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Nach den katastrophalen Sturmfluten im 14. Jahrhundert dehnte sich die Leybucht aus und reichte im Norden nun bis an die [[Alter Westermarscher Deich|alte Deichlinie]] von [[Westermarsch]]. Durch die Fluten und damit einhergehende Landeinbrüche bildeten neue Fahrwasserrinnen. Nachdem der Leybucht über die folgenden Jahrhunderte immer wieder Land durch Eindeichungen entronnen wurde, entstand in etwa der heutige Flussverlauf. Dieser wurde im Laufe der Jahrhunderte immer wieder begradigt oder in seinem Verlauf geändert, so etwa um 1600, als der Verlauf des Galgentiefs nahe der [[Brückstraße]] etwas weiter südlich gelegt wurde.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 174</ref><ref>[https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/HOO/HOO_Leybuchtpolder.pdf Beschreibung von Leybuchtpolder] in der historischen Ortsdatenbank der Ostfriesischen Landschaft</ref>
Nach den katastrophalen Sturmfluten im 14. Jahrhundert dehnte sich die Leybucht aus und reichte im Norden nun bis an die [[Alter Westermarscher Deich|alte Deichlinie]] von [[Westermarsch]]. Durch die Fluten und damit einhergehende Landeinbrüche bildeten neue Fahrwasserrinnen. Nachdem der Leybucht über die folgenden Jahrhunderte immer wieder Land durch Eindeichungen entronnen wurde, entstand in etwa der heutige Flussverlauf. Dieser wurde im Laufe der Jahrhunderte immer wieder begradigt oder in seinem Verlauf geändert, so etwa um 1600, als der Verlauf des Galgentiefs nahe der [[Brückstraße]] etwas weiter südlich gelegt wurde.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 174</ref><ref>[https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/HOO/HOO_Leybuchtpolder.pdf Beschreibung von Leybuchtpolder] in der historischen Ortsdatenbank der Ostfriesischen Landschaft</ref>


Die letzte Verlaufsänderung zuletzt Anfang des 20. Jahrhunderts. Im Vergleich mit der preußischen Grundkarte von ca. 1895 mit heutigen Karten ist die Begradigung deutlich erkennbar.<ref>Preußische Grundkarte von ca. 1895 (Erste Landesaufnahme)</ref> Diese Begradigungen entstanden nicht nur durch Landgewinn als Mittel zum Zweck, sondern sollten vor allem auch dem besseren Vorankommen der Schiffe und Kähne, die das Tief befuhren, dienen. Weitere, bedeutende Änderungen des Wasserverlaufs wurden im Jahre 1751 mit der Durchgrabung des [[Hayen Hochmoor|Hayen Hochmoores]] sowie 1771 im Rahmen der Planungen zum (wegen zu hoher Kosten nicht erfolgten) Baus eines Sieles nahe [[Pekelhering]] durchgeführt. Auch in den Jahren 1783, 1804, 1840 und 1878 wurde der Gewässerverlauf geändert worden sein.<ref name=":0">Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 77</ref><ref>Schreiber, Gretje (2017): Der Norder Hafen. Geschichte, Schifffahrt und Handel, Aurich, S. 215f.</ref> Eine erste Veränderung des Verlaufs wurde aber wohl bereits um 1583 durchgeführt, als das Gewässer weiter gen Süden verlegt wurde. Bis dahin verlief es in etwa über das heutige [[Doornkaat|Doornkaatgelände]] bis in Höhe [[Steenbalgen]], in dessen Nähe sich auch das [[Erstes Siel|Erste Siel]] befand. Letztlich hatten die Begradigungen nicht den erwünschten Erfolg, vielmehr war ab 1830 der Einsatz von Lotsen nötig, um größeren Schiffen das Einfahren in den Hafen zu ermöglichen.<ref>Schreiber, Gretje (2017): Der Norder Hafen. Geschichte, Schifffahrt und Handel, Aurich, S. 217</ref>
Die letzte Verlaufsänderung erfolgte Anfang des 20. Jahrhunderts. Im Vergleich mit der preußischen Grundkarte von ca. 1895 mit heutigen Karten ist die Begradigung deutlich erkennbar.<ref>Preußische Grundkarte von ca. 1895 (Erste Landesaufnahme)</ref> Diese Begradigungen entstanden nicht nur durch Landgewinn als Mittel zum Zweck, sondern sollten vor allem auch dem besseren Vorankommen der Schiffe und Kähne, die das Tief befuhren, dienen. Weitere, bedeutende Änderungen des Wasserverlaufs wurden im Jahre 1751 mit der Durchgrabung des [[Hayen Hochmoor|Hayen Hochmoores]] sowie 1771 im Rahmen der Planungen zum (wegen zu hoher Kosten nicht erfolgten) Baus eines Sieles nahe [[Pekelhering]] durchgeführt. Auch in den Jahren 1783, 1804, 1840 und 1878 wurde der Gewässerverlauf geändert worden sein.<ref name=":0">Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 77</ref><ref>Schreiber, Gretje (2017): Der Norder Hafen. Geschichte, Schifffahrt und Handel, Aurich, S. 215f.</ref> Eine erste Veränderung des Verlaufs wurde aber wohl bereits um 1583 durchgeführt, als das Gewässer weiter gen Süden verlegt wurde. Bis dahin verlief es in etwa über das heutige [[Doornkaat|Doornkaatgelände]] bis in Höhe [[Steenbalgen]], in dessen Nähe sich auch das [[Erstes Siel|Erste Siel]] befand. Letztlich hatten die Begradigungen nicht den erwünschten Erfolg, vielmehr war ab 1830 der Einsatz von Lotsen nötig, um größeren Schiffen das Einfahren in den Hafen zu ermöglichen.<ref>Schreiber, Gretje (2017): Der Norder Hafen. Geschichte, Schifffahrt und Handel, Aurich, S. 217</ref>


Bei Begradigungsarbeiten im Jahre 1840 kam es zu Unruhen unter den Arbeitern, die derart schwerwiegend gewesen sein müssen, dass 55 hannoversche Infanteristen im Sommer des Jahres als Hilfspolizisten für mindestens drei Wochen dorthin abkommandiert wurden. Aus den umliegenden Ortschaften zog man weitere für zwei Monate alle verfügbaren Landgendarmen zusammen und quartierte sie in der Nähe ein.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Handel und Wandel, Norden, S. 52</ref>
Bei Begradigungsarbeiten im Jahre 1840 kam es zu Unruhen unter den Arbeitern, die derart schwerwiegend gewesen sein müssen, dass 55 hannoversche Infanteristen im Sommer des Jahres als Hilfspolizisten für mindestens drei Wochen dorthin abkommandiert wurden. Aus den umliegenden Ortschaften zog man weitere für zwei Monate alle verfügbaren Landgendarmen zusammen und quartierte sie in der Nähe ein.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Handel und Wandel, Norden, S. 52</ref>


Mit der zunehmenden Verlandung des Tiefs und dem Bau des [[Leybuchtsiel|Leybuchtsiels]] im Jahre 1929 verlor das Norder Tief seine Bedeutung als Wasserstraße. Damit begann der Aufstieg des [[Norddeicher Hafen|Norddeicher Hafens]].
Mit der zunehmenden Verlandung des Tiefs und dem Bau des [[Leybuchtsiel|Leybuchtsiels]] im Jahre 1929 verlor das Norder Tief seine Bedeutung als Wasserstraße. Damit begann der Aufstieg des [[Norddeicher Hafen|Norddeicher Hafens]]. Zeitgleich wurde das Norder Tief deutlich verbreitert und durch ein Heer hunderter Arbeiter unter Führung [[Popke Fegter|Popke Fegters]] geräumt.<ref>Ramm, Heinz (1989): Popke Fegter (1874-1946). Sein Leben und sein Wirken im Norderland, Norden, S. 19f.</ref>


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