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|3.896 <small>(Stand: 1914)</small>
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==Bevölkerungsentwicklung==
==Bevölkerungsentwicklung==
Aufgrund mangelnder Belege aus der früheren Zeit kann eine genauere Bevölkerungsentwicklung nicht nachgewiesen werden. Zumindest für das Jahr 1848 sind gemäß statistischem Handbuch des Königreichs Hannover (Ostfriesland war zu dem Zeitpunkt ein Teil Hannovers) eine Einwohnerzahl von 1.290 nachgewiesen, die sich auf 201 Wohngebäude verteilten. Ein durchschnittlicher Haushalt bestand folglich aus sechs bis sieben Personen.
Aufgrund mangelnder Belege aus der früheren Zeit kann eine genauere Bevölkerungsentwicklung nicht nachgewiesen werden. Zumindest für das Jahr 1848 sind gemäß statistischem Handbuch des Königreichs Hannover (Ostfriesland war zu dem Zeitpunkt ein Teil Hannovers) eine Einwohnerzahl von 1.290 nachgewiesen, die sich auf 201 Wohngebäude verteilten.<ref>Statistisches Handbuch für das Königreich Hannover von 1848</ref> Ein durchschnittlicher Haushalt bestand folglich aus sechs bis sieben Personen.
 
1910 betrug die Einwohnerzahl 3.415, im Jahre 1914 waren es 3.896.<ref name=":1">Ramm, Heinz (1989): Popke Fegter (18741946). Sein Leben und sein Wirken im Norderland, Norden, S. 52</ref> Zum Vergleich: Die Einwohnerzahl Nordens war zu dieser Zeit etwa doppelt so hoch.


==Geografie==
==Geografie==
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Der wesentliche Vorteil der Sandbauern hingegen bestand darin, dass sie ihre Höfe und Ländereien kaum oder gar nicht gegen Sturmfluten zu sichern hatten. Die Marschbauern hingegen mussten ihre Höfe auf [[Warft|Warften]] errichten, die jedoch nicht die Ländereien vor den Fluten schützten. Auch die später entstehenden [[Deich|Deiche]] boten aufgrund ihrer unzureichenden Befestigung manchmal keinen Schutz vor dem Fluten, wie zahlreiche Katastrophen - so etwa die [[Erste Dionysiusflut]] - eindrucksvoll belegen.
Der wesentliche Vorteil der Sandbauern hingegen bestand darin, dass sie ihre Höfe und Ländereien kaum oder gar nicht gegen Sturmfluten zu sichern hatten. Die Marschbauern hingegen mussten ihre Höfe auf [[Warft|Warften]] errichten, die jedoch nicht die Ländereien vor den Fluten schützten. Auch die später entstehenden [[Deich|Deiche]] boten aufgrund ihrer unzureichenden Befestigung manchmal keinen Schutz vor dem Fluten, wie zahlreiche Katastrophen - so etwa die [[Erste Dionysiusflut]] - eindrucksvoll belegen.


Nach dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] kam es in Preußen zu einer Kommunalreform, in deren Folge die Sandbauerschaft unter ihrem Bürgermeister [[Popke Fegter]], der sich bereits seit längerem mit der der bereits seit vielen Jahren bestehende ''Eingemeindungsfrage'' beschäftigte, zum 1. April 1919 ihre Eigenständigkeit verlor und nach Norden eingemeindet wurde.<ref>Ramm, Heinz (1989): Popke Fegter (1874-1946). Sein Leben und sein Wirken im Norderland, Norden, S. 15</ref><ref name=":0" /> Auch in anderen Teilen Preußens wurde die Reform umgesetzt. Beispielsweise wurde die Stadt Wilhelmshaven am gleichen Tag vom Landkreis Wittmund getrennt. Der Eingemeindung gingen konfliktreiche Verhandlungen voraus. Besonders strittig war die Frage, ob es den Einwohnern der Sandbauerschaft auch nach dem Zusammenschluss erlaubt bleiben sollte, Hausschlachtungen durchzuführen, die für sie existenziell waren, für die Stadt aber schon allein aus hygienischen Gründen als kritisch galten. Letztlich einigte man sich auf einen Kompromiss, dass nur gewerbliche Schlachtungen im [[Schlachthof]] durchzuführen seien, während private weiterhin im eigenen Haushalt erlaubt seien.<ref name=":0">Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 20</ref>
Nach dem siegreichen Deutsch-Französischen Krieg (1870-1871) setzte eine wirtschaftliche Blüte in Norden ein, die dazu führte, dass die Stadt neue, kostenintensive Projekte ins Auge fasste. Da die kleine Stadt mit ihren gerade einmal 90 Hektar (0,9 km²) Größe dafür keinerlei Platz besaß, kam wohl erstmals der Gedanke der Vereinigung mit der Sandbauerschaft auf, die die Stadt in einem (nördlichen) Dreiviertelring von Westen nach Osten umspannte. Da diese Plände wegen widerstreitender Interessen (vorerst) nicht umsetzbar waren, erwarb die Stadt einige Gebiete von der Sandbauerschaft, so etwa große Flächen in [[Ostlintel]] für die Schaffung des [[Neuer Friedhof|Neuen Friedhofs]] oder den Bau einer [[Gräfin-Theda-Schule|Höheren Töchterschule]] sowie eines [[Krankenhaus Norden|Krankenhauses]]. Auch von der, bis 1972 ebenfalls noch eigenständigen, [[Westermarsch I|Gemeinde Westermarsch I]] erwarb man einen Teil des [[Vierzig Diemat]] genannten Gebiets und errichtete hier einen [[Schlachthof]] und ein [[Gaswerk]].<ref name=":12">Sanders, Adolf (1999): Norden - wie es früher war, Gudensberg, S. 30</ref><ref>Ramm, Heinz (1989): Popke Fegter (18741946). Sein Leben und sein Wirken im Norderland, Norden, S. 51</ref>
 
1911 wurden die Bestreben immer konkreter, da die Stadt kaum mehr eigenen Platz besaß, den sie so dringend für die Expansion benötigte. Man wollte sich zudem nicht weiter mit einfachen Landkäufen begnügen, sondern strebte eine vollständige Verschmelzung an. Die Sandbauerschaft weigerte sich jedoch beharrlich und langwierige Verhandlungen erzielten kein fruchtbares Ergebnis. Im Jahre 1914 wurde die Frage der Eingemeindung dann jedoch wieder akut, da sich zwischenzeitlich die Regierungsbehörde in Aurich eingeschaltet hatte. In einer Kommissionssitzung wurden die größten Streitpunkte festgelegt.<ref name=":1" /> Besonders strittig war die Frage, ob es den Einwohnern der Sandbauerschaft auch nach dem Zusammenschluss erlaubt bleiben sollte, Hausschlachtungen durchzuführen, die für sie existenziell waren, für die Stadt aber schon allein aus hygienischen Gründen als kritisch galten.<ref name=":1" /><ref name=":0" /> Zudem war der Stadt sehr daran gelegen, dass wegen der zu erwartenden Einnahmen alle Schlachtungen im [[Schlachthof]] durchgeführt werden würden.<ref name=":1" />
 
Nach dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] kam es in Preußen zu einer Kommunalreform, in deren Folge die Sandbauerschaft unter ihrem Bürgermeister [[Popke Fegter]], der sich bereits seit längerem mit der der bereits seit vielen Jahren bestehende ''Eingemeindungsfrage'' beschäftigte, zum 1. April 1919 ihre Eigenständigkeit verlor und nach Norden eingemeindet wurde.<ref>Ramm, Heinz (1989): Popke Fegter (1874-1946). Sein Leben und sein Wirken im Norderland, Norden, S. 15</ref><ref name=":0" /> Auch in anderen Teilen Preußens wurde die Reform umgesetzt. Beispielsweise wurde die Stadt Wilhelmshaven am gleichen Tag vom Landkreis Wittmund getrennt. Der Eingemeindung gingen konfliktreiche Verhandlungen voraus. Die Gemeinde kam der Zwangseingemeindung zuvor, indem sie bereits von Dezember 1918 bis Januar 1919 neue Verhandlungen führten, anderen Ende man schließlich einer Eingemeindung zustimmte.<ref name=":1" /> Neben der Weitsicht der Beteiligten dürfte sicherlich auch die wirtschaftliche schwierige Lage der Nachkriegszeit eine Rolle gespielt haben. In Bezug auf die Hausschlachtungen einigte man sich übrigens auf einen Kompromiss, dass nur gewerbliche Schlachtungen im [[Schlachthof]] durchzuführen seien, während private weiterhin im eigenen Haushalt erlaubt seien.<ref name=":0">Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 20</ref>


==Verwaltung==
==Verwaltung und Politik==
* siehe auch: [[Liste der Gemeindevorsteher der Sandbauerschaft]]
* siehe auch: [[Liste der Gemeindevorsteher der Sandbauerschaft]]


Die Verwaltung der Gemeinde hatte ihren Sitz in den Vorderräumen der [[Alleestraße 33]].<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 102</ref> Der Verwaltung stand ein [[Gemeindevorsteher]] vor. Letzter Amtsträger vor der Eingemeindung war [[Popke Fegter]].<ref>Ramm, Heinz (1989): Popke Fegter (1874–1946). Sein Leben und sein Wirken im Norderland, Norden</ref>
Die Verwaltung der Gemeinde hatte ihren Sitz in den Vorderräumen der [[Alleestraße 33]] in [[Westgaste]].<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 102</ref> Der Verwaltung stand ein [[Gemeindevorsteher]] vor. Letzter Amtsträger vor der Eingemeindung war [[Popke Fegter]].
 
Bei den Wahlen zur Deutschen Nationalversammlung am 19. Januar 1919, bei der erstmals auch Frauen wählen durften, konnte die Deutsche Demokratische Partei (DDP) 378 und die Deutsche Volkspartei (DVP) 157 der Wahlstimmen auf sich vereinigen. Die Mehrheitssozialisten erhielten 993 Stimmen, die Unabhängige Sozialistische Partei nur 38.<ref>Ramm, Heinz (1989): Popke Fegter (18741946). Sein Leben und sein Wirken im Norderland, Norden, S. 54</ref>


==Bildung==
==Bildung==