist das niederdeutsche Wort für [[Geest]], welches einen Bodentypus beschreibt. Geestboden zeichnet sich durch einen höheren Sandanteil, einer erhöhten Lage und einer verminderten Fruchtbarkeit gegenüber seinem Pendant, der [[Marsch]], aus. Ursprünglich wurde als ''Ekeler Gaste'' allgemein das hochgelegene, sandhaltige Ackerland nördlich des [[Ekeler Weg|Ekeler Weges]] und westlich des [[Judas|Judasschlootes]] bezeichnet.
''Gaste'', in heutigem Platt ''Gast'' (gesprochen ''Gaast''), ist die ostfriesische Variante des Begriffes [[Geest]], welcher einen Bodentypus beschreibt. Geestboden zeichnet sich durch einen hohen Sandanteil, eine erhöhte Lage und eine verminderte Fruchtbarkeit gegenüber seinem Pendant, der [[Marsch]], aus. Ursprünglich wurde als ''Ekeler Gaste'' allgemein das hochgelegene, sandhaltige Ackerland nördlich des [[Ekeler Weg|Ekeler Weges]] und westlich des [[Judas|Judasschlootes]] bezeichnet.


Vereinzelt, aber eher selten, wird die Ekeler Gaste manchmal auch als ''Ostgaste'' bezeichnet, um ihre Eigenschaft als Pendant zur [[Westgaste]] zu verdeutlichen.<ref>Canzler, Gerhard (1994): Norden. Museen im Alten Rathaus, Norden, S. 84</ref>
Vereinzelt, aber eher selten, wird die Ekeler Gaste manchmal auch als ''Ostgaste'' bezeichnet, um ihre Eigenschaft als Pendant zur [[Westgaste]] zu verdeutlichen.<ref>Canzler, Gerhard (1994): Norden. Museen im Alten Rathaus, Norden, S. 84</ref>


===Entwicklung===
===Entwicklung===
Die Straße ist eine der markantesten von Norden, da sie von den weitestgehend geraden Verläufen der allermeisten Straßen abweicht und - von oben auf die Karte schauend - schräg verläuft. Der Großteil der Straße befindet sich jedoch in einem sehr schlechten Zustand, vor allem durch den zunehmenden Kraftfahrzeugverkehr der letzten Jahrzehnte bedingt.
Die Straße ist eine der markantesten von Norden, da sie vom weitestgehend schachbrettartigen, planmäßig angelegten Verlauf der allermeisten Straßen abweicht und schräg von Süd-Südwest nach Nord-Nordost verläuft, wobei sie ein deutliches Gefälle aufweist, was ebenfalls untypisch für Norden ist. Der Grund hierfür ist, dass der Weg im Verlauf dem Rand der Norder Geestinsel folgt, welche hier einen Ausläufer bildet. Auf der hohen, sandigen Geest befanden sich vor Beginn des Deichbaus die bevorzugten Wohnplätze und Verbindungswege, da sie Sicherheit vor Sturmfluten bot. Dieser Umstand spricht für ein beträchtliches Alter der Straße. Die Gegenden auf der Geest gehören zu den erst besiedelten Orten von Norden. Die Ekeler Gaste ist eine der ältesten Straßen in Norden, vermutlich bereits weit vor der Mitte des 16. Jahrhunderts entstanden - und spätestens seit Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts befestigt, wie die preußische Grundkarte von ca. 1895 veranschaulicht.<ref>Preußische Grundkarte von ca. 1895 (Erste Landesaufnahme)</ref> Dies hebt ihre Bedeutung als wichtige Verkehrsstraße hervor. Ihre heutige enge Besiedlung entstand vermutlich um die vorletzte Jahrhundertwende (um 1900).


Bemerkenswert ist, dass der [[Barenbuscher Weg]], der [[Looger Weg]] und die Ekeler Gaste im Nordosten zusammenlaufen. Daher ist anzunehmen, dass die Ekeler Gaste ein sehr alter Verbindungsweg zwischen dem östlichen Stadtrands Norden und den [[Ostermarsch|östlichen Marschgebieten]] darstellt. Die Gegenden um ''Gasten'' gehören zu den erst besiedelten Orten von Norden, so auch die Ekeler Gaste. Die Ekeler Gaste ist eine der ältesten Straßen in Norden, vermutlich bereits vor der Mitte des 16. Jahrhunderts entstanden - und spätestens seit Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts befestigt, wie die preußische Grundkarte von ca. 1895 veranschaulicht.<ref>Preußische Grundkarte von ca. 1895 (Erste Landesaufnahme)</ref> Dies hebt ihre Bedeutung als wichtige Verkehrsstraße hervor. Ihre enge Besiedlung entstand vermutlich um die Jahrhundertwende (um 1900).
Bemerkenswert ist außerdem, dass der [[Barenbuscher Weg]], der [[Looger Weg]] und die Ekeler Gaste im Nordosten spitz zusammenlaufen. Es ist anzunehmen, dass die Ekeler Gaste einen sehr alten Verbindungsweg oder eine Heerstraße zwischen dem östlichen Stadtrand Nordens und den [[Ostermarsch|östlichen Marschgebieten]] darstellt, in denen sich die Besitztümer der Klöster und der bäuerlichen Gemeinschaften befanden.  


Neben Nutzpflanzen, vor allem Getreide und Gemüse, bauten die Bewohner hier auch [[Zichorienfabrik|Zichorien]] an, die in entsprechenden Fabriken, wie der [[Zichorienfabrik Koch]], zu Kaffeeersatzprodukten weiterverarbeitet wurden.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 236</ref> Für landwirtschaftliche Zwecke standen den Bewohnern der Ekeler Gaste zudem die Ländereien des [[Hooker|Hookers]] zur Verfügung, die sie als [[Allmende]] gemeinschaftlich nutzten.<ref>[https://flurnamen-ostfriesland.de/flurnamensammlung?state=item:1435 Schreiber, Gretje (2011): Historische Flurnamensammlung] der Ostfriesischen Landschaft, Nr. 1435</ref>
Neben Nutzpflanzen, vor allem Getreide und Gemüse, bauten die Bewohner hier auch [[Zichorienfabrik|Zichorien]] an, die in entsprechenden Fabriken, wie der [[Zichorienfabrik Koch]], zu Kaffeeersatzprodukten weiterverarbeitet wurden.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 236</ref> Für landwirtschaftliche Zwecke standen den Bewohnern der Ekeler Gaste zudem die Ländereien des [[Hooker|Hookers]] zur Verfügung, die sie als [[Allmende]] gemeinschaftlich nutzten.<ref>[https://flurnamen-ostfriesland.de/flurnamensammlung?state=item:1435 Schreiber, Gretje (2011): Historische Flurnamensammlung] der Ostfriesischen Landschaft, Nr. 1435</ref>


Im [[Eingemeindungsvertrag]] von 1919 zwischen der [[Stadt Norden]] und der [[Sandbauerschaft]] wurde festgehalten, dass die Ekeler Gaste zu den ersten Straßen gehörte sollte, auf die die städtische [[Straßenbeleuchtung]] sowie die Energieversorgung ausgeweitet werden solle.<ref>Ramm, Heinz (1989): Popke Fegter (1874-1946). Sein Leben und sein Wirken im Norderland, Norden, S. 61</ref>
Im [[Eingemeindungsvertrag]] von 1919 zwischen der [[Stadt Norden]] und der [[Sandbauerschaft]] wurde festgehalten, dass die Ekeler Gaste zu den ersten Straßen gehörte sollte, auf die die städtische [[Straßenbeleuchtung]] sowie die Energieversorgung ausgeweitet werden solle.<ref>Ramm, Heinz (1989): Popke Fegter (1874-1946). Sein Leben und sein Wirken im Norderland, Norden, S. 61</ref>
Der Großteil der Ekeler Gaste befindet sich heute in einem baulich sehr schlechten Zustand, vor allem durch den zunehmenden Kraftfahrzeugverkehr der letzten Jahrzehnte bedingt.


==Gebäude und Plätze==
==Gebäude und Plätze==