Oldeborg: Unterschied zwischen den Versionen
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==Geschichte== | ==Geschichte== | ||
Es ist zu vermuten, dass diese Burg im Stil typisch ostfriesischer Burgen als größeres Steinhaus, möglicherweise mit Wehrturm errichtet wurde. Erbauer war vermutlich das Häuptlingsgeschlecht der [[Idzinga]], die zu dieser Zeit großen Einfluss in und um Norden hatten und wohl auch die [[Idzingaburg]] in [[Ostlintel]] und die [[Osterburg]] an der östlichen Stadtgrenze von [[Norden (Stadtteil) |Norden]] errichtet haben. Andere Quellen gehen davon aus, dass die Burg hingegen nicht von einer speziellen Familie, sondern den drei sogenannten ''Vreedmannen'' (= Friedensrichtern) mit ihrem Sprecher (''orator'') erbaut wurden. Diese bildeten ab 1277 neben den ''consules'' ([[Ostfriesische Häuptlinge|Häuptlinge]]) den [[Magistrat]] und damit die Verwaltungsspitze des [[Norderland|Norderlandes]]. Die Burg sollte der Sicherung der Stadt dienen, da anhaltende Konflikte zwischen den einflussreichen Geschlechtern dies notwendig erschienen ließ.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 25</ref> Als Baujahr wird das Jahr 1285 angenommen.<ref name=":0">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 195</ref> In einigen Quellen kommt die Vermutung auf, dass es sich bei der Olde Borg um die [[Ennenburg]] (Attenaburg) handelt. Diese ist jedoch wahrscheinlich ein Nachfolgebau der [[Osterburg]] und befand sich damit weiter abseits des Hafens. | Es ist zu vermuten, dass diese Burg im Stil typisch ostfriesischer Burgen als größeres Steinhaus, möglicherweise mit Wehrturm errichtet wurde. Erbauer war vermutlich das Häuptlingsgeschlecht der [[Idzinga]], die zu dieser Zeit großen Einfluss in und um Norden hatten und wohl auch die [[Idzingaburg]] in [[Ostlintel]] und die [[Osterburg]] an der östlichen Stadtgrenze von [[Norden (Stadtteil) |Norden]] errichtet haben. Andere Quellen gehen davon aus, dass die Burg hingegen nicht von einer speziellen Familie, sondern den drei sogenannten ''Vreedmannen'' (= Friedensrichtern) mit ihrem Sprecher (''orator'') erbaut wurden.<ref>Pühl, Eberhard (2007): Flurnamenforschung. Alte Backsteinhäuser in Ostfriesland und im Jeverland, Oldenburg, S. 37</ref> Diese bildeten ab 1277 neben den ''consules'' ([[Ostfriesische Häuptlinge|Häuptlinge]]) den [[Magistrat]] und damit die Verwaltungsspitze des [[Norderland|Norderlandes]]. Die Burg sollte der Sicherung der Stadt dienen, da anhaltende Konflikte zwischen den einflussreichen Geschlechtern dies notwendig erschienen ließ.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 25</ref> Als Baujahr wird das Jahr 1285 angenommen.<ref name=":0">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 195</ref> In einigen Quellen kommt die Vermutung auf, dass es sich bei der Olde Borg um die [[Ennenburg]] (Attenaburg) handelt. Diese ist jedoch wahrscheinlich ein Nachfolgebau der [[Osterburg]] und befand sich damit weiter abseits des Hafens. | ||
Der Burgherr knüpfte die Baugenehmigung für die erste Bebauung entlang des heutigen Straßenzuges [[Burggraben]] an die Bedingung, dass die Bewohner ihm fortan entgeltlos für Botengänge zur Verfügung stehen mussten.<ref name=":0" /> Dieses Privileg resultierte später darin, dass die Bewohner des Burggrabens als einzige keiner [[Kluft]] zugeordnet waren. | Der Burgherr knüpfte die Baugenehmigung für die erste Bebauung entlang des heutigen Straßenzuges [[Burggraben]] an die Bedingung, dass die Bewohner ihm fortan entgeltlos für Botengänge zur Verfügung stehen mussten.<ref name=":0" /> Dieses Privileg resultierte später darin, dass die Bewohner des Burggrabens als einzige keiner [[Kluft]] zugeordnet waren. | ||
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Im Mai 1954 fand ein Schüler am Südabhang der [[Mennonitenlohne]] einen bearbeiteten Stein aus der Zeit der ersten nachweisbaren Besiedlung des Gebietes, sprich etwa 2.500 bis 1.800 vor Christus.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 7</ref> Neuere Deutungen weisen jedoch daraufhin, dass dieser Stein vermutlich ''nur'' aus dem Mittelalter bzw. der frühen Neuzeit stammt.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 7 (Nachdruck 2001 von Gerhard Canzler, Fußnote)</ref> Der Fundort und die jüngeren Erkenntnisse lassen die Vermutung zu, dass dieser Stein dem Umfeld der Olde Borg oder gar dieser selbst entstammt. | Im Mai 1954 fand ein Schüler am Südabhang der [[Mennonitenlohne]] einen bearbeiteten Stein aus der Zeit der ersten nachweisbaren Besiedlung des Gebietes, sprich etwa 2.500 bis 1.800 vor Christus.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 7</ref> Neuere Deutungen weisen jedoch daraufhin, dass dieser Stein vermutlich ''nur'' aus dem Mittelalter bzw. der frühen Neuzeit stammt.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 7 (Nachdruck 2001 von Gerhard Canzler, Fußnote)</ref> Der Fundort und die jüngeren Erkenntnisse lassen die Vermutung zu, dass dieser Stein dem Umfeld der Olde Borg oder gar dieser selbst entstammt. | ||
==Einzelnachweise== | ==Einzelnachweise== | ||