Osterburg: Unterschied zwischen den Versionen
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Die '''Osterburg''' (auch: ''Osterhus'' bzw. ''Osterhaus'', nicht zu verwechseln mit dem ''Osterhues'' des [[Kloster Norden|Dominikanerklosters]]) war eine Burg ostfriesischen Typus, die sich im Winkel der heutigen Straßenzüge [[Osterstraße]] und [[Im Horst]] befunden hat. Die Burg wurde zu Verteidigungszwecken errichtet, da Norden zu keiner Zeit eine Befestigung durch Wallanlagen bzw. eine Stadtmauer hatte. Es sicherte die Stadtgrenze nach Osten und befand sich unmittelbar an der Grenze zur Norder Umlandgemeinde [[Sandbauerschaft]]. | Die '''Osterburg''' (auch: ''Osterhus'' bzw. ''Osterhaus'', nicht zu verwechseln mit dem ''Osterhues'' des [[Kloster Norden|Dominikanerklosters]]) war eine Burg ostfriesischen Typus, die sich im Winkel der heutigen Straßenzüge [[Osterstraße]] und [[Im Horst]] befunden hat. Die Burg wurde zu Verteidigungszwecken errichtet, da Norden zu keiner Zeit eine Befestigung durch Wallanlagen bzw. eine Stadtmauer hatte. Es sicherte die Stadtgrenze nach Osten und befand sich unmittelbar an der Grenze zur Norder Umlandgemeinde [[Sandbauerschaft]], wobei die nördlichen Teile des dazugehörigen Grundstücks bereits innerhalb dessen Grenzen lagen. Die südlichen Ländereien, genannt ''Osterhauser Lande'', befanden sich wiederum in Norden. | ||
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==Geschichte== | ==Geschichte== | ||
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Im 16. Jahrhundert gehörte die Burg der Familie [[Harringa]].<ref>Pühl, Eberhard (2007): Alte Backsteinhäuser in Ostfriesland und im Jeverland. Backsteinbauten des 15. bis 19. Jahrhunderts, Oldenburg, S. 167</ref> In der Zeit um 1704 gehörte das Land Adolf Moritz von Schleppegrell, einem Drosten aus einem Uradelsgeschlecht aus dem Raum Lüneburg. Dieser war durch Heirat mit einer [[Loringa|Anna Dorothea Loringa]] in den Besitz des Hauses gekommen.<ref>Schreiber, Gretje (1994): Der Norder Marktplatz und seine Geschichte bis heute, Aurich, S. 68ff.</ref> Im genannten Jahr erwarb Schleppegrell auch das sogenannte [[Galgenland]] vom Lütetsburger Grafen.<ref>StAA, Rep. 237, Bd. 1380, Nr. 24</ref> Der erste bürgerliche Besitzer war [[Johann Diedrich Fridag]], seines Zeichens [[Deichrichter]]. Am 4. März 1752 trat er das Gut an die [[Stadt Norden]] ab.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 29</ref> Diese verkaufte es 1771 an [[Heye Jakobs]]. Über den späteren Auktionatoren [[Uke Wilts Uken]] ging es schließlich an den Notar Heilmann.<ref name=":0">Canzler, Gerhard (1994): Norden. Museen im Alten Rathaus, Norden, S. 127</ref> | Im 16. Jahrhundert gehörte die Burg der Familie [[Harringa]].<ref>Pühl, Eberhard (2007): Alte Backsteinhäuser in Ostfriesland und im Jeverland. Backsteinbauten des 15. bis 19. Jahrhunderts, Oldenburg, S. 167</ref> In der Zeit um 1704 gehörte das Land Adolf Moritz von Schleppegrell, einem Drosten aus einem Uradelsgeschlecht aus dem Raum Lüneburg. Dieser war durch Heirat mit einer [[Loringa|Anna Dorothea Loringa]] in den Besitz des Hauses gekommen.<ref>Schreiber, Gretje (1994): Der Norder Marktplatz und seine Geschichte bis heute, Aurich, S. 68ff.</ref> Im genannten Jahr erwarb Schleppegrell auch das sogenannte [[Galgenland]] vom Lütetsburger Grafen.<ref>StAA, Rep. 237, Bd. 1380, Nr. 24</ref> Der erste bürgerliche Besitzer war [[Johann Diedrich Fridag]], seines Zeichens [[Deichrichter]]. Am 4. März 1752 trat er das Gut an die [[Stadt Norden]] ab.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 29</ref> Diese verkaufte es 1771 an [[Heye Jakobs]]. Über den späteren Auktionatoren [[Uke Wilts Uken]] ging es schließlich an den Notar Heilmann.<ref name=":0">Canzler, Gerhard (1994): Norden. Museen im Alten Rathaus, Norden, S. 127</ref> | ||
Am 15. September 1849 sowie am 12. Juni 1850 erwarb die Firma ''[[Julius Meyer]] & Co.'' das Osterhaus samt einem Großteil des Grundstücks von dessen Witwe [[Reinste Ayßen Heilmann|Reinste Ayßen Heilmann, geb. Uken]] und gründete hier die [[Eisenhütte]].<ref name=":0" /><ref name=":1" /> Zu dieser Zeit umfasste das Anwesen noch einen rückwärtigen Anbau mit Scheune.<ref name=":1">Canzler, Gerhard (1989): Handel und Wandel, Norden, S. 111</ref> Die Osterburg wurde beim Bau der Eisenhütte mit im Gebäudekomplex eingebaut, die übrigen Ländereien wurden zum Großteil an die Firma [[Doornkaat]] veräußert, die die Flächen zunächst als Weideland nutzten.<ref>Canzler, Gerhard (2002): Doornkaat. Eine Firmenchronik, Norden, S. 26</ref> Die beim Brennen anfallende Schlempe wurde seinerzeit als Mastfutter verwendet. | |||
Beim ihrem Abriss im Jahr 1969 wurde die historische Osterburg mit abgebrochen, da dem Denkmalschutz zu dieser Zeit leider noch keinerlei Bedeutung beigemessen wurde. Bis dahin befand sich das Gebäude in einem erstaunlich guten Zustand. | Beim ihrem Abriss im Jahr 1969 wurde die historische Osterburg mit abgebrochen, da dem Denkmalschutz zu dieser Zeit leider noch keinerlei Bedeutung beigemessen wurde. Bis dahin befand sich das Gebäude in einem erstaunlich guten Zustand. | ||